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Wer in Quarantäne ist: Coronatest künftig frühestens ab Tag fünf

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Ab Montag gelten für Einreisende aus Risikogebieten neue Bestimmungen. Foto: dpa

Verwirrung sorgte eine Regeländerung um die Anzahl der Coronatests, die für Kontaktpersonen der Kategorie 1 nun gelten. Ein Elternpaar hatte sich an die Redaktion gewandt, dessen Tochter als Kontakt der Kategorie 1 in Quarantäne muss. Zunächst hieß es, das Kind, dessen Kita-Gruppe komplett unter Quarantäne gestellt wurde wegen eines Coronafalls innerhalb der Gruppe, solle unmittelbar nach der Ermittlung getestet werden. Zudem sei ein zweiter Test nach einer Woche nötig.

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Dann wurde diese Angabe vom Gesundheitsamt revidiert, die Weisung nun: es sei nur noch ein Test nötig, und zwar zwischen Tag fünf und sieben während der 14-tägigen Quarantäne. Das Kind war aber inzwischen schon getestet, jedoch an Tag 1 der Quarantäne. War der test nun zu früh und damit nicht »gültig«? Die Eltern waren verwirrt und wussten nicht, welche Regelung nun gilt. Das Traunsteiner Tagblatt hat beim Gesundheitsamt nachgefragt.

Dort wurde unserer Redaktion bestätigt, dass sich die Regelung seit Montag, 2. November, geändert habe. Dies wurde dem Gesundheitsamt allerdings auch erst am Montag mitgeteilt, so dass es hier eine Überschneidung gab und daher widersprüchlich erscheinende Informationen mitgeteilt wurden.

Grundsätzlich gilt nun: Asymptomatische Kontaktpersonen der Kategorie 1 – das sind alle Kontaktpersonen, die in Quarantäne sind, aber (noch) keine Symptome haben – sind am Tag 5 bis 7 ihrer Quarantäne auf SARS-CoV-2 zu testen. Ein einmaliger Test reicht hier.

Anderes gilt für medizinisches Personal bzw. Pflegepersonal. Hier ist zusätzlich gegen Ende der Quarantäne (ca. Tag zehn bis zwölf) vor Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu testen.

- Bei Kontaktpersonen der Kategorie 1: Haushaltsmitglieder von Covid-19 positiv getesteten Personen, die nicht erkranken (oder mit Atemwegssymptomen erkranken, aber negativ auf SARS-CoV-2 getestet sind), gehen für 14 Tage nach Symptombeginn des Primärfalls in Quarantäne, unabhängig vom Auftreten weiterer Fälle im Haushalt. Ist der Primärfall asymp-tomatisch, wird die Quarantäne für 14 Tage nach Abstrichtag angeordnet.

- Bei haushaltsfremden Kontaktpersonen wird eine 14-tägige Quarantäne ab Letztkontakt zu Covid-19 positiv getesteten Personen angeordnet.

Grundsätzlich gilt: Keine negative Testung, egal zu welchem Zeitpunkt, hebt eine der angeordneten Quarantänemaßnahmen auf.

Und was bedeutet dies für Fälle, die noch in die Übergangszeit zwischen alter und neuer Regelung fallen? Hier heißt es aus dem Landratsamt: »Sie sollen sich an die Testpflicht an Tag fünf bis sieben halten. Es ist aber nicht verboten, sich auch an Tag 1 nach Ermittlung zu testen, es ist lediglich nicht mehr verpflichtend.«

Neuerungen bei Einreisequarantäneverordnung

Änderungen gibt es ab Montag auch hinsichtlich der Einreisequarantäneverordnung. Demnach müssen sich Personen, die sich innerhalb von zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, unverzüglich nach der Einreise in häusliche Quarantäne begeben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ständig dort häuslich absondern.

Es besteht außerdem die Verpflichtung, unverzüglich das zuständige Landratsamt zu kontaktieren und auf die Pflicht zur häuslichen Absonderung hinzuweisen. Die Quarantäne-Pflicht endet frühestens ab dem fünften Tag nach der Einreise, wenn die betroffene Person über ein negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verfügt und dieses dem zuständigen Landratsamt auf Verlangen unverzüglich vorlegt. Die molekularbiologische Testung (PCR-Test) darf frühestens fünf Tage nach der Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein.

Für folgende Personengruppen besteht laut EQV jedoch keine Quarantänepflicht:

- Durchreisende: Personen, die nur zur Durchreise in den Freistaat Bayern einreisen und auf unmittelbarem Weg wieder verlassen.

- Aufenthalt unter 24 Stunden: Personen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden in das Bundesgebiet einreisen (z. B. für Einkäufe).

- »Verwandten«-Besuche: Personen, die sich weniger als 72 Stunden in Deutschland aufhalten und dabei Verwandte ersten Grades, Ehegatten, Lebensgefährten oder Kinder besuchen.

- Grenzpendler: Personen, die ihren Wohnsitz in Bayern haben und sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder Ausbildung, an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder Ausbildungsstätte in einem Risikogebiet im Ausland begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich an ihren Wohnsitz zurückkehren.

- Grenzgänger: Personen, die ihren Wohnsitz in einem Risikogebiet im Ausland haben und die sich zwingend notwendig zum Zwecke ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung in den Freistaat Bayern begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich an ihren Wohnsitz zurückkehren.

Die sogenannten »Grenzgänger« sind jedoch verpflichtet, sich unaufgefordert regelmäßig in jeder Kalenderwoche auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 testen zu lassen und das Testergebnis der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle auf Verlangen unverzüglich vorzulegen. Der Test darf höchstens 48 Stunden vor Beginn der Einreise vorgenommen worden sein und ist wöchentlich zu wiederholen. Außerdem ist das negative Testergebnis für mindestens 14 Tage nach der Einreise aufzubewahren. vew