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Wenn Königinnen das Christkind besucht hätten

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Ein eingespieltes Team in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS: Ernst Jani und die »Herren Wunderlich«. (Foto: Heigl)

Einen Ast, nein, einen ganzen Wald lachte sich das Publikum in der ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS beim gemeinsamen Auftritt von Ernst Jani und den »Herren Wunderlich«, die mit ihrem Programm »Weihnachten ganz verWunderlich« das Publikum begeisterten.


Die Künstler waren schon zum 13. Mal in dieser Formation im NUTS und gehören, wie NUTS-Mitbegründerin Christa Fuchs eingangs schmunzelnd bemerkte, bereits zum Inventar des Theaters, das nächstes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern wird. Für die von Jani angekündigten »vorweihnachtlichen Dissonanzen« hatte dieser wieder einmal ein literarisches Päckchen voller Boshaftigkeiten geschnürt, dessen Inhalt er wie immer unnachahmlich augenrollend und gestikulierend vortrug.

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Ein Abend für Adventsaktivisten, Weihnachtsfanatiker, Krippenspielromantiker und Heiligabend-Verweigerer, so Jani, der mit seinen Geschichten über den »idealen Wuchs« eines Weihnachtsbaumes – extrem beleuchtetes Nadelgehölz mit Religionshintergrund – und seinen Whisky-getränkten Kuchenbackversuchen für nicht enden wollende Heiterkeit im Publikum sorgte.

Musikalität, Sangesfreude, Ulk, Nonsens und eine Priese Ernsthaftigkeit waren die Zutaten, mit denen die Herren Wunderlich ihr ganz spezielles »Weihnachtspäckchen« für das Publikum geschnürt hatten. Mit dem »Crazy Weihnachtsblues«, kleinen witzig abgewandelten Weihnachtslieder-Medleys aus »Last Christmas« und »Travel home for Christmas« sowie einer sehr speziellen Version von »Stille Nacht« strapazierten auch sie die Lachmuskeln der Zuhörer auf das Äußerste. Um auf ihren Auftritt im NUTS am Neujahrstag hinzuweisen, in dem sie Lieder aus den 20er und 30er Jahren zum Besten geben werden, gaben sie schon mal eine kleine Kostprobe. Aus dem »Kleinen grünen Kaktus« machten sie zum Anlass passend einen »Kleinen grünen Christbaum« und das Gelächter im Publikum wurde noch größer, als sich einer der Sänger dann doch noch versang und im ursprünglichen Text landete.

Davor sinnierte Jani zwerchfellerheiternd, was anders gewesen wäre, wenn sich statt der Heiligen Drei Könige drei Königinnen auf den Weg zum Christkind gemacht hätten: Sie hätten einfach nach dem Weg gefragt, wären so rechtzeitig angekommen, hätten dann bei der Geburt geholfen, den Stall sauber gemacht und zudem noch nützliche Geschenke mitgebracht. Eine geradezu köstliche Vorstellung. Ja, und wann die ersten Tränen fließen an Weihnachten, das wusste Jani auch, nämlich wenn Winnetou stirbt und Sissi heiratet.

Mit einem gemeinsam gesungenen »We wish you a merry Christmas« verabschiedeten sich Jani und die Herren Wunderlich vom total hingerissenen Publikum. Barbara Heigl

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