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Wie werde ich Hufschmied/in?

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Neue Eisen
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Pferde brauchen regelmäßig neue Eisen: Hufbeschlagschmiede sind deshalb gefragte Fachkräfte. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Am Bandschleifer
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Hier bearbeitet der angehende Hufschmied Tim Bishop das angepasste Hufeisen am mobilen, elektrischen Bandschleifer, um Kanten zu entfernen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Mit Herzblut
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Tim Bishop genießt als angehender Hufschmied die Arbeit mit Tieren. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Körpereinsatz ist gefragt
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Der angehende Hufschmied Tim Bishop bearbeitet das glühende Eisen auf dem Amboss mit dem Hammer. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Handwerk mit Tradition
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Am Anfang muss das alte Hufeisen entfernt und dann, wie hier, der Huf geschnitten und gesäubert werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Kraftakt
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Nachdem die neuen Hufeisen aufgenagelt wurden, werden die herausstehenden Spitzen der Hufnägel entfernt und dann mit der Spezialzange vernietet. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Die Pferde bleiben ruhig.
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Nachdem die neuen Eisen geschmiedet wurden, brennen Tim Bishop und Hufschmiedmeister Jens Ruppel (r) sie auf den Huf auf. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Pferdepediküre
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Nachdem die neuen Hufeisen aufgenagelt wurden, raspelt der angehende Hufschmied Tim Bishop noch das überstehende Horn ab. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Hufnägel
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Die Hufnägel liegen bei der Arbeit der Hufschmiede in Griffnähe. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Handwerk mit Tradition
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Tim Bishop, angehender Hufschmied, hilft beim Beschlagen der Pferde auf einem Reiterhof im hessischen Friedberg. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Arbeitsplatz Reiterhof
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Der angehende Hufschmied Tim Bishop arbeitet beim Beschlagen der Pferde mit Meister Jens Ruppel (2.v.l.) und dessen Sohn Pascal Ruppel (l) zusammen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Zwischen Pferden und Stallgeruch
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Der gelernte Kfz-Mechatroniker Tim Bishop macht eine Weiterbildung zum Hufschmied. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa
Arbeitsalltag
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Zwei Jahre lang begleitet Tim Bishop einen Hufbeschlagschmied im Arbeitsalltag. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Foto: dpa

Wer Hufschmied werden will, dem sollten Pferde am Herzen liegen. Der Einstieg in den Beruf ist nicht gerade einfach. Später werden erfolgreiche Tage aber mit Stallgeruch und gutem Geld entlohnt.


Birstein/Dortmund (dpa/tmn) - Für Hufschmiede liegt das Glück der Erde nicht auf dem Rücken der Pferde, sondern vielmehr unter ihren Hufen. Das könnte man zumindest meinen, wenn man hört, wie Daniel Dejos über seinen Beruf spricht.

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Seit 50 Jahren ist er als Hufschmied tätig und für ihn ist die Sache klar: »Hufschmied ist der beste Beruf der Welt, es gibt keinen schöneren.«

Ohne Herzblut sollte man diesen Beruf seiner Ansicht nach allerdings nicht ausüben. »Er verlangt einiges an Konstitution und auch an Bereitschaft, an ungemütlichen Orten in nicht gerade entspannter Körperhaltung zu arbeiten.« Dejos bedauert, dass seine Zunft Nachwuchssorgen beklagen muss. »Keiner will sich mehr die Hände dreckig machen, dabei kann man wirklich gutes Geld in diesem Beruf verdienen.«

Hufschmied: Eine Weiterbildung nach der Ausbildung

Bevor es allerdings so weit ist, muss der Hufschmied-Nachwuchs einiges leisten. Wer sich später »staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied« nennen will, absolviert nicht wie in anderen Berufen eine duale Ausbildung, sondern eine Weiterbildung.

Voraussetzung dafür ist grundsätzlich eine erste abgeschlossene Berufsausbildung oder ein vergleichbarer Abschluss, etwa ein Studium. Dann gilt es einen vierwöchigen Vorbereitungslehrgang zu absolvieren und zwei Jahre lang Praxiserfahrung im Beruf zu sammeln.

Wer eine Berufsausbildung im Metallbauerhandwerk der Fachrichtung Metallgestaltung absolviert und im Kernbereich bei einem Hufschmied lernt, kann die staatliche Prüfung bereits nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung und einem Vorbereitungslehrgang ablegen.

Praktikumsplatz beim Hufschmied-Meister

Eine Praktikumsplatz beim Hufschmied zu ergattern, ist in manchen Regionen nicht einfach, sagt Tim Bishop. Der 24-Jährige aus dem hessischen Birstein hat es erst im dritten Anlauf geschafft.

»Viele Hufschmiede sind als Einzelkämpfer unterwegs. Wenn sie jemanden zwei Jahre mitlaufen lassen, hat dieser Anspruch auf eine sozialversicherungspflichtige Anstellung mit Mindestlohn, das kann unter Umständen eine Herausforderung sein«, sagt er.

Bislang war der gelernte Kfz-Mechatroniker bei einer Montagefirma angestellt. Durch seine reitbegeisterte Freundin hat er seine alte Kindheitsliebe zu Pferden wiederaufgefrischt. »Ich mag Pferde, es sind tolle Tiere, keins ist bösartig oder hinterhältig. Es ist herrlich mit ihnen zu arbeiten, denn sie geben sofort Feedback. Bin ich hektisch, wird es das Pferd auch.«

Zwei Schnupperpraktika hat er im vergangenen Jahr absolviert, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob er auf dem richtigen Weg ist. »Das bin ich definitiv, Hufschmied ist ein toller Beruf.«

Individuelle Pflege für den Pferdehuf

Was hat ein Hufschmied also genau zu tun? »Wir haben vorgefertigte Hufeisen in den verschiedenen Größen für die Tierhufe, zudem Nägel. Diese werden individuell angepasst und in Form geschmiedet. Denn kein Huf ist wie der andere. Wir sehen an der Form, wie das Pferd auftritt«, erklärt Bishop.

Bevor das Tier neue Hufeisen erhält, müssen die alten abgenommen werden. Das ist eine Aufgabe, die der angehende Hufschmied schon als Anfänger übernehmen kann, wie auch das Kürzen des Horns.

Erfahrene Hufschmiede sind zudem therapeutisch tätig. Sie haben orthopädisches Fachwissen und kümmern sich um Stellungsfehler oder Hufkrankheiten, etwa indem sie spezielle Beschläge anbringen und so den Heilungsprozess unterstützen.

Arbeit in Ställen, Reitschulen oder auf Sportfeldern

Tim Bishop mag an seiner neuen Tätigkeit, dass jeder Tag Abwechslung bringt. Er arbeitet in großen Ställen, an Reitschulen, ab und zu ist auch mal ein Sportfeld dabei. »Das Miteinander von allen Leuten, denen das Wohlergehen des Pferdes am Herzen liegt, gefällt mir gut.« Dass er abends nach Stall rieche, mache ihm gar nichts aus.

Die Begeisterung für Pferde nennt auch Hufbeschlagschmied Christoph Schweppe als Grundvoraussetzung für diesen Beruf. Er betreibt in der fünften Generation die Hufbeschlagschule Schweppe in Dortmund.

Dort können angehende Hufschmiede die für ihren staatlichen Abschluss erforderlichen Einführungs- und Vorbereitungslehrgänge absolvieren. 80 Stunden praktische Unterweisung und 80 Stunden Theorie gehören zum Einführungslehrgang, der Vorbereitungslehrgang umfasst noch einmal vier Monate und 640 Stunden.

An der Hufbeschlagschule Schweppe belaufen sich die Lehrgangskosten für die Einführung derzeit den Angaben zufolge auf 1195 Euro, für den Vorbereitungslehrgang werden 4100 Euro fällig. Erst nach der Teilnahme an den Weiterbildungsprüfungen kann die staatliche Prüfung zum Hufschmied oder zur Hufschmiedin absolviert werden.

© dpa-infocom, dpa:210219-99-509342/2

Berufsbild bei Berufenet

Webseite Hufschmiede Vereinigung e.V.

Webseite Hufbeschlagschmiede Schweppe

Infos beim Gesamtverband Metall

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