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Werder verliert gegen Wolfsburg wichtige Punkte

Bremen (dpa) - Die Bremer Profis standen nach dem Abpfiff ratlos auf dem Rasen. Innerhalb von vier Tagen kassierten sie die zweite Niederlage und stecken nach dem 1:3 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg wieder mitten im Abstiegskampf.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg
Die Wolfsburger (l-r) Ivica Olic, Naldo und Ivan Perisic jubeln mit dem Torschützen zum 1:0 Junior Malanda. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Beim Jubiläums-Spiel von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking gingen erneut wichtige Punkte verloren. «Das war nicht dolle», sagte Spielmacher Aaron Hunt. «Wir haben keinen Zugang zu diesem Spiel gefunden. Ich habe manchmal das Gefühl, dass zu wenige den Ball haben wollen.»

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Die Bremer unterlagen beim 250. Spiel des VfL-Coaches Hecking völlig verdient und trafen nur durch Sebastian Prödl (16.). Wolfsburg kam dank der Treffer von Junior Malanda (2.), Ivan Perisic (10.) und Maximilian Arnold (80.) nach vier Spielen ohne Sieg wieder zu drei Punkten und meldete sich bei der Jagd auf einen Europapokal-Platz zurück.

Der ehemalige Werder-Chef Klaus Allofs erlebte an seinem einstigen Arbeitsplatz eine anfangs turbulente Partie mit einem Traumstart für sein neues VfL-Team. Die beiden norddeutschen Mannschaften boten eine einsatzbetonte Begegnung, die in der ersten Halbzeit mehr Unterhaltungswert bot als nach dem Wechsel.

Die 37 270 Zuschauer hatten kaum ihre Plätze eingenommen, da fiel bereits der erste Treffer. Junior Malanda traf bei seinem zweiten Spiel in der Wolfsburger Startelf nach Ecke von Ricardo Rodriguez per Kopf und profitierte davon, dass Prödl den Ball des Belgiers aus rund zehn Metern noch abfälschte.

Die Bremer waren davon so geschockt, dass sie auch beim zweiten VfL-Treffer kaum Gegenwehr zeigten und Perisic die Vorarbeit von Maximilian Arnold nutzen konnte. «Man muss kein Fußball-Experte sein, um festzustellen, dass die Anfangsphase eine Vollkatastrophe war», stellte Werder-Kapitän Clemens Fritz im TV-Sender sky selbstkritisch fest. Erst nach dem deutlichen Rückstand kamen die Gastgeber mit ihren drei neuen Spielern im Vergleich zur Niederlage in Freiburg etwas besser ins Spiel.

Werder profitierte dabei von einem Patzer des später verletzt ausgewechselten Diego Benaglio: Der Schweizer Nationaltorhüter verlor einen Luftzweikampf gegen Prödl, der die Freistoßflanke von Ludovic Obraniak einköpfte und sein Team zwischenzeitlich wieder ins Spiel brachte.

Die Wolfsburger, die auf den gesperrten Ex-Bremer Kevin De Bruyne verzichten mussten, versäumten es, den vielversprechenden Start frühzeitig zu nutzen und nachzulegen. Sie ließen den Bremern zu viel Raum und Gelegenheiten, nach dem Anfangsschock wieder ins Spiel zu finden und nutzten ihre technische Überlegenheit erst in der Schlussphase: Arnold sorgte mit einem fulminanten Schuss für die Entscheidung.

Der Gastgeber spielte insgesamt zu ungenau und mit zu vielen technischen Fehlern. Viele Offensivaktionen endeten bereits, bevor die Bremer den VfL-Strafraum erreichten. Der von den Werder-Fans besonders beobachtete Abwehrchef Naldo, der in besseren Zeiten für die Bremer spielte, bekam nicht besonders viel zu tun.

Auch der für Benaglio zur Halbzeit gekommene Ersatzkeeper Max Grün musste bei seinem ersten Bundesligaspiel für den VfL wenig eingreifen, weil die Bremer Nils Petersen und Franco di Santo sich nicht durchsetzen konnten oder zu ungenau zielten: Petersen hatte Pech bei einem Kopfball an die Latte (63.).

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 39,4 - 60,6

Torschüsse: 6 - 19

gew. Zweikämpfe in %: 43,9 - 56,1

Fouls: 18 - 19

Ecken: 3 - 8

Quelle: optasports.com