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Weltraumbahnhof Schülerforschungszentrum

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Die Raketen der Nachwuchswissenschaftler des Gymnasiums Berchtesgaden hoben, wenn auch nicht bis ganz ins Weltall, doch beeindruckende 250 Meter vom Boden ab. Foto: privat

Berchtesgaden (Gym) – Unter dem Motto »Schule trifft Wissenschaft« vertieften alle drei siebten Klassen des Gymnasiums Berchtesgaden im Schülerforschungszentrum die Unterrichtsinhalte in Physik und Informatik mit praktischen Leistungen. So vergingen mit den engagierten Schülern ereignisreiche Stunden, in denen auch das Lachen nicht zu kurz kam.


Im Informatikunterricht werden gerade sogenannte Kontrollstrukturen behandelt, also die Grundlagen der Programmierung aller täglich benutzten elektronischen Geräte. Im Robotik-Kurs eigneten sich die Schüler wesentliche Elemente der Programmierung von Automationssystemen an. Sie bauten einen Roboter, der nach exakter Zurücklegung vorgegebener Strecken oder dem Fahren eines Quadrats sogar tanzte und sich nach anderen Tänzern umsah. Er erkannte schwarze Linien, welchen er folgte, und machte sich als Katze auf die Jagd nach einer Maus, an die er sich erst anschlich und dann loslief, um diese zu fangen.

»Die Roboter haben wir aus Lego-Teilen zusammengebaut und mit zwei Motoren und mehreren Sensoren ausgestattet. Mit Hilfe des Ultraschallsensors konnten wir Abstände abmessen und ihn durch den Raum flitzen lassen, ohne dass er an die Möbel stößt«, erklärt die zwölfjährige Anna Stocker.

Tim Eder kommt schon seit geraumer Zeit regelmäßig zum wöchentlichen Robotik-Club ins Schülerforschungszentrum, der jeden Freitagnachmittag stattfindet. Weitere Schüler wollen künftig ebenso teilnehmen, »weil das Programmieren am Computer so interessant war«, wie Elias Noeske betont. »Es ist einfach toll, Kinder mit und für Informatik zu begeistern«, so Kursleiter Dr. Andreas Stadler.

In der im Oktober 2013 eingeweihten Werkstatt des Schülerforschungszentrums produzierten die Siebtklassler die für den Bau ihrer Raketen benötigten Einzelteile selber. Mithilfe von Ständerbohrmaschinen, Sägen, Drehbänken, Heißklebepistolen, Lötkolben und anderen Werkzeugen fertigte jeder Kursteilnehmer seine eigene echte Minirakete. »Eure Raketen können einen viertel Kilometer, also 250 Meter hoch fliegen«, betonten die Kursleiter Jürgen und Monika Gasteiger sowie Anne-Lise Henneke gegenüber den sprachlosen Teilnehmern. »Sie sollen auch wieder heil zurückkommen, und das funktioniert dank einzubauendem Flatterband.«

Unter den Augen zahlreicher Eltern glückte der Start aller selbst gebauten Raketen. Jeder der Nachwuchswissenschaftler durfte seine Rakete mit Hilfe eines elektrischen Zünders starten. Rasmus Noeske ist wie alle anderen begeistert: »Jetzt kaufe ich mir neue Treibsätze und dann lasse ich sie erneut fliegen.«

»So haben wir uns das Schülerforschungszentrum vorgestellt. Das Selber-Hand-Anlegen prägt ein nachhaltiges Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge«, lautete das Fazit von Mathematik-, Physik- und Informatiklehrer Martin Hofreiter, der die Einrichtung zusammen mit Dr. Andreas Kratzer von der TU München initiiert hatte.