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Wut und Ärger über eine Wahl

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Thomas Kemmerich
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Die Wahl von Thomas Kemmerich zum politischen Chef von Thüringen hat viel Ärger ausgelöst. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

»Schämt euch!« Das haben Demonstranten gerade auf Plakate geschrieben. Ihre Wut richtet sich gegen Politiker der Partei FDP. Besonders verärgert sind sie über den Chef der FDP im Bundesland Thüringen. Sein Name ist Thomas Kemmerich. Was ist da los?


Alles hängt zusammen mit einer Wahl im Parlament von Thüringen. Die Mehrheit der Abgeordneten dort wählte am Mittwoch überraschend Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten. Dabei bekam der FDP-Politiker nicht nur Stimmen aus seiner Partei und von der befreundeten Partei CDU. Auch Abgeordnete der Partei AfD stimmten für ihn.

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»Es war das erste Mal, dass die AfD die Wahl eines Ministerpräsidenten mit entschieden hat«, erklärt der Politik-Experte Philipp Adorf. »Und das hat geklappt, obwohl alle anderen Parteien vorher gesagt haben: Wir wollen nicht mit der AfD zusammenarbeiten.«

Die meisten Politikerinnen und Politiker halten die Ideen der AfD für total falsch. Sie finden etwa, dass die AfD andere Menschen ausgrenzt, zum Beispiel Flüchtlinge. Die AfD zweifelt auch an, dass sich das Klima durch den Menschen verändert. Die anderen Parteien meinen hingegen, dass wir mehr für den Klimaschutz tun müssen.

Viele Leute finden deshalb: Herr Kemmerich hätte die Wahl nicht annehmen dürfen. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel war unglücklich über die Wahl in Thüringen. Sie sagte am Donnerstag, das Ergebnis müsse rückgängig gemacht werden. Schließlich kündigte Thomas Kemmerich tatsächlich an, dass er das Amt wieder aufgeben will.

Der Ärger und die Wut sind damit aber noch nicht vorbei. »Viele Leute fürchten, dass die AfD nun nach und nach zu einer normalen Partei gemacht wird«, sagt der Fachmann. Dann könnte sie vielleicht auch irgendwann einmal mitregieren.

Ein Teil der Menschen in Deutschland fände das gar nicht schlecht. In einigen Regionen von Deutschland bekommt die Partei bei Wahlen viel Zustimmung. Daher meint der Experte: Es könnte schon sein, dass die anderen Parteien auch mal mit der AfD in einem Team zusammenarbeiten.