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Wohin mit dem ganzen Schnee?

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Schnee soweit das Auge reicht: auf den Straßen, in den Gärten und natürlich auch auf vielen privaten und öffentlichen Grundstücken sowie Gehwegen. Beinahe ohne Unterbrechung hat es seit Freitagabend in der Region geschneit, mit dem Schneeschaufeln ist man fast nicht mehr hinterhergekommen. Und viele fragen sich inzwischen: Wohin mit dem ganzen Schnee?

In Traunstein – und bestimmt auch in vielen weiteren Gemeinden – sind die Winterdienstmitarbeiter inzwischen rund um die Uhr im Einsatz, um die öffentlichen Wege von Schnee und Eis zu befreien. Das teilt Stadt-Pressesprecherin Carola Westermeier auf unsere Anfrage mit. »Unterstützt werden sie von zahlreichen Subunternehmern, die nicht nur räumen und streuen, sondern auch mit Lastwagen den Schnee aus der Stadt bringen.« Dieser wird auf dem Schwimmbadparkplatz und dem Ersatzparkplatz abgelagert. »Er muss aber auch an vielen Stellen in der Stadt – dort wo er am wenigsten stört – auf großen Haufen verbleiben«, erklärt Carola Westermeier weiter. Als Beispiele nennt sie den Stadtplatz oder den Karl-Theodor-Platz. »Wichtig ist zunächst, dass der Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen wieder läuft und dass alle Ortschaften und Weiler erreichbar sind.«

Probleme haben vor allem auch viele Grundstücksbesitzer: Die Schneeberge vor ihren Häusern wachsen scheinbar ins Unermessliche, Stellplätze und freie Flächen sind schon zugeschoben. Was nun? Laut der Stiftung Warentest sollte der Schnee auf keinen Fall auf die Fahrbahn geschoben werden, sondern im Garten gelagert oder in Absprache mit den Nachbarn gemeinsam auf einer freien Fläche ein »Schneedepot« angelegt werden. Nur den Schnee von Gehwegen darf man grundsätzlich auf dem der Fahrbahn zugewandten Rand anhäufen. Ein- und Ausfahrten, Haltestellenbereiche von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Radfahrstreifen müssen aber ebenso wie Abflussrinnen oder Kanaleinlaufschächte freigehalten werden. Außerdem darf der Verkehr durch die Schneehaufen nicht gefährdet oder erschwert werden.

Nicht nur Fußgänger haben es derzeit schwer, wenn die Gehwege nicht ordentlich geräumt sind, sondern auch viele Postboten oder Zeitungsausträger haben oft einen mühsamen Weg zum Briefkasten. Doch wann und wie oft muss geräumt werden? Laut Stiftung Warentest gibt es dafür keine klaren Regeln – einmal am Tag ist allerdings zu wenig. »Bei anhaltendem Schneefall ist mehrmals in angemessenen Zeitabständen zu räumen«, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Gefordert sind dann die Hauseigentümer, denn für sie gilt eine Räum- und Streupflicht. Können sie selbst nicht für schneefreie Wege sorgen, weil sie nicht zu Hause sind, müssen sie jemanden finden, der das übernimmt, oder ein Unternehmen beauftragen. In Traunstein müssen Gehwege an Werktagen ab 7 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ab 8 Uhr geräumt werden. In einer entsprechenden Verordnung der Stadt heißt es außerdem: »Die Sicherungsmaßnahmen sind bis 20 Uhr so oft zu wiederholen, wie es zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz erforderlich ist.« Bei Schnee, Reif oder Eisglätte sollen die Wege darüber hinaus mit Sand, Split oder anderen geeigneten Mitteln bestreut werden. Der Einsatz von Streusalz sollte auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden, so steht es in der Verordnung weiter.

Gefährlich wird es auch auf den Dächern wegen des hohen Gewichts des Schnees. Wie die Stadt Traunstein informiert, sind Gebäudeeigentümer aufgrund der Bayerischen Bauordnung verpflichtet, die Standsicherheit zu gewährleisten. Die Stadt empfiehlt, das Schneegewicht von Ingenieuren, Statikern oder Architekten messen und das Dach gegebenenfalls frühzeitig zu räumen oder räumen zu lassen, damit von ihm keine Gefahren ausgehen können. Auch Eiszapfen an Dachrinnen sollten rechtzeitig entfernt werden.

»Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, vorsichtig zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Die Verhältnisse auf den Straßen sind schwierig, aufgrund der Schneemassen ist es oft sehr eng und unübersichtlich. Dennoch gibt es derzeit auch keinen Grund zur Sorge, in unseren Breitengraden kennt man den Winter ja noch«, so Carola Westermeier.

Doch es gibt auch ein paar wenige, die sich über die Schneemassen freuen: So wurde ein riesiger Schneehaufen vor der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein gestern bereits von einigen Kindern zum »Rutscherlfahren« genutzt. jar