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Zverev und Kohlschreiber scheitern in München

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Alexander Zverev ist in München bereits ausgeschieden. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa
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Auch Philipp Kohlschreiber kassierte anschließend eine Niederlage. Foto: Sven Hoppe Foto: dpa

Alexander Zverev hat die nächste Schlappe eines verpatzten Frühjahrs erlebt und ist beim Tennisturnier in München im Viertelfinale ausgeschieden. Gegen den Chilenen Garin vergab er dabei Matchbälle. Nach dem Topfavorit scheiterte am Freitag auch der letzte Deutsche.


München (dpa) - Alexander Zverev fasste sich ratlos an den Kopf, winkte traurig in das Publikum und trottete dann mit hängendem Kopf vom Platz.

Deutschlands bester Tennisspieler ist beim ATP-Turnier in München schon im Viertelfinale ausgeschieden und steckt weiter im Formtief. »Es läuft einfach nicht, es läuft alles gegen mich«, haderte der ATP-Weltmeister nach dem bitteren Freitagnachmittag, an dem die Chancen auf den Titel-Hattrick bei den BMW Open platzte.

Trotz zwei Matchbällen im dritten Satz unterlag der Hamburger dem Chilenen Cristian Garin im Viertelfinale mit 4:6, 7:5, 5:7. Statt sich Selbstvertrauen zu holen für die Höhepunkte der Sandplatzsaison, muss der Hamburger auf dem Weg zu den French Open den nächsten Rückschlag eines verpatzten Frühjahrs verdauen.

Und das Turnier geht ohne Lokalmatadoren in sein Final-Wochenende: Nach Zverev scheiterte auch Rekordsieger Philipp Kohlschreiber, als er sich dem Italiener Matteo Berrettini mit 6:4, 5:7, 4:6 geschlagen geben musste. Der Augsburger gewann in München dreimal und stand drei weitere Male im Finale. Erstmals seit 2008 ist kein Deutscher mehr im Halbfinale. Dort spielen nun Garin gegen den Italiener Marco Cecchinato und Berrettini gegen den Spanier Roberto Bautista Agut.

Als Kohlschreibers Match in der Abenddämmerung nach 2:41 Stunden zu Ende war, hatte Zverev frustriert von seiner Niederlage längst das Weite gesucht. »Letztes Jahr habe ich solche Matches im dritten Satz gewonnen, dieses Jahr verliere ich sie oft. Deshalb muss ich das ändern«, meinte er. Ist das also Kopfsache? Zverev grübelte in der Pressekonferenz, blickte zur Seite und antwortete: »Nächste Frage.«

Für den Weltranglisten-Dritten und topgesetzten Akteur hätte das mit 586.140 Euro dotierte Turnier am Aumeisterweg der Wendepunkt sein können, nachdem es zuletzt bei dem 22-Jährigen nicht gelaufen war und ihn auch neben dem Platz Probleme belastet hatten: Sein Vater war einige Zeit im Krankenhaus, mit dem Ex-Manager ist er in einem Rechtsstreit und von seiner Freundin Olga trennte sich Zverev jüngst.

Gegen Garin gelang Zverev ein vielversprechender Start. »Ich habe angefangen, gutes Tennis zu spielen«, meinte er. Dann aber schlichen sich Fehler ein gegen den widerspenstigen Chilenen, der in der Weltrangliste 44 Positionen schlechter postiert als Zverev. Beim Stand von 3:5 drosch der Deutsche seinen Schläger auf den Platz. Wenige Augenblicke danach war der Satz nach 35 Minuten verloren.

Der zweite Durchgang wurde spannend und emotional. Bei 4:5 wehrte Zverev sogar drei Matchbälle ab, schaffte das Break und motivierte sich mit geballter Faust und einem lauten »Come on«-Ruf. Das half: Zverev sicherte sich mit einem weiteren Break den zweiten Satz.

Die Dramatik hielt im dritten Satz an. Beim Stand von 5:4 vergab Zverev zwei Matchbälle, diskutierte lange mit der Schiedsrichterin um einen Ball, lachte aufreizend laut und brachte sich damit womöglich selbst entscheidend um die Konzentration. »Es ist eigentlich lustig«, sagte er danach ironisch über die Momente, als ein Ball Garins knapp auf der Linie war und sein eigener knapp im Aus. Nach 2:11 Stunden war die Niederlage nach einem verpatzten Volley besiegelt.

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