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Mit ihrem Swing begeisterten die Lonely Lips das Publikum im NUTS. (Foto: Knuth)

Nicht HipHop, nicht Rap, nicht Heavy Metal spielten die sechs Musiker der Lonely Lips bei ihrem erneuten Gastspiel im Traunsteiner NUTS, sondern fetzige Swingmusik und alte Schlager der 40er und 50er Jahre. Musik aus längst vergangenen Tagen also, die aber immer noch aktuell ist und es auch bleiben wird.


So alt wie diese Musik ist die Band natürlich nicht; sie wurde 2002 gegründet und besteht aus den drei hübschen jungen Damen Ruth Prochaska (die mehr als fünf Oktaven singen kann), Helga Kuhn (sie studierte in München Musikdidaktik und Musikpädagogik) und Steffi Schönlinner aus Tittmoning. Die Herren der Begleitband sind um einiges älter und nicht ganz so adrett – aber das muss ja auch nicht sein. Georg Hauck gibt mit seinem Bass den Takt an, Hans Gerauer spielt Gitarre und Josef Kili ist der Hauptmusikant, mit Saxofon und Klarinette gibt er den Ton an (wenn ihn die Damen lassen).

Wenn man jetzt bei dem Bandnamen Lonely Lips an einsame Lippen dächte, so wäre dies ein Irrtum; vielmehr stammt der Name von einem gleichnamigen Lied, das sie in ihr Programm aufgenommen haben. Ihre Entstehung verdankt die Band hauptsächlich der Tatsache, dass sich die Sängerinnen in der »musikalischen Großstadt« Perach/Inn in Oberbayern kennengelernt haben. Die männlichen Begleiter haben sie in weit zerstreuten Dörfern bis hinein ins Niederbayerische und Oberösterreichische ausfindig gemacht. Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere dürfte ein Konzert zusammen mit den Swing-Legenden Hugo Strasser, Max Greger und Ambros Seelos gewesen sein.

Die Musikpalette beinhaltete überwiegend Lieder der wohl bekanntesten weiblichen Gruppe aus der Hochzeit des Swing – den Andrew Sisters. Dementsprechend wurden fast alle großen Hits der drei amerikanischen Schwestern wie »Boogy Woogie Bugle Boy«, »Rum and Coca-Cola«, »Tico, Tico« oder »In the Mood« zelebriert. Für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten die sechs Musiker, als sie nach der Pause unplugged durch das NUTS zogen und Musik aus den 20er Jahren wie »Lass mich dein Badewasser schlürfen« oder »Kleiner grüner Kaktus« von den Comedian Harmonists interpretierten, ganz ohne elektronische Hilfsmittel, nur mit Stimme und Instrumenten. Schlagartig war es ruhig im Saal, sodass jeder Ton auch bei den weiter entfernt sitzenden Zuhörern angekommen ist. Die 50er Rock'n'Roll-Jahre wurden dann unter anderem mit »Charlie Brown« von den Coasters, »Lollipop« von den Cordettes und »Tintarella di luna« von Mina besungen. Nach gut zwei Stunden Musik verabschiedeten sich die Künstler mit zwei Zugaben von dem begeisterten Publikum. H.K.