weather-image
12°

Zurück ins Tal: Almabtrieb von der Schwarzbachalm

4.3
4.3
Ramsau: Almabtrieb von der Schwarzbachalm – Zurück ins Tal
Bildtext einblenden
Der Almabtrieb vom Mösler auf der Alpenstraße. (Fotos: Stanggassinger)
Bildtext einblenden
Für das Kälbchen gab es ein Hörndlkranzei.

Ramsau – Unterhalb des Wirtshauses »Wachterl« an der Alpenstraße im Bergsteigerdorf Ramsau liegt die Schwarzbachalm, eine Niederalm mehrerer Almbauern aus den benachbarten Gemeinden Ramsau, Bischofswiesen und Schneizlreuth. Der »Berchtesgadener Anzeiger« begleitete die Almbauern am Sonntag beim Abtrieb vom Kaser ins Tal.


Die Schwarzbachalm ist eine Niederalm, das heißt, die Kühe sind im Frühsommer wenige Wochen auf der Schwarzbachalm, bevor sie auf die Hochalmen Moosenalm und Anthauptenalm im Lattengebirge oder auf die Bindalm oder Kallbrunnalm weiterziehen.

Anzeige

Im Herbst kehren sie für einige Wochen auf die Niederalm zurück, danach erfolgt der Almabtrieb auf die heimischen Bauernhöfe. Am Sonntag, dem Michaelitag, wurden die Almkühe am Vormittag beim Mösler- und beim Freidingkaser gekranzt. 16 Stück Vieh hatte der Mösler- und 19 Stück der Freidingbauer.

Fast jeder Wanderer im Klausbachtal kennt die Sennleute, das Lieserl und den Sepp Wurm. 14 Tage waren sie jetzt auf der Schwarzbachalm. Stolz verwies Sepp auf das neu mit Schindeln eingedeckte Kaserdach. »Es war viel Arbeit, wir haben alle zusammen geholfen«, sagte Sepp. Vor dem Schwarzbach-Kaser gab es eine Brotzeit, dann wurde von der Familie und den Freunden aufgekranzt.

Bildtext einblenden
Senn Sepp mit den aufgekranzten Kälbchen.

Das Kranzzeug hatte man am Hüttenbankerl vor dem Kaser zusammengestellt. Die Enkel von Sepp und Lieserl, die Antonia, die Magdalena und die Theresa, wussten genau, welche Fuikl zu welchem Tier gehörte. Jede Kuh hat beim Mösler einen Namen und wurde liebevoll gerufen und dann geschmückt.

Der Almabtrieb war ursprünglich für Samstag geplant, doch es regnete. Für den Möslerbauern wäre es ein Problem geworden, mit den Kühen über den Schwarzbach zu gelangen. Viel einfacher gestaltete sich der Abtrieb am Sonntag. Die Tiere kamen problemlos nach Hause.

Bildtext einblenden
Hansi Wurm, der Bruder vom Senn Sepp Wurm, hilft jährlich beim Aufkranzen und Treiben.

Als Erster verließ der »Mösei« die Schwarzbachalm und der Freidinger schaute von seiner Alm hinunter und sagte »schau hi, der Mösei packt scho o«. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Freidinger noch fünf Tiere zu kranzen. Innerhalb der letzten Woche kam bei ihm auf der Schwarzbachalm ein schwarzes Pinzgauer Kalb zur Welt. Es lag bereits zugedeckt auf einem Traktoranhänger. Während des Almabtriebs bekam das Kälbchen einen Bauchkranz. Eine Fuikl wurde an den Anhänger gebunden und Latschen schmückten den Traktor.

Von Bauer Johann Wegscheider war zu erfahren, dass eine Kuh von ihm einen Sender trägt. Von zu Hause aus konnte er per Computer den Sommer über den genauen Standort seiner Rinder feststellen. Da die Tiere immer zusammenbleiben, gab es diesbezüglich keine Probleme.

Bildtext einblenden
Prunkvoll geschmückt: Die Leitkuh.

Stolz zeigte der Bauer eine Fuikl, die die junge Bäuerin Rosina gemacht hatte. Danach ging es auch bei ihm los. Angeführt wurde der Almabtrieb von Senn Tobi. Alles verlief ruhig, aufregend wurde es nur auf der Alpenstraße, denn es herrschte reger Verkehr. Die Autofahrer gaben Acht, die Tiere und die Helfer kamen alle wohlbehalten auf den Höfen an. Bernhard Stanggassinger

Italian Trulli