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Wie der Vater, so der Sohn

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Der neue Cheftrainer der deutschen Skispringer, Stefan Horngacher aus Österreich, hofft sehr, dass die große Schanze am Kälberstein nach einer nötigen Modernisierung erhalten bleibt. (Fotos: Wechslinger)
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Am letzten Dienstag übertraf Amadeus Horngacher am Kälberstein den aktuellen Schanzenrekord um eineinhalb Meter und landete bei 70 Metern.

Stefan Horngacher ist Nachfolger von Werner Schuster als Cheftrainer der deutschen Skipringer. Diese Woche betreute er den österreichischen Nachwuchs beim Training am Kälberstein. Mit dabei auch Horngachers zwölfjähriger Sohn Andreas, der ganz nebenbei auf der 64-Meter-Schanze neuen Schanzenrekord sprang.


14 Jahre segelte Stefan Horngacher (49) erfolgreich für den österreichischen Skiverband über die Schanzen. Er gewann in einer sehr erfolgreichen Karriere zwei olympische Medaillen und fünf Weltmeisterschaftsmedaillen. Nach seinem Karriereende wechselte Horngacher ins Trainergeschäft und war in Österreich, Deutschland und zuletzt drei Jahre sehr erfolgreich in Polen tätig. Im April dieses Jahres hat Horngacher von seinem ehemaligen Cheftrainer Werner Schuster das Amt des Bundestrainers Skispringen beim Deutschen Skiverband (DSV) übernommen.

Obwohl Stefan Horngacher derzeit Urlaub hat, betreute er am Kälberstein eine Nachwuchsgruppe des österreichischen Skiverbandes, darunter sein zwölfjähriger Sohn Amadeus. Der kleine Horngacher ist ein Bewegungstalent und hat sich erst im letzten Jahr voll und ganz dem Sprunglauf verschrieben. Horngacher junior machte auf der 64–Meter-Schanze einen nachhaltig guten Eindruck und sprang auf 70 Meter, der Schanzenrekord von Fabian Seidl vom SC Auerbach stand seit 2015 bei 68,5 Metern. Natürlich gibt Stefan Horngacher seinem Filius Tipps, schützt ihn aber auch vor zu hohen Erwartungen. »Amadeus soll sich altersgerecht entwickeln, auf keinen Fall soll er zu früh auf die großen Schanzen. Ich denke, Amadeus ist noch fanatischer als ich es war«, so der Vater, der auch in höchsten Tönen vom Stützpunkt Kälberstein schwärmt. Die große Schanze am Kälberstein zu schließen, wäre nach Meinung des Skisprungspezialisten ein großer Fehler und wäre auch sehr schade.

Schon weil es die nächste Trainingsstätte der Springer vom Skigymnasium des CJD ist. »Fast alle deutschen Topspringer kommen doch vom CJD und haben hier oft trainiert«, so der Cheftrainer, der natürlich weiß, dass man Geld in die Hand nehmen muss, um die Schanze wieder auf das heutige Level zu bringen. Aber machbar sei es, denn die Schanze sei immer noch sehr gut.

Stefan Horngacher ist zu seiner aktiven Zeit immer gerne am Kälberstein gesprungen und war immer top platziert. Im August 1991 gewann er sogar das Internationale Sommerskispringen auf der großen Schanze vor Andreas Goldberger und Ernst Vettori.

Jetzt freut sich der Österreicher auf die Aufgabe beim Deutschen Skiverband. »Wir werden das Skispringen nicht neu erfinden, aber ich bin überzeugt, dass die deutschen Skispringer wieder gut dabei sind«, so der Cheftrainer. Fehlen wird allerdings in der nächsten Saison Andreas Wellinger, der sich nach einer schweren Verletzung in der Rehabilitation befindet. Horngacher hat seinen Top-Springer auf der Reise nach Berchtesgaden im Thalgau besucht. Christian Wechslinger