weather-image
21°

Willy Reicherts »Farbspiele«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Frauenfiguren sind für den Maler Willy Reichert »immer außergewöhnliche Motive«. (Foto: Morgenroth)

Der Maler Willy Reichert zeigt unter dem Motto »Farbspiele« in der Galerie im Alten Rathaus in Prien bis einschließlich Sonntag nicht nur Werke seines neuen Schaffensabschnitts, sondern gibt in systematischer Auswahl einen facettenreichen Einblick in sein mehr als vier Jahrzehnte langes künstlerisches Schaffen.


Willy Reichert schreitet den Radius seiner künstlerischen Möglichkeiten nach vielen Richtungen aus, von einer verhaltenen, stillen Poesie bis zum kräftigen Farb-Furor. So vielfältig die einzelnen Arbeiten anmuten mögen, im Gesamtüberblick ergeben sich Gemeinsamkeiten der Form und der Farbe, die auf eine tiefe innere Einheit eines Schaffensgrundes hindeuten.

Willy Reichert, 1937 in München geboren und aufgewachsen in Penzing bei Wasserburg, absolvierte 1951 seine Maler- und Grafikerlehre. 1968 war er Mitbegründer des Kunstvereines AK-68 in Wasserburg am Inn. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland begleiteten sein bisheriges Kunstschaffen und im Jahr 2013 wurde ihm die Heiserer-Medaille durch die Stadt Wasserburg verliehen.

91 Arbeiten, Aquarelle, Öl- und Acrylgemälde, Buntstiftzeichnungen und Mischtechniken aus nahezu drei Jahrzehnten lassen in der Priener Ausstellung auf vielfältige Weise die so charakteristischen Gestaltungsmerkmale des Malers Willy Reichert erkennbar werden: lichtvoll transparente, zum Bildraum geschichtete Farbflächen werden kontrapunktiert durch ein feines, auf Horizontale und Vertikale abgestelltes Bildgerüst. Mit seinen wie Momentaufnahmen einer Kristallisation anmutenden Werken schafft er Stadtansichten, Landschaften und Alltagsszenen.

Seine künstlerische Gestaltung verweist auf die Vorliebe auch für Architektur. Reicherts frühere Werke haben beinahe die Klarheit eines Kristalls, so könnte man sie mit dem Wort kristallinisch bezeichnen. Dieses Wort trifft vor allem auf die Durchsichtigkeit der Farbe zu. Sie gelingt dem Maler besonders im Aquarell und erfährt immer neue Steigerungen. Sie dient dem Künstler Reichert dazu, die sichtbare Welt, von der er ausgeht, zu verfremden, sie unwirklich und fast traumhaft zu machen, sie zu verklären.

Bei der Darstellung von Landschaften geht es ihm darum, »eine Einheit im Bild herzustellen und Verbindung zwischen realen und abstrakten Formen zu schaffen. Landschaften setzt er gerne in ein neues, imaginäres Licht. Seine Aquarelle sind geprägt von zart ineinander fließenden Übergängen. Das gleiche lässt sich bei der Farbe nachvollziehen, der eine gewisse Zartheit und Zurückhaltung eigen ist.

Die reichsten Farbklänge bieten die in den letzten Jahren entstanden figürlichen Werke, die »Frauenbilder«. Ob Torso, Akt oder Portrait, Frauen sind, wie er selbst erwähnt, »immer außergewöhnliche Motive«. Ob voluminös oder zart, liebreizend oder herb, Femme fatale oder Lolita, Vamp oder Göttin, entscheidend dabei ist für ihn wie er Frauenfiguren kompositorisch und ausdrucksstark umsetzen kann.

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Gabriele Morgenroth