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Watzke heizt Psycho-Duell an: »Bayern kann alles verlieren«

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Borussia Dortmund
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Dortmund sieht sich vor dem letzten Bundesliga-Spieltag emotional im Vorteil. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Der BVB ist vor dem letzten Bundesliga-Spieltag wieder im Angriffsmodus. Trotz des am Ende glücklichen Sieges gegen Düsseldorf heizen die Dortmunder das Titel-Fernduell mit dem FC Bayern an und wähnen sich psychologisch im Vorteil. Nur einer ist zurückhaltend.


Dortmund (dpa) - Kaum war das Herzschlagfinale perfekt, eröffnete BVB-Boss Hans-Joachim Watzke das Titel-Psychoduell und schickte Kampfansagen an den FC Bayern.

»Wir haben jetzt eine Situation einen Spieltag vor Schluss, dass die Bayern alles verlieren können und wir alles gewinnen können«, sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund und versprach mit Blick auf die eigene Aufgabe in Mönchengladbach: »Wir werden in den 34. Spieltag sicherlich alles reinlegen. Es gibt keinen Druck mehr für uns. Der Druck wandert weiter nach Süden.«

Der Konter der Münchner, die als Spitzenreiter mit zwei Punkten Vorsprung in den Showdown der Fußball-Bundesliga gehen, ließ nicht lange auf sich warten. Süffisant griff Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic Watzkes Worte auf und stellte im »Aktuellen Sportstudio« des ZDF klar: »Alles können sie nicht gewinnen. Erstmal können sie nur die Meisterschaft gewinnen, im Pokal sind sie schon raus.«

Es zeichnet sich eine Woche mit Sticheleien und kleinen Provokationen ab. Schließlich ist das Meisterschaftsrennen so spannend wie zuletzt vor zehn Jahren, worauf alle BVB-Protagonisten nach dem mühevollen und am Ende glücklichen 3:2-Erfolg gegen die nach »Rot« für Adam Bodzek (82.) dezimierte Fortuna aus Düsseldorf stolz hinwiesen. »Es ist acht, neun, zehn Jahre her, dass die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag offen war«, betonte Sportdirektor Michael Zorc. »Das ist doch schön. Daran sind auch wir beteiligt.«

Während die Borussia (73 Punkte) am kommenden Samstag beim Champions-League-Anwärter Borussia Mönchengladbach unbedingt gewinnen muss, würde den Bayern (75) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ein Unentschieden zur 29. deutschen Meisterschaft genügen.

Sebastian Kehl erlebt die Münchner, die durch das 0:0 in Leipzig die vorzeitige Entscheidung verpassten, nicht so stabil wie in den vergangenen Jahren. Er hofft, dass der Rekordmeister noch nervöser wird: »Diese Situation wird auch für die Bayern eine Herausforderung sein. Sie sind nicht so souverän«, so der Leiter der Profiabteilung. »Es ist eine Finalwoche. Unser Ziel war es, es bis zum Schluss offen zu halten. Wir glauben noch fest dran, aber die Bayern müssen Federn lassen.«

Dass sich nach der Achterbahnfahrt der insgesamt mäßigen Rückrunde noch immer die Chance bietet, zum neunten Mal die Meisterschale zu holen, ist für den Tabellen-Zweiten wie ein kleines Wunder. Die Zitterpartie im letzten Saison-Heimspiel im ausverkauften Signal Iduna Park gegen den wackeren Aufsteiger war ein Spiegelbild zahlreicher Fehltritte und Fast-Niederlagen 2019. Nur mit viel Glück entging der BVB am Samstag dem endgültigen Titel-K.o.: Selbst nach der 3:1-Führung durch Tore von Christian Pulisic (41.), Thomas Delaney (53.) und Mario Götze (90.+2) sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Oliver Fink (47.) geriet der Sieg noch in Gefahr. Dawid Kownacki (95.+5) brachte das wackelige Defensiv-Gebilde des BVB mit dem 2:3 fast noch zum Einsturz.

Sogar Kehl und Zorc räumten ein, dass es mit der Frische und dem Nervenkostüm der Mannschaft zum Ende der langen Spielzeit nicht mehr weit her ist: »Wir dürfen es nicht so spannend machen und müssen es klarer runterspielen«, sagte Kehl. Der Sportchef gab zu: »Die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen. Wir haben nicht die Souveränität, weil es schon ein paar Mal passiert ist, dass wir einen Vorsprung verspielt haben.«

Nicht zuletzt deshalb äußerte sich Trainer Lucien Favre eher zurückhaltend zum Titel-Showdown. »Der Druck ist da, man spürt das. Die letzten Minuten waren nicht einfach. Überall: auf der Tribüne und auf der Bank. Wir müssen den Druck besser beherrschen.« Immerhin kann der Schweizer wieder auf Marco Reus bauen. Nach seiner abgesessenen Zwei-Spiele-Sperre ist der nun ausgeruhte Kapitän an alter Wirkungsstätte in Mönchengladbach wieder an Bord und könnte den Unterschied machen.

Alle BVB-Profis versprachen, die allerletzten Reserven für den Titeltraum zu mobilisieren. »Wir brauchen eine absolute Topleistung. Jetzt hauen wir nochmal alles raus«, sagte Torschütze Götze. Zorc erinnerte an die Fußball-Wunder der vergangenen Tage durch Liverpool und Tottenham: »Wir haben doch in dieser Champions-League-Woche gesehen, was alles möglich ist im Fußball. Ein bisschen erholen, straffen - dann geht es nach Gladbach!«

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