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Zahlen, Fakten, wenig Neues

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Bürgermeister Franz Rasp Anzeiger-Fotos
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Gut besucht war das »Bräustüberl« bei der Bürgerversammlung.

Berchtesgaden - Den Rückblick auf das letzte Jahr lieferte Bürgermeister Franz Rasp während der Bürgerversammlung am Dienstag im »Bräustüberl«. Zufrieden zeigte sich der Gemeindechef in Sachen Schuldentilgung. Trotzdem liegen diese bei etwa 23 Millionen Euro. Die Volkshochschule verzeichnet eine Rekordbesucherzahl. Ansonsten: nicht viel Neues.


Derzeit zählt Berchtesgaden 7 685 Einwohner. Im vergangenen Jahr starben 76 Personen. Hingegen sind die Geburten rückläufig. Kamen 2010 noch 72 Berchtesgadener zur Welt, fiel die Zahl im letzten Jahr auf einen Tiefstand von 58 Geburten. 136 Ehen wurden geschlossen, 89 davon waren Gäste.

Die Marktbücherei konnte im letzten Jahr 195 neue Leser gewinnen. »Wir haben jetzt über 1 400 angemeldete Nutzer«, sagte Rasp. Diese können aus einem Fundus von 9  400 Medien, darunter seit Neuestem auch DVDs, wählen. Insgesamt haben Nutzer über ein modernes Ausleihsystem Zugriff auf 275 000 Medien.

In Sachen Volkshochschule zeigte sich Rasp zufrieden: Über 3 000 Nutzer verbuchte die Gemeinde im letzten Jahr. »Tendenz steigend.« Beinahe voll ausgelastet seien die Kindergärten in Berchtesgaden und der Au. Das teiloffene Konzept zahle sich aus. Nur noch einige wenige Nachmittagsplätze seien frei. »Wir müssen uns über eine mögliche Erweiterung des Kindergartens unterhalten«, so Rasp. Der Auer Grundschule wurde eine unbefristete Bestandsgarantie zugesprochen. »Wir müssen es nur schaffen, dass mindestens 26 Schüler in der Au zur Schule gehen«, sagte Rasp.

Das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land sei ein großer Erfolg. 1,1 Millionen Euro sind bislang hineingeflossen. Das Angebot werde stetig erweitert. Derzeit laufen Gespräche über eine mögliche Außenstelle der Technischen Universität München im Altbau des ehemaligen Gymnasiums.

Dank richtete Rasp an die Schulweghelfer, die das gesamte Jahr über ehrenamtliche Dienste verrichten und tagein, tagaus Kinder sicher über die Straße leiten. Neuigkeiten gab es zum Mehrgenerationenhaus »WERK 34«, das am Wochenende offiziell eröffnet wurde. »Möglich wurde das nur durch einen Gönner, der das Haus instand setzte und uns nun günstig zur Verfügung stellt.« Zunächst laufe der Mietvertrag drei Jahre lang. 60 000 Euro lässt sich der Markt Jugend- und Seniorenarbeit pro Jahr kosten.

Für die Bruderhausstiftung fällte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für deren Fortbestand. 1,1 Millionen Euro sollen etwa in die Appartements im Martin-Beer-Haus fließen. Diese werden nun saniert, neue Fenster gibt es ebenso wie Küchen. Später sollen auch neue Bäder installiert werden.

Der »Berchtesgadener Advent« soll auch in Zukunft ohne Kitsch auskommen, so Rasp, und ohne Schnickschnack sowieso. »Weihnachtsmänner wird es bei uns niemals geben.«

Das momentane Hauptthema: die Breitwiesenbrücke. Diese sei das finanziell anspruchsvollste Projekt, 1,35 Millionen Euro teuer. »Wenn es die Witterung zulässt, sind wir zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr über die neue Brücke fahren können«, meinte Rasp. Die alte Breitwiesenbrücke wird hingegen erst im kommenden Jahr abgerissen werden. Nachbesserungsbedarf gibt es beim Sportplatz an der Breitwiese. Dieser fällt auf der gesamten Länge gesehen um über einen halben Meter. Welche Maßnahmen in Zukunft auch immer erfolgen werden - der finanzielle Aufwand wird hoch sein. Vier Meter hohe Lärmschutzwände, neuer Kunstrasenplatz oder doch nur ein aufgewerteter Rasen? »Wir müssen uns darüber Gedanken machen«, so äußerte sich der Gemeindechef.

Die Zukunft der Kälbersteinschanze sei hingegen gesichert, alle Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen. Zumindest bis in das Jahr 2014. 420 000 Euro sind in die Kläranlage geflossen, 400 000 Euro in den Deckenbau der Gemeindestraßen. Auch der Breitbandausbau hat viel Geld verschlungen - in der Unterau und in der Buchenhöhe flossen über 70 000 Euro. Die Sanierung des Wasser- und des Kanalnetzes hat über 500 000 Euro in Anspruch genommen.

Gut angenommen werde die Parkgarage im Markt - »aber es könnte noch besser sein«, sagte Rasp. Vor allem das kostenfreie, 20 Minuten lange Parken. Das »Haus der Berge« befinde sich im Zeitplan, am 10. Mai 2013 soll die Eröffnung stattfinden.

Die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 17 000 Stunden Freiwilligenarbeit wurden absolviert, der Brandschutzbedarfsplan regelt den Bedarf der hiesigen Feuerwehren. Alleine in neue Schutzausrüstung wurden über 30 000 Euro gesteckt.

Berchtesgadens Schulden belaufen sich im Gesamten auf 22,9 Millionen Euro - das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2 900 Euro. Der Bayern-Durchschnitt: 750 Euro. Dank gab es am Ende für alle ehrenamtlich Tätigen, die sich engagiert haben. kp