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Weltcup-Langläufer Andi Katz gewinnt

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Prominenter Teilnehmer: Weltcup-Langläufer Andi Katz vom SV Baiersbronn – der 32-Jährige gewann in 30:41 Minuten souverän mit fast einer Minute Vorsprung das 9,2 Kilometer-Rennen. (Foto: Bittner)

Die Freude, in diesen Pandemie-Zeiten an einem echten sportlichen Lauf-Wettkampf teilnehmen zu dürfen, stand allen 262 Teilnehmern des 14. Rupertus-Thermenlaufs ins Gesicht geschrieben. Die Erleichterung, dass ein solcher Wettbewerb überhaupt stattfinden konnte, stand eindeutig im Mittelpunkt.


Auf der Hauptstrecke über 9,2 Kilometer siegte dabei ein prominenter Gast: Skilangläufer Andreas Katz (SV Baiersbronn), der dem Stützpunkt Ruhpolding angehört und auch in Ruhpolding lebt. Die Teilnehmer kamen ausschließlich aus Deutschland und Österreich, mit einer Ausnahme: Mit Javier Rodriguez – in 47:38 auf Platz 87 über die 9,2 Kilometer – war ein Spanier als »Exot« mit dabei. Der Lauf erlaubte Corona-bedingt kein Kopf-an-Kopf-Rennen, keine Zuschauer und kein Rahmenprogramm – im Mittelpunkt stand allein der Sport. »Läuft doch gut«, strahlte TSV-Gesamtvorstand Sepp Dennerl, nachdem etwa die Hälfte der Wettbewerbs-Distanz absolviert war.

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Ursprünglich hatten 310 Sportler gemeldet. Die Organisation war ein immenser Aufwand: Gefühlt war es fünfmal so viel Arbeit wie bei all den 'normalen' Bewerben zuvor«, meinte Martin Dufter. Der TSV-Vizevorstand war auch auf dem Mountainbike unterwegs, um überall nach dem Rechten zu sehen. Doch Grund zu Beanstandungen gab es kaum: Alle Beteiligten hielten sich an die gegebenen Sicherheitsabstände und Hygienevorschriften.

Die Sportler waren in Startblöcken im 15 Sekunden-Abstand auf die frei wählbare Distanz über 6,7 oder 9,2 Kilometer gelassen worden. Auch die dunkle Wolkendecke riss genau rechtzeitig auf, teils blitzte sogar die Sonne durch.

Es ließen sich etliche bekannte Namen an der blauen »Startrampe« blicken: Andi Katz beispielsweise, Weltcup-Langläufer vom SV Baiersbronn. Er gewann in 30:41 Minuten prompt die lange Distanz über 9,2 Kilometer und sicherte sich mit fast einer Minute Vorsprung souverän den Tagesgesamtsieg in Bad Reichenhall. Der 32-Jährige, der sich nach einer Krankheitspause langsam wieder seiner Normalform nähert, meinte: »Eine regenerative Einheit war das nicht. Ich fühle mich im Winter und auf den Langlaufskiern deutlich wohler. Aber laufen gehört zum Training dazu. Es hätte ruhig noch mehr bergauf gehen können. Aber ansonsten war die Streckenführung top und die Organisation gigantisch. In dieser schwierigen Zeit ist es schön, dass sowas stattfindet.«

Bei den Damen holte sich Birgit Posselt (starke Gesamt-19.) vom TuS Bad Aibling in 38:03 Minuten den Tagessieg vor Carmen Keppler vom SV Oberkollbach aus Baden-Württemberg. Ihr fehlten lediglich drei Sekunden auf Platz 1. Bereits auf den Rängen 4 und 5 folgten die besten heimischen Sportlerinnen: Helena Schöbinger (41:22) vom SC Ainring und Cornelia Edelmann (42:07) von der DJK Weildorf.

85 Läufer und 21 Nordic Walker entschieden sich am Nonner Steg für die kürzere Strecke über 6,7 Kilometer: Der deutlich Schnellste war dabei der Fünfte der Deutschen Jugendmeisterschaft 2019 über die 3000 Meter auf der Bahn, Felix Gramelsberger vom SC Ainring. Er benötigte nur 21:34 Minuten. Es folgten Michael Sassnink (LC Aichach/23:42) und Stefan Ramstetter (SC Ainring/24:05). Mit Daniel Wimmer (24:40) vom SC Anger als Viertem, Moritz Freyer (SC Ainring/25:56) als Sechstem sowie Gerhard Gröbner (7./26:02) vom TSV Petting und Eike Schäfer (8./26:21) vom TSV Bad Reichenhall war diese Strecke fest in regionaler Hand. Bei den Frauen musste sich Melanie Matheis (29:18) vom SC Ainring als beste BGL-Dame nur Siegerin Hannah Sassnink (LC Aichach/27:11) und der zweitplatzierten Therese Wagenleitner (ASV Salzburg/28:54) geschlagen geben.

Hochmotiviert und geschlossen, aber mit einem Abstand von exakt eineinhalb Metern, kam die Lauf-10-Gruppe aus der Strub ins Ziel. Sie hatte sich in den vergangenen Wochen gemeinsam auf den Wettbewerb vorbereitet. Eine erstaunliche Leistung zeigte beim Walking die bereits 79-jährige Renate Gütersloh in 1:01:25 Stunden. Zudem sicherten die BRK-Bereitschaften mit 23 Einsatzkräften den Lauf ab.

650 Kilometer Anreise, extra für den Thermenlauf, nahm Karina Weise aus der Lutherstadt Wittenberg auf sich. Sie bewältigte die 9,2 Kilometer in 52:32 Minuten (23.). Die letzte Athletin, die die Ziellinie passierte, war Nordic-Walkerin Sigrun Passelat. Sie ging mit einer kompletten Beinprothese an den Start, und mit ihrem Motto »Aufgeben ist keine Option«, will sie anderen Menschen Mut machen. Nach exakt fünf Stunden war der Wettbewerb zu Ende. Die Tagesschnellsten bei den Damen und Herren erhielten ihre Pokale und Urkunden mit Abstand sofort vor Ort von TSV-Chef Sepp Dennerl überreicht. bit