weather-image
16°

Wieder ein Graf an der Spitze

Bischofswiesen (GZV/GD) - 1985 hatte Stefan Graf den Geflügelzuchtverein Berchtesgaden gegründet. Bis 1993 leitete er die Geschicke des Vereins als 1. Vorstand. Seit der kürzlich stattgefundenen Jahreshauptversammlung bekleidet sein Neffe Alois Graf dieses Amt. Auch der Rest der Vorstandschaft wurde neu gewählt.

Die neue Vorstandschaft (v.l.): Gerd Murf, Georg Hanslmeier, Daniela Graf, Theresa Horstmann, Alois Graf, Hans Angerer, Matthias Aschauer, Katrin Planitscher, Tobias Fegg. Fotos: privat

Eduard Landes begrüßte die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Berchtesgaden im Gasthaus »Schönfeldspitze«, wo die Vorstandschaft einstimmig und mit Applaus entlastet wurde. Eduard Landes war es ein besonderes Anliegen, sich vor der anstehenden Neuwahl bei seiner Vorstandschaft für die langjährige, gute Zusammenarbeit zu bedanken. Seit 2008 hatte sich Jakob Renoth als 2. Vorstand engagiert, 16 Jahre lang setzte sich Christa Renoth als Schriftführerin für die Belange des Vereins ein, kümmerte sich um den Schriftverkehr und sorgte mit ihrem ausgleichenden Wesen für gute Stimmung. Gründungsmitglied Georg Hanslmeier war von Anfang an Kassier, erledigte seine Aufgabe zuverlässig und gewissenhaft. Landes lobte seine Pünktlichkeit: »Dass du zu spät kommst, habe ich in 30 Jahren nicht einmal erlebt.«

Anzeige

Mit Freude nahm Eduard Landes zwei besondere Ehrungen vor: Georg Hanslmeier und Hans Angerer bekamen im Rahmen der Versammlung für ihre züchterischen Leistungen die Silberne Ehrennadel des Bundes der Deutschen Rassegeflügelzucht überreicht.

Anekdoten aus 28 Jahren Vereinsgeschichte lockerten den Abschied von Eduard Landes auf. Besonders Gründungsvorstand Stefan Graf hatte den geselligen Aspekt stark betont. Unvergessen bleibt der Ausflug zum Gockelwettkrähen nach Gundelfingen. Der Mensch kam pünktlich an, der Gockel wurde zu Hause im Stall vergessen. Für Lacher sorgte auch der Tombolagewinn eines Vereinsmitgliedes: Er gewann bei der Versteigerung seine eigenen Tiere. Geschmunzelt wurde ebenfalls über ein Martiniessen, das einem Teilnehmer wohl in besonderer Erinnerung geblieben sein muss: Er hatte nämlich am Tag zuvor seine Prothese verloren und konnte nur hinter vorgehaltener Hand lachen.

Geselligkeit spielte immer schon eine große Rolle. Landes erinnerte an zahlreiche Ausflüge, Vereinsfahren und Martiniessen. Auch an vielen Festen hat sich der Verein beteiligt. Ein Ereignis ragt hier besonders heraus: Zum zehnjährigen Bestehen richtete der Verein eine Ausstellung im Saal des »Bräustüberls« aus. Dabei wurden etwa 400 Tiere ausgestellt, die Resonanz der Bevölkerung war groß.

Allerdings musste sich Eduard Landes auch mit nicht so schönen Dingen beschäftigen. 1994 wurde diskutiert, ob eine Zusammenlegung mit den Freilassinger Zuchtfreunden die geeignete Lösung wäre. Auch verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel die Vogelgrippe machten die Geflügelhaltung und -zucht nicht immer einfach.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kündigte Eduard Landes die Neuwahlen an. Einerseits gehe für ihn ein schöner Abschnitt zu Ende, andererseits sei er sehr froh, dass sich junge, geeignete Leute für die Übernahme der frei werdenden Ämter zur Verfügung stellten. Denn der Fortbestand des Vereins liege ihm nach wie vor am Herzen. Dank Wahlleiter Uwe Horstmann konnte die Neuwahl zügig durchgeführt werden. Jeweils einstimmig wurden die vorgeschlagenen Kandidaten in ihre Ämter gewählt (Ergebnis siehe Kasten).

Der neue 1. Vorstand Alois Graf kündigte an, dass auf alle Fälle eine Almwanderung, ein Grillfest und das Martiniessen stattfinden werden. Der gesellige Aspekt wird also auch weiterhin nicht zu kurz kommen.