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Wenn die Amélie auf die Akropolis…

Und wieder einmal ging für viele die rauschende Silvesternacht erst mit dem traditionellen Neujahrskonzert der Herren Wunderlich aus dem schönen Kufstein in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS zu Ende. 25 Mal traten Die Herren Wunderlich bereits im NUTS auf, davon zum achten Mal in Folge mit dem Neujahrskonzert, das zudem den passenden Auftakt für das Feierjahr des Tiroler Trios bildete, denn bis zum nächsten Silvesterabend feiern die befrackten Herren »15 Jahre DHW«.

Die Herren Wunderlich starteten im NUTS ihre Tournee zum 15-jährigen Bestehen des Trios. (Foto: Ortner)

»Alte Klamotten« aus ihren Anfangstagen haben sie ausgepackt, und davon reichlich und sehr gelungene. Von Tanz-Gigolos sangen sie und schwärmten von gelben Bananen und Greta Garbo ebenso, wie von »Wochenend und Sonnenschein«. Josef Hacklinger tönte vollmundig »Ich brech' die Herzen der stolzesten Fraun«, Herbert Oberhofer prahlte »Für einen richt'gen Mann gibt es keinen Ersatz« und Georg Anker schwärmte »Ich hör so gern Musik (weil man dabei so schön träumen kann)«. Natürlich war, wie bei den Schlagern der 20er Jahre üblich, nicht alles immer jugendfrei und auch ein klein bisschen frivol, aber sehr schön verpackt in der großen bunten Nostalgiekiste der blumigen Liedersprache, die von Kakteen und »Feigenblättern mit Muscheln auf einer Bambusklitsche« erzählt. Dazwischen recht unterhaltsame Spontanreime über die »Frau des Potifati«, die sich in der »Bar zum Krokodil« ins Thebener Nachtleben stürzt. »Theben war für Memphis was die Wurst zum Senf.«

Die lebensfrohe »Amélie« (und ihr Knie)-Trilogie durfte ebenso wenig fehlen wie die liebevollen Hommagen an Conny Froboess und Peter Kraus. In familiärer und recht entspannter Atmosphäre sangen viele Besucher spontan mit, wenn es um den »Kriminaltango« ging, die »Zwei kleinen Italiener« oder gar die mit aufrichtiger Freude und Inbrunst vom Publikum mitgetragenen »Caprifischer«.

Gimmicks, Comics, flapsige Sprüche und elegant vertuschte kleine Pannen sind von jeher das Markenzeichen der »Wunderlichen«, ob sie nun Wischperl, Tröten und andere Geräuschwunder aus der Tiefe ihres baufälligen Reisekoffers zaubern, selbst schräge Töne produzieren, oder sich auch nur urkomische Verbalschlachten über »Haarausgleich« und andere Nettigkeiten oder (nicht) alltägliche und/oder (un)wahre Begebenheiten liefern – der Heiterkeit sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt, wie auch der tragikomische »Letzte Abschiedskuss« mit vielen künstlichen Tränen eindrucksvoll und bauchmuskelstrapazierend zeigte.

Von reichlich Lachtränen und freudigem Johlen begleitet war auch die »große Zugabenrunde«, die nach einigen unterhaltsamen Stücken in der äußerst gelungenen Historien-Kombination von Nana Mouskouris »Weißen Rosen aus Athen« und »Akropolis Adieu« von Mireille Mathieu mit abschließendem gemeinsamem Sirtaki gipfelte. Maria Ortner