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Weibliche List triumphiert

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Das gefeierte Komödienensemble (v.l.): Lorenz Brandner, Julia Weindl, Elisabeth Hölzl-Michalsky, Eva Thielen und Gustl Schenk. (Fotos: Aumiller)
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Resi (Elisabeth Hölzl-Mischalsky) überlistet ihren übermütigen Blasi (Gustl Schenk).

Berchtesgaden – Mit der Weihnachtspremiere am Stephanitag, »Der liebestolle Bauer« von Peter Hinrichsen, hat das Berchtesgadener Bauerntheater wieder ein unterhaltsames, köstlich dargebotenes Stück auf die Bühne gebracht, das gute Laune machte und die Lachmuskeln in Übung hielt. Die passende musikalische Umrahmung sorgte zusätzlich für frohe Stimmung.


Das bewährte Ensemble in der Regie von Prinzipalin Elisabeth Hölzl-Michalsky zeigte sich in diesem Fünf-Personen-Stück gut aufeinander eingestimmt und stellte die recht unterschiedlichen Charaktere anschaulich und überzeugend dar. Gegenseitig warfen sie sich eine ganze Reihe bayerischer Hiebe in verbaler Schlagkraft an den Kopf, die das lustige Element förderten, ohne ins gröblich Derbe auszuarten. Die List der gewieften Frauen wurde zum zentralen komödiantischen Aspekt in der prekären Lage von Bauer Blasi Grundler und seiner Frau Resi – sie hatten eine Pfändungsnachricht vom Gerichtsvollzieher erhalten. Gustl Schenk und Elisabeth Hölzl-Michalsky gaben das streitbare Bauernpaar Blasi und Resi, das eine reiche Heirat von Sohn Flori (Lorenz Brandner) als einzigen Ausweg aus ihrer Finanzmisere sah. Da kam die Huberbäuerin (Eva Thielen) gerade recht, die sich mit ihrer heiratsfähigen Tochter Cilli (Julia Weindl) angesagt hatte. Flori indes war für die Heiratsidee nicht zu haben. »Wenn der Bua net so weiberscheu war, dann war Cilli doch die Richtige für unseren Flori«, jammerte Blasi, der seine Resi bauerncharmant als »Ausschuss« und als »ausg'fuchsts Luder« bezeichnete. »Du mit deine saudummen Witz«, fuhr ihm Resi immer wieder resolut über den Mund.

Einfach herrlich, wie Hölzl-Michalsky und Schenk ihre »Streitkultur« zum stets neuen und die Bühne belebenden Zankapfel werden ließen und damit dem Publikum ordentlich Lachfutter zuführten. Inzwischen erkannte aber Cilli in Flori den jungen Mann, in den sie sich beim Volksfest verliebt hatte, aber von ihm nicht entsprechend behandelt wurde, der sich vielmehr als rechter Schürzenjäger erwies. Jetzt wollte sie ihm einen Denkzettel verpassen und verkleidete sich als der feschen Cilli trampelhafte Zwillingsschwester Kathi, die reiche Mitgift vorgaukelte, so lange, bis sich Cilli der Liebe Floris gewiss war.

Die beiden Mütter wurden schließlich in das Verkleidungsspiel eingeweiht. Um das Chaos noch zu steigern, verliebte sich der alte Grundler in Kathi und hatte nicht übel Lust, sie aufgrund seiner »Frühlingsgefühle« gegen seine Frau Resi einzutauschen. Die gewitzte Resi durchschaute jedoch mithilfe von Kathi/Cilli seinen heimlichen Plan und entschied mit Bestimmtheit: »Es geschieht, was ich für gut und richtig halte.« Die List der Frauen trug schließlich den Sieg über den gefoppten Bauer und Sohn Flori davon, bevor sich dann alles doch noch zum Guten löste.

Julia Weindl spielte die Doppelrolle Cilli/Kathi mit viel Elan und einer großen Portion frech-flotter Lustspiel-Zutaten. Als verkleideter naiv-dummer Bauerntrampel kostete sie die Spiellust voll aus und machte die Bühnenhandlung zum reizvollen Spaß. Lorenz Brandner als ihr angebeteter fescher Bursch Flori wehrte sich zunächst standhaft und mit vehementer Bestimmtheit gegen die Heirat mit Kathi, bis er schließlich ihre wahre Identität erkannte. Eva Thielen machte eine gute Figur im Sonntagsdirndl und lenkte generös in das listreiche Täuschungsmanöver ein. Gustl Schenk saß verschmitzt der Schalk im Nacken und Elisabeth Hölzl-Michalsky gab die köstlich energische Drahtzieherin im humorvoll-witzigen Vergnügen. Elisabeth Aumiller