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Wasser in Bergener Ortsteil wird weiter gechlort – Keine schnelle Lösung in Sicht

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Bergen: Wasser in Enthal-Bernhaupten wird weiter gechlort – keine schnelle Lösung in Sicht
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Das Trinkwasser in Enthal-Bernhaupten muss weiter gechlort werden. Das sorgt bei einigen Anwohnern für Unmut. (Foto: dpa)

Bergen – Das Trinkwasser in Enthal-Bernhaupten muss weiter gechlort werden. Das sorgt bei einigen Bewohnern für Unmut. Der Geruch sei kaum erträglich, sagt Gert Mathews. »Und das Trinken des Wassers ist unmöglich.« Er kritisiert die schlechte Informationspolitik der Gemeinde. Außerdem würden ihm und seinen Nachbarn zusätzliche Kosten entstehen. Denn er kauft das Wasser zum Trinken und Kochen nun im Supermarkt. Eine schnelle Lösung ist allerdings nicht in Sicht.


Zum Hintergrund: Im August waren wiederholt Keime im Leitungsnetz des Wasserversorgungsgebiets Enthal-Bernhaupten gefunden worden. Seither wird das Trinkwasser für rund 150 Haushalte gechlort.

»Das wird leider auch noch länger so bleiben«, sagt Andreas Schultes, der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Bergen, auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. Ein Ingenieurbüro sei beauftragt worden, mögliche Lösungen zu erarbeiten. Im Raum stehe, das Gebiet künftig mit eigenem Wasser der Bergener Wasserwerke zu versorgen. »Dafür müssten aber neue Leitungen gelegt werden.« Eine weitere Option sei, den Hochbehälter in Enthal neu zu bauen oder zu sanieren und auch künftig das Wasser der Mühlener Gruppe zu nehmen. »Alles wird geprüft«, betont Andreas Schultes.

Auf die Fragen von Gert Mathews – »Was ist defekt? Wer ist der Verursacher?« – sagt der Geschäftsstellenleiter: »Wir wissen noch immer nicht, was die Ursache ist.« Fest stehe aber, dass die Infrastruktur, also das Leitungsnetz und der Wasserbehälter in Enthal, in die Jahre gekommen seien. Andreas Schultes geht davon aus, dass frühestens im nächsten Jahr eine Lösung gefunden ist. Bis dahin muss das Trinkwasser gechlort werden.

Kontroll- und Aufsichtsbehörde in Sachen Trinkwasserversorgung ist das Landratsamt Traunstein. »Das Gesundheitsamt überwacht und kontrolliert die Trinkwasserversorgungsanlagen. Dazu gehören auch Aufbereitungs- und Desinfektionsmaßnahmen, wenn diese notwendig sind«, teilt Pressesprecher Michael Reithmeier auf unsere Nachfrage schriftlich mit. Im Versorgungsgebiet Enthal werde derzeit gechlort und engmaschig überwacht. »Das Wasser hält die gesetzlichen Werte ein« und dürfe zum Trinken, zum Kochen und zur Zubereitung von Speisen verwendet werden, so Reithmeier.

»Chlorgeruch entsteht vor allem dann, wenn das sogenannte freie Chlor beispielsweise mit Partikel reagiert und gebunden wird. Bei diesem Prozess entsteht das gebundene Chlor, welches als Geruch wahrgenommen wird. Dieser Prozess findet vor allem in Wasserleitungen der einzelnen Häuser statt, da diese meist weniger Durchflusszeiten (nutzungsbedingt) wie die 'Zubringerleitungen' des Wasserversorgers haben«, informiert der Pressesprecher des Landratsamts. Hierdurch könnten sich dort zum Beispiel sogenannte »Biofilme« bilden, welche dann mit freiem Chlor zu gebundenem Chlor reagierten und als Geruch wahrgenommen würden. KR