weather-image

Wilde Katzen, Wiener Schmäh und Honky-Tonk

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Ein Multitalent ist die Musikerin Regina Hebein, die nicht nur am Saxofon, sondern auch als Moderatorin eine gute Figur machte. Bernadette Schlembach bestimmte mit ihrer Violine den unverwechselbaren Sound der Gruppe mit. (Foto: Strasser)

Wenn jemand denkt, es gibt nichts Neues mehr auf der Staudacher Musikbühne, der musste nur das Konzert der Wiener Country-Pop-Gruppe »Wicked Wildcats« besuchen. Singende und swingende Ladies waren ja schon öfters hier zu sehen und hören, aber drei hübsche »Wildkatzen« im hautengen Schnürmieder waren ja doch einmal ein Novum.


Eine durch mehrmalige Auftritte im Gasthaus Mühlwinkl bereits bestens bekannte Künstlerin ist die Sängerin, Gitarristin, Saxofon- und Akkordeon-Spielerin Regina Hebein, auf der Bühne die »Kitty Bad Cat Lynx«. Sie trat hier schon mit verschiedenen Musikern auf, unter anderem vor genau fünf Jahren mit den »Wicked Wildcats«, damals jedoch in anderer Besetzung. Mit reichlich »Wiener Schmäh« lockerte die fröhliche Moderatorin ihr abwechslungsreiches Musikprogramm auf.

Anzeige

Zum ersten Mal war das »Küken« der Band mit dabei, die junge und bezaubernde Yasemin Lausch alias »Curly Kid Cat«. Etwas versteckt im Hintergrund gab sie stets lächelnd mit ihrem Schlagzeug den Rhythmus vor und zeigte damit auf, dass der Umgang mit den Drumsticks keine Männerdomäne sein muss. Als dritte Lady im Bunde, markant auffallend mit ihrem feuerrotem Haar, bestimmte die quirlige »Ruby Red Cat« oder Bernadette Schlembach, wie sie im bürgerlichen Leben heißt, mit ihrer Violine den unverwechselbaren Sound der »Wicked Wildcats« mit.

Damit das Sextett komplett war, standen den drei Damen zum Ausgleich drei Gentlemen zur Seite. Franz Leeb, auch genannt »Big Frank Lion«, stand an seiner außergewöhnlichen Double Lap Steel Guitar, wechselte bei dem Rock´n´Roll-Song »Crazy ´bout your baby« zum Banjo und auch seine Mandoline kam im Laufe des Abends mehrfach zum Einsatz. »Duke Mc. Evans« (Gerhard Benji Hösel) zupfte und schlug sein mächtiges Instrument, einen Kontrabass, und trug ausführlich mit Anekdoten über die Band und das Leben im Allgemeinen zu der lockeren »Partystimmung« bei.

Bekannte Songs wie der Beatles-Hit »Lady Madonna« wurde kurzerhand zum wienerisch umgetexteten »I wui mei Ruah«, ein »Kummerlied aller allein erziehenden Mütter«, wie Regina Hebein es formulierte. Der Rock-Klassiker »Roll over Beethoven« wurde von Franz Leeb und dem Gitarristen Erich Zinner alias »Reverend Evil« in eine ungewöhnliche Swing-Rap-Version verwandelt und entsprechend wiedergegeben. Großen Applaus gab es für »Hello Kitty Lynx«, einer Adaption von »Hello Mary Lou«, bei der Regina mit vollem Körpereinsatz ihr Saxofon blies oder bei ihrer Eigenkomposition »Vogeltoni«, die sie abwechselnd sang und pfiff.

Keine Spur also von »verrückten Wildkatzen«, mit kultigen Songs und österreichischem Charme sorgten die sechs Musiker im Western-Outfit für einen kurzweiligen Abend. Reiner Strasser

Italian Trulli