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Zitate Luthers, klassische Musik und Gesang

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Maria Hundmayer an der Harfe erfreute die Besucher mit bestechender Leichtigkeit ihres musikalischen Klangs. (Foto: Bauregger)

Mit einer vielschichtigen Auswahl an klassischen Werken bis hin zu zeitgenössischer Kirchenmusik, im Kontext mit Zitaten und Liedern von Martin Luther, gestalteten die Musikschule Inzell und die evangelische Kirchengemeinde Inzell zum 500. Reformationsjubiläum ein beeindruckendes Konzert.


Zu den Mitwirkenden gehörten diesmal nicht nur Lehrer, sondern auch talentierte Jungmusikanten und Gastmusiker. Musikschulleiter Heine Albrecht musste sich als erzkonservativer Katholik erst tiefer in die Materie einarbeiten, um die Tragweite der historischen Ereignisse vor 500 Jahren für beide Konfessionen zu erkennen. Schnell war ihm auch klar, dass zur Musik auch Texte Luthers unverzichtbar in das Programm eingebunden werden müssen. Dies übernahm der evangelische Pfarrer Thomas Seitz der markante Texte Luthers, etwa zum Glaubensbekenntnis, zum strafenden Gott oder Luthers Abendsegen und seine letzten Worte ausgesucht hatte.

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Den musikalischen Anfang machten in der bis auf den letzten Platz gefüllten Christuskirche Bernhard Sowa auf einer historischen Trompete zusammen mit Dr. Elke Michel-Blagrave an der Orgel mit der majestätisch und feierlich, im hohen Klangspektrum erklingenden »Suite in D-Dur« von Georg Friedrich Händel. Selbstbewusst, fein, aber auch kräftige Akzente setzend im sicheren Vortrag ließ die Schülerin Maria Hundmayer das Stück »Sonatine für Harfe« von F. Benda mit einer bestechenden Leichtigkeit erklingen.

Mutig, sicher und dynamisch trug der Nachwuchsviolinist Korbinian Kübler, begleitet vom Klavierlehrer Tim Blagrave, danach Sequenzen aus dem »Konzert für Violine Nr.1 op.7/e« von Peter Taban vor. Dass Korbinian stimmfest und selbstständig musizieren kann, bewies er auch beim Vortrag des geheimnisvoll klingenden »Duo 19 – Märchen« aus »44 Duos für Violinen« von Bèla Bartok im Zusammenspiel mit seiner Mutter und Violinlehrerin an der Musikschule, Sabine Kübler.

Mit ausdrucksstarker Dynamik und Körpersprache ließen die Musiklehrer Andreas Kapellner und Balint Garaczi auf ihren Posaunen danach den »Devil‘s Waltz fort two trombones« von S.Verhelst, einmal »teuflisch bewegt«, dann im gemütlichen Walzertakt und zudem im beeindruckenden Wechsel zwischen Baß-, Solo- oder Begleitstimme erklingen, an dessen Schluss ein satter Brasston steht. Dr. Elke Michel-Blagrave hatte sich als nächste Komposition das im modernen Swing-Rhythmus gehaltene Orgelwerk »Nun freut euch lieben Christen gmein« von Dieter Falk ausgesucht, mit dem sie viel Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Freiheit zu transportieren vermochte. Gemeinsam mit den Konzertbesuchern wurde im Anschluss das gleichnamige Lied von Martin Luther gesungen.

Nach einem weiteren Stück von Sabine Kübler bewegte sich die junge Pianistin Anna Lena Seitz mit viel Energie, nuanciertem Anschlag und einer bestechenden Dynamik durch die »Gique aus Partita Nr.1 in B-Dur, BWV 825« von Johann Sebastian Bach und meisterte auch die vielen konträren Gegenbewegungen in beiden Händen sicher. In einem weiteren Werk Bachs »aus Partita II in d-Moll, BWV 1004, Allemande« bewies erneut Sabine Kübler eindrucksvoll und ausdrucksstark, dass sie ihr Instrument genauso beherrscht wie im Anschluss Tim Blagrave das Klavier. Abgeklärt, ruhig, das Klangspektrum des Klaviers wirkungsvoll und dynamisch ausnutzend, trug er die »Sonata op.2 Nr.1« von Ludwig van Beethoven vor. Begleitet von Elke Michel- Blagrave an der Orgel intonierte Heine Albrecht mit seiner starken, fein moduliert und bewegten Baritonstimme das Lied: »Näher mein Gott zu dir, op.58n« von Berthold Waßmer. Im gegenseitig inspirierenden Zusammenspiel zwischen dem Posaunisten Andreas Kapellner und Tim Blagrave erklang die Komposition »Sang till Lotta« von Jan Sandström fein und melancholisch gefärbt. Heidi Baier widmete sich mit ihrer starken, klaren und reinen Stimme, einer bewegt-dynamischen Körpersprache und einem feinen Timbre dem Lied »Der Mond ist aufgegangen« von Johann Abraham Peter Schulz.

Als Abschluss des Konzertes spielte die Organistin Michel-Blagrave Interpretationen zum Lied: »Christ lag in Todesbanden«, komponiert von Peter Falk, in denen der ernste Charakter, die traurige Botschaft, markant durch intensiven Einsatz der tiefen Register unterstrichen wird. Dann folgte eine wohltuende Stille, bevor sich das Publikum mit einem langanhaltenden Applaus für das berührende Konzert bedankte. Werner Bauregger

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