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6,3 Millionen Euro flossen in das neue Regionalzentrum des Olympiastützpunkts Bayern – Schlüsselübergabe

Zukunftsstätte für den Wintersport

Berchtesgaden – Das Hauptquartier des Bob- und Schlittenverbands (BSD) für Deutschland ist am Freitag von Landrat Georg Grabner und dem BSD-Präsidenten Andreas Trautvetter offiziell eröffnet worden. Der 6,3-Millionen-Euro-Bau beherbergt zukünftig nicht nur Trainer und Sportler aus Rodel-, Bob- und Skeletonsport, sondern auch Snowboarder und Ski-Alpin-Vertreter. Zudem findet sich hier ab sofort auch das Regionalzentrum Chiemgau/Berchtesgadener Land des Olympiastützpunkts Bayern.

Symbolisch überreichte Architekt Armin Riedl Landrat Grabner einen riesigen Brezenschlüssel zur Einweihung. BSD-Vorstandsvorsitzender Thomas Schwab freut sich über sein neues Hauptquartier. (Fotos: Pfeiffer)

Landrat Georg Grabner zeigte sich im Festzelt neben dem neuen Hauptquartier begeistert von dem Millionenbau, der künftig »beste Voraussetzungen für alle am Sport Beteiligten bieten wird.« Als »Marathon- und Hürdenlauf« bezeichnete er die vergangenen Jahre. Lange Zeit sei nicht klar gewesen, ob an der Breitwiese neu gebaut werde. »Allerdings war das die einzige wirtschaftliche Lösung.« Der Bau ist zwar kein Schnäppchen, vereint aber nun alle Arbeitsbereiche des Wintersports, die zuvor an unterschiedlichen Standorten unter teils »widrigen Bedingungen« untergebracht waren. Das ehemalige Gebäude stammte aus den 70er-Jahren. Die Arbeitsbedingungen in den Werkstätten waren schlecht, weder gab es eine ordentliche Belüftung noch Schutzvorkehrungen.

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Bereits vor zehn Jahren war im Kreistag beschlossen worden, landkreiseigene Gebäude energetisch zu sanieren. »Es war immer mein großer Wunsch, dass wir einmal ein Gebäude in kompletter Holzbauweise errichten.« Mit dem BSD-Hauptquartier ist das nun gelungen. 9 000 Kubikmeter umbauter Raum umfassen mehrere Sport- und Trainingshallen, Dutzende Büros für Trainer und Verwaltung, knapp 500 Quadratmeter Werkstätten, Lagerflächen für die Sportbekleidung sowie eine eigene Physiotherapie.

Die Finanzierungsverhandlungen, sagt Grabner, seien zum Teil schwierig gewesen. 35 Prozent der Gesamtkosten würden vom Bund gezahlt werden, das sind 2,1 Millionen Euro. Mit 30 Prozent beteiligt sich der Freistaat Bayern und auch der Bob- und Schlittenverband für Deutschland muss rund 1,5 Millionen Euro für dessen Verwaltung abdrücken. Zudem kommt rund 1 Million vom Landkreis Berchtesgadener Land. »Was uns hier gelungen ist, sucht seinesgleichen«, sagte Grabner, der dem BSD eine Dauernutzung der Räumlichkeiten in Aussicht stellt.

Der Präsident des BSD, Andreas Trautvetter, bezeichnete das neue Regionalzentrum als »Meilenstein für den Sport«. Künftig soll auch intensiv mit Schulen und Universitäten zusammengearbeitet werden, um Wintersportler auszubilden. Hochmotiviert seien die Mitarbeiter, vor allem in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. Ab diesem Winter werden hier 220 Sportler stationiert.

So sieht das neue Regionalzentrum aus.

Dr. Peter Ramsauer, Mitglied des Bundestags und ehemaliger Bau- und Verkehrsminister, zeigte sich zufrieden, dass »Kosten- und Zeitplan eingehalten werden konnten.« Das neue Regionalzentrum Chiemgau/Berchtesgadener Land mit den Stützpunkten in Berchtesgaden, Inzell und Ruhpolding sei »absolute Weltspitze.« Damit könne man sicherstellen, »jederzeit Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele bei uns in der Region austragen zu können.«

Dr. Erwin Lohner vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr sagte, dass das Ergebnis »sichtbar gelungen ist.« Für Architekt Armin Riedl aus Surheim sei der Bau zwar eine Herausforderung gewesen, auch, weil es in den Verhandlungen rund um die Materialauswahl oftmals »recht heiß zugegangen ist«, dennoch konnte man die Baukosten unterbieten. 250 Handwerker von 45 verschiedenen Firmen seien an der Fertigstellung des Gebäudes beteiligt gewesen. Symbolisch überreichte Riedl Landrat Grabner einen Brezenschlüssel zur Einweihung, die vom Berchtesgadener Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob und dessen evangelischem Kollegen Peter Schulz durchgeführt wurde. Der Vorstandsvorsitzende des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland, Thomas Schwab, sagte, dass man ab sofort Sportarten übergreifend »bestens zusammenarbeiten« könne, da die Büros von Bob, Rodel, Skeleton, Snowboard, Ski Alpin und den Nordischen Kombinieren Tür an Tür seien. Kilian Pfeiffer