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Waging demontiert die SG Schönau mit 4:0

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Der starke Waginger Schlussmann Michael Endlmaier ließ keinen Treffer zu. Foto: Anzeiger/cw

Schönau am Königssee - Mit großen Erwartungen war die SG Schönau in das Spitzenspiel gegen Tabellenführer TSV Waging am See gegangen. Trainer Alfons Aschauer war überzeugt, dass dieses Mal sein Team gewinnen würde. Doch es sollte anders kommen: Waging demontierte die SG Schönau mit 4:0.


Über 200 Zuschauer, darunter eine Kolonie Schlachtenbummler des Tabellenführers aus Waging, wollten im Alpenstadion das Spitzenspiel Tabellenzweiter gegen Tabellenführer sehen. Aus Sicht der Zuschauer erfüllten nur die Kicker aus Waging die Erwartungen. Von der Schönauer Mannschaft erreichte nicht ein Spieler Normalform, teilweise erkannte man einen Klassenunterschied zwischen den von der Papierform her gleichen Teams.

Bereits in den ersten Minuten vergab Waging gleich zwei Chancen. In der siebten Minute klärte Tobias Fegg für seinen geschlagenen Torhüter kurz vor der Torlinie per Kopfabwehr. Waging wirkte bissiger, entschlossener, ballsicherer, zweikampfstärker, ganz einfach in allen Belangen besser. Während Waging agierte, reagierten die Schönauer nur. Die Mannschaft stand viel zu tief, Waging spielte sicher aus der Abwehr, fast kein Pass verfehlte den Zuspieler. Die Schönauer liefen dem Ball und dem Spiel nur hinterher. Waging zog nach Belieben das Spiel in die Breite und stieß immer wieder mit gut vorgetragenen Pässen in die Tiefe des Schönauer Raums.

Bereits in der 12. Minute kam Waging zur vierten Möglichkeit, inzwischen hätte es schon 2:0 bis 3:0 stehen können. Eine nächste Chance durch den Gäste-Mannschaftskapitän Tom Hofmann vereitelte Torhüter Christoph Maier. Weiterhin waren die Waginger den entscheidenden Schritt schneller am Ball. Vor einem gewohnt geordneten Mannschaftsspiel mit gekonntem Aufbau und sicheren Pässen in die Spitze war bei der SG Schönau überhaupt nichts zu sehen. Die Schönauer Abwehrspieler befanden sich auch permanent zu weit von ihren Gegenspielern entfernt. Dennoch kam die SG Schönau endlich nach endlos langen 25 Minuten zu einer ersten Möglichkeit, doch Sebastian Wessels Schuss nach gekonntem Vorstoß wehrte die Waginger Abwehr ab (25.).

Nach weiterhin überlegenem Spiel der Gäste kamen diese in der 33. Minute zum längst überfälligen Führungstreffer. Torhüter Maier signalisierte seinen Abwehrspielern, dass er den Ball habe, doch ein Missverständnis führte zum 0:1 durch Maximilian Hösl. »Seit Jahren schießt uns dieser Mann immer wieder ab«, entfuhr es dem ehemaligen Spieler und Pressesprecher der SG Schönau, Wolfgang Fegg.

Auch in der Folge blieb Waging besser am Ball, Mühlbacher vergab alleine vor dem Schönauer Tor (36.). Zwei Minuten später lag dennoch der Ausgleichstreffer der SG in der Luft, doch Michael Endlmaier im Waginger Tor faustete einen Schuss von Wessels zur Ecke. Erstmals durften die Schönauer Fans auf eine Wende hoffen. Doch die Hoffnungen wurden auch nach dem schmeichelhaften 0:1 in der zweiten Halbzeit nicht erfüllt.

Diese zweite Spielhälfte begann da, wo die erste aufgehört hatte: mit weiteren Chancen für die Gäste, die auf allen Positionen entschlossener als die Schönauer wirkten. Bereits in der 49. Minute brachte Mannschaftskapitän Hofmann seine Elf mit 2:0 in Führung. Spätestens jetzt war es um die Schönauer geschehen. Denn die Mannschaft bäumte sich zu keiner Zeit auf, es fehlte die Entschlossenheit, die die Gäste an den Tag legten. Das 0:3 in der 70. Minute war die logische Folge und nun war auch dem letzten Schönauer Anhänger klar, dass dies nichts mehr werden könnte.

Eine Chance zum Ehrentreffer leitete in der 85. Minute Toni Hölzl ein, dessen Zuspiel Daniel Maier knapp verpasste. »Man hat keine Chance, wenn man nur tief hinten drin steht und auf Konter wartet«, ärgerte sich der ansonsten so spielstarke Toni Hölzl, der ebenso wie seine Klasse-Nebenleute überhaupt nicht ins Spiel gekommen ist. Zwei Minuten später zeigten wiederum die Waginger, wie es geht. Hofmann erhöhte auf 4:0 und kurz vor Schluss bewahrte nur der Pfosten die Schönauer vor dem 5:0 von Mühlbacher.

Die Schönauer Anhänger waren sich einig, schon lange nicht mehr eine so desolate Leistung der SG Schönau gesehen zu haben. Da ist es auch keine Entschuldigung, dass mit Stefan Weinbuch und Stefan Hasenknopf zwei starke Spieler wegen Verletzung gefehlt haben.

SG Schönau: C. Maier; Hölzlwimmer, T. Fegg, Angerer, Klaus, Wessels, Althaus, Fernsebner, Graßl, D. Maier, T. Hölzl. cw