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Lesung »Tierisch/Menschlich« mit Hans Peter Korff und Christiane Leuchtmann im k1

Wahre Liebe kennt keine Grenzen

Er zählt zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands: Hans Peter Korff, u. a. bekannt aus TV-Serien wie »Diese Drombuschs« oder »Adelheid und ihre Mörder« (an der Seite von Evelyn Hamann). Jetzt war er zusammen mit seiner Kollegin (und Ehefrau) Christiane Leuchtmann im Studiotheater des Traunreuter k1 zu Gast, wo die beiden in Solo-Rezitationen oder im Dialog Tierisch-Menschliches zum Besten gaben, mit Texten von Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Heinz Erhard und Heinrich Heine, um nur einige der Autoren zu nennen.

Zu Anfällen von Lachtränen rührten Christiane Leuchtmann und ihr Ehemann Hans Peter Korff die Besucher im k1 bei der Lesung »Tierisch/Menschlich«. (Foto: Heel)

Zur Eröffnung las Korff Erich Kästners Gedicht vom Schauspieler Gustav Renner, der total besoffen Hamlets Geist gibt, zum Entsetzen seiner Bühnenpartner, aber zur Freude des Publikums: »Endlich haben wir das Stück verstanden«. Dass man noch so verliebt sein kann, aber trotzdem nicht zueinander findet, belegte Leuchtmann anschließend mit Heinrich Heines Gedicht »Die Launen der Verliebten«, der traurigen Liaison zwischen einer Fliege und einem Käfer. Und wohin »wahre« Liebe auch führen kann, spielten die beiden dann als Paar durch, in einer szenischen Lesung von James Thurbers makabrer Kurzgeschichte »Mr. Preble möchte seine Frau loswerden«. Diese durchschaut nämlich rasch die Absicht ihres Gatten, sie im Kohlenkeller ihres Hauses zu erschlagen, doch was unternimmt sie dagegen? Nichts. Stattdessen macht sie sich Sorgen, ob er damit auch durchkommt!

So ging es munter weiter, wobei Korff eher ruhig, zurückhaltend und mit trockenem Witz agierte, während Leuchtmann temperamentvoll, stimmgewaltig und wild grimassierend ihre Texte lebendig werden ließ und mit Bert Brechts »Ein Tiergedicht« auch als Sängerin hervortrat. Obwohl auch Korff durchaus »aufdrehen« konnte, als er »Aus dem Liebesleben der Wildschweine« (Christian Maintz) einem Keiler zur Brunftzeit seine Stimme verlieh.

Neben so vielen berühmten Literaten hatten die beiden auch einige Texte des Hamburger Satirikers Heino Jäger (1938 bis 1997) mitgebracht, dessen für das Radio geschriebenen Sketche über den skurrilen und selten hilfreichen Telefonarzt »Dr. Jäger« für Heiterkeit sorgten. Höhe- und fast Schlusspunkt der Lesung war jedoch der von Karl Valentin für Liesl Karlstadt geschriebene Monolog »Kreszenz Hiagelwimpft«, die wüste Schimpftirade einer Münchner Großbürgerin, deren Köchin Kinoschauspielerin werden möchte, und bei der Leuchtmann so dialektsicher wie energisch nochmals alle Register ihrer Erzähl- respektive Schauspielkunst zog und das begeisterte Publikum zu Lachtränen rührte. Wolfgang Schweiger