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Zauberhafte Harfenklänge für einen guten Zweck

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Marcus Langbauer (Elternbeiratsvorsitzender), Sonderschuldirektorin Silvia Bauer (Mitte) und Silke Aichhorn freuten sich über das gelungene Konzert. (Foto: Benekam)

Mit den schönen Worten »Gutes auf der Welt passiert nur, wenn Menschen für andere Menschen mehr tun als sie tun müssten«, begrüßte die Direktorin des Sonderpädagogischen Förderzentrum Traunstein, Silvia Bauer, die zahlreichen Gäste im Marstall auf Schloss Pertenstein, die sich anlässlich eines Benefizkonzerts eingefunden hatten.


Gutes taten da viele Menschen, um dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Traunstein, in dem Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf entsprechende Unterstützung erfahren, zu helfen. Mit dem Ziel, die finanziellen Mittel des Fördervereins SFZ Traunstein e.V. aufzubessern, hat Marcus Langbauer vom Elternbeirat ein Benefizkonzert mit der Harfenistin Silke Aichhorn organisiert. Der komplette Erlös kommt dem Förderverein der Förderschule zugute und soll für Aufwendungen, die vom Schulträger nicht getragen werden können, wie Sonderpädagogische Förderstunden, das Unterstützen sozial schwacher Familien sowie Klassenfahrten und andere Unternehmungen, verwendet werden.

Die international bekannte Harfenistin stieg mit einer Art Aufklärungsunterricht über ihr Instrument ins Konzert ein. Die interessierten Besucher erfuhren, dass die Harfe als ältestes Instrument gilt, ganze 40 Kilo wiegt und für sage und schreibe 33 000 Euro erworben werden kann. Das kunstvolle Holzinstrument hat sieben Pedale, jedes Pedal hat drei Positionen, sodass pro Saite drei Töne gespielt werden können. Die Harfe werde also mit flinken Händen, Füßen und schnellen Augen gespielt und das erkläre, so Aichhorn mit schelmischem Blick, wieso Harfe viel mehr als nur lange Haare und Kleid sei und weitaus mehr Frauen als Männer dieses Instrument beherrschen.

Mit Werken aus vier Jahrhunderten begeisterte sie die Zuhörer, demonstrierte die Vielseitigkeit ihres Instruments und lieferte zwischen den gespielten Werken immer wissenswerte Hintergrundinformationen über die einzelnen Stücke und ihre Komponisten. Im ersten Konzertteil kamen der »Einzug der Königin von Saba« von Georg Friedrich Händel, ursprünglich ein Werk für ein großes Orchester, eine Ballade von Alphonse Hasselmans, das »Chanson de la nuit« von Carlos Salzedo und die Moldau von Smetana zu Gehör. Besonders faszinierte die Nussknackersuite von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in der Bearbeitung Aichhorns für acht Finger und zwei Füße. In der Pause hatten die Gäste die Gelegenheit, einmal selber ein paar Harfensaiten zu zupfen. Viele nutzten die Chance, dieses wertvolle Instrument einmal aus nächster Nähe zu betrachten, es anzufassen und Silke Aichhorn beim Stimmen zuzusehen. Mit einem ruhigen Stück, »Die Nachtigall« von Leonard Cohen, ging es in den zweiten Teil. Im Anschluss spielte Aichhorn ein Werk aus dem 19. Jahrhundert von Felix Godefroid, welches in seinem Hauptthema aus dem Lied »Mein Hut, der hat drei Ecken« dem Zuhörer bekannt sein dürfte.

Bei zwei modernen amerikanischen High-Coups-Stücken konnte man wieder über die vielseitigen Spielmöglichkeiten der Harfe staunen. Da hörten sich die Töne fast wie Tierstimmen an, was nicht nur die anwesenden Kinder zum Lachen brachte. Langsam neigte sich das Konzert dem Ende zu aber bei so viel Begeisterung und Applaus kam Silke Aichhorn nicht ohne Zugabe davon. Eine der beiden Zugaben, »Staad werd’n« von Karin Schroll, hatte Wiegenliedcharakter, sodass die Gäste langsam ruhiger wurden und ein rund herum gelungener Abend zu Ende ging. Kirsten Benekam