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Zehn Tote nach Zugunglück in Bad Aibling

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Bad Aibling  - Die Zahl der Toten nach dem schweren Zugunglück in Bad Aibling hat sich inzwischen auf zehn erhöht. Viele weitere Menschen wurden zum Teil schwerst verletzt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach auf einer Pressekonferenz in Bad Aibling am Dienstag von einer "schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland".


Die Unfallstelle habe laut Dobrindt ein erschreckendes Bild abgegeben. Die beiden Züge seien wohl mit hoher Geschwindigkeit aufeinandergeprallt, sagte der Minister nach einem Besuch der Unfallstelle. Dort seien Geschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometer möglich. Dobrindt dankte den rund 500 Rettungskräften. Sie seien bereits wenige Minuten nach dem Unfallort gewesen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich tief betroffen gezeigt: "Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser schweren Katastrophe und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausspreche", sagte Seehofer laut Mitteilung der Staatsregierung. "Das ist eine Tragödie für unser ganzes Land, die uns mit Trauer und Entsetzen erfüllt." Die Unglücksursache müsse nun schnell aufgeklärt werden.

Gegen 6.50 Uhr waren die beiden Züge des Meridian auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim in der Nähe des Bad Aiblinger Klärwerks zusammengestoßen. Dabei verkeilten sich die Triebwagen der beiden Züge. Ein Zug entgleiste, mehrere Waggons stürzten um.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften mit zahlreichen Hubschraubern und Krankenwagen kümmerte sich um die Verletzten. Hubschrauber brachten die Schwerverletzten in Krankenhäuser, während die zahlreichen Leichtverletzten zunächst in einer Sammelstelle versorgt wurden. Dabei half auch die Wasserwacht, die die Verletzten von der direkt an dem Flüsschen Mangfall gelegenen Unfallstelle an das gegenüberliegende Ufer brachte.
Zum Teil wurden die Opfer auch in Bergungssäcken von den Hubschraubern hochgezogen und an das andere Ufer geflogen. Die Unfallstelle ist sehr schwer zugänglich und liegt an einer Hangkante, die zur Mangfall abfällt.

Um den Opfern zu helfen, hat das Bayerische Rote Kreuz alle verfügbaren haupt- und ehrenamtlichen Kräfte in der Region zusammengezogen. "Alles, was Räder hat, ist vor Ort", sagte der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Rosenheim.

"Der Unfall ist ein Riesenschock für uns", sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), Bernd Rosenbusch. "Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen." "Das ist schon eines der großen Eisenbahnunglücke in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland und speziell bei uns in Bayern", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Für Angehörige hat der Meridian unter der Telefonnummer 0395/43 08 43 90 eine zentrale Hotline eingerichtet. Auch im Polizeipräsidium Oberbayern Süd wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 08031/200 3180 können besorgte Bürger sich nach Angehörigen erkundigen. Diese Nummer ist ausdrücklich nicht für Anfragen zu Blutspenden gedacht.