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Die »Unterbiberger Hofmusik« mit »Stern über Biburg« im k1-Studio

Weihnachtliches Cross-Over

Die »Unterbiberger Hofmusik« hat mit ihrem Weihnachtsprogramm »Stern über Biburg« im gut besuchten k1-Studio in Traunreut mit erlesener Musik die Vorweihnachtszeit eingeläutet. Statt »Jingle Bells« und »Oh du Fröhliche« bot die Gruppe Musik, die sich schwer einem bestimmten Genre zuordnen lässt. Die Musiker »spielten« sensationell experimentell miteinander auf ihren Instrumenten und brachten so Weihnachtssterne zum Funkeln.

Die »Unterbiberger Hofmusik« funkelte musikalisch in allen Farben durchs k1-Studio und stimmte auf die stade Zeit ein. (Foto: Benekam)

Dabei präsentierten sie fantasievolle Reiseberichte wie in Musik verpackte weihnachtliche Mitbringsel und erschienen in bester Begleitung von Wolfgang Lackerschmid (Vibrafon) und Hermann K. Stützer (Lesung): Irene Himpsl ist ein Ass am Akkordeon, Franz Josef Himpsl steuerte grandios Trompetenklänge bei. Die Söhne Ludwig (Schlagwerk), Xaver (Trompete) und der erst elfjährige Franz junior haben offenbar Leidenschaft und musikalisches Talent geerbt.

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Das erfolgreiche »Familienunternehmen« ergänzten Konrad Sepp (Tuba) und Wolfgang Lackerschmid wunderbar: Die Musiker kennen sich genau, hören aufeinander, lassen sich aussprechen und setzen im richtigen Moment mit dem genau passenden Ton ein, antworten musikalisch dialogisch, sprechen dieselbe Sprache – ein Hörerlebnis erster Güte.

In Nummern wie »Barbarbica« wechselten sie, sobald sich der Hörer in volksmusikalischen Gefilden sicher aufgehoben fühlte, plötzlich das Genre, drifteten in orientalische Klänge ab, bis sich zu guter Letzt das Akkordeon mit dem Vibrafon im Jazz traf. Dieses spannende Cross-Over schafften die »Unterbiberger« genauso mühelos wie das Wechseln von Sprachen, wenn sie sich zu ihren Instrumenten begleiteten.

Zwischendurch ließen die Bläser – wie selbstverständlich – ein paar klassische Weihnachtslieder erklingen. Tut es auch. Der Ton macht eben die Musik und in diesem Fall traf der Ton immer, egal, ob am verjazzten Vibrafon-Arrangement oder beim miteinander gesungenen »Gloria«. Junior Himpsl hielt dabei eine Tafel mit dem Text hoch – und die Konzertbesucher sangen nach Herzenslust mit.

Hermann K. Stützer las zwischen den Nummern hintersinnig-sarkastische Geschichten und Gedichte zum Schmunzeln und Nachdenken aus eigener Feder. Mit den gesellschaftskritischen Themen zielte und traf er den Nerv der Zeit. Auch das passte. Zudem las er – und das wirklich vortrefflich – einen Auszug aus Ludwig Thomas »Heilige Nacht«. Alles in allem hätten die Zuhörer nicht besser auf die stade Zeit eingestimmt werden können. Die Sterne funkelten im k1-Studio mit den Scheinwerfern und den strahlenden Augen der Gäste um die Wette. Kirsten Benekam