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»Weihnachtseinbruch ist nicht mehr aufzuholen«

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Der Verkauf von Ski ist in allen Sportgeschäften so gut wie komplett ausgefallen. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Betreiber von Sportgeschäften sind nach den schneelosen Zeiten vor und nach Weihnachten mit einem blauen Auge davongekommen. Denn anstelle von Ski und passenden Accessoires wurden verstärkt Berg- und Wanderschuhe sowie Bekleidung verkauft.


Der Verkauf an Alpinski ist ohnehin rückläufig, weil sich nur noch wenige Menschen die Sportgeräte mit Preisen bis zu 700 Euro und mehr kaufen. Vielmehr werden Ski ausgeliehen, viele Bereiche haben sich völlig darauf spezialisiert.

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Jetzt hofft man vonseiten der Sportgeschäfte, dass es doch noch einen anständigen Winter mit Ski- und Langlauf sowie Rodel- und Eissport gibt, was sich derzeit auch abzeichnet.

Die verschiedenen Berchtesgadener Sportgeschäfte versuchten mit speziellen Aktionen, das ausgefallene Weihnachtsgeschäft im Bereich Ski zu kompensieren. So bot Sport M+R Brandner Sonderpreise und Aktionen an. »Wir haben vor Weihnachten mehr Räder als Ski verkauft«, so Michael Brandner, bei dem der Skiverleih völlig ausgefallen ist. Ein Drittel der Umsätze mache in einem normalen Winter das Weihnachtsgeschäft aus, so Brandner, der jetzt darauf hofft, mit günstigen Angeboten das Ski- und Langlauflager an den Kunden zu bringen. Aufzuholen seien die Ausfälle jedoch nicht mehr, bedauert der Geschäftsmann.

Gutes Geschäft mit Schlittschuhen

Dagegen lief das Geschäft mit Schlittschuhen in einigen Geschäften sehr gut. Hans Pflug, der im Berchtesgadener Eisstadion einen Schlittschuhverleih mit Verkauf betreibt, hat noch nie so viel Geschäft gemacht wie über die Feiertage. Sogar aus Salzburg kamen Kunden, um bei Pflug Schlittschuhe zu kaufen.

Die Weihnachtseinbußen aus der schneearmen Zeit seien nicht mehr aufzuholen, erklärte Martin Krenn von Sport Esterle. Gleichwohl lief das Geschäft im Tourenskisegment recht gut. Die Skitourengeher haben bereits im November und Anfang Dezember ihre Ausrüstungen gekauft, schließlich rechneten sie mit ausreichend Schnee.

Durch die vollen Auslagen und Lagerbestände ist es gut möglich, dass da die Kunden demnächst das eine oder andere Schnäppchen machen können.

Recht entspannt sieht Fabian Babel von »Sport Babel« die Situation. Natürlich sei das Weihnachtsgeschäft nicht so gut gelaufen, wie es gewesen wäre, wenn Skilauf möglich wäre. Doch es gebe auch viele Kunden, die in andere Skigebiete ausweichen und daher neue Ski und Ausrüstung gekauft hätten. Zudem profitieren die Geschäfte im Markt vom Berchtesgadener Advent. »Wenn der Adventsmarkt offen war, hatten wir mehr Kunden«, berichtet der Sportartikelhändler. Auch bei Sport Bittner waren die Einbußen im Weihnachtsgeschäft nicht dramatisch, weil sich die Familie Adamek auf andere Bereiche als den Skilauf spezialisiert hat. Allerdings sei der Verleih von Skitourenausrüstung völlig weggebrochen. Man glaubt bei Sport Bittner auch nicht, dass sich da noch viel ändert, weil das Skitourengehen bei vielen schon aus den Köpfen sei. Trotzdem bietet das Sporthaus Bittner nach wie vor einen kompletten Service für Skiausrüstungen an. Wie auch in den anderen Häusern war dagegen der Verkauf an Wander-, Trekking - und Bergsportartikeln gut.

Einbußen bei Skiern und Skischuhen

»Das Wetter ist ein Umsatztreiber- oder Verhinderer und so hat uns die Weihnachtszeit schon wehgetan«, erklärt Siegfried Renoth vom Sportgeschäft am Triftplatz. So habe es große Einbußen im Bereich Ski und Skischuhe gegeben. Dagegen habe der Bereich Textil sowie der Verkauf von Wander-, Berg- und Sportschuhen gut funktioniert.

Man müsse nichts schön reden, weil man ohnehin mit den großen Händlern im Internet konkurrieren müsse und auch Preisnachlässe Grenzen hätten. Auch eine Lagerräumung habe ihr Limit, sagt der Sportartikelhändler. Denn wenn er alles billiger verkauft, verdient er selbst nichts mehr daran.

Nahezu »Totalausfall«

Von einem nahezu Totalausfall der Geschäfte sprach der kleine Fachsporthändler Christoph Klaus. Ohne Schnee laufe bei ihm so gut wie gar nichts. Und sein Geschäft sei in erster Linie auf den Skitourenbereich und die verschiedenen Rodel ausgerichtet. »Ich bin komplett von Schnee abhängig und der kommt halt erst jetzt«, so Klaus, der sich jedoch mit dem Verkauf von Kleidung wenigstens etwas retten konnte.

Insgesamt stellt sich die Situation für die Sportartikelhändler nicht leicht dar. Siegfried Renoth ist aber überzeugt: »Die Hoffnung stirbt zuletzt.« Christian Wechslinger

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