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Wachsen lassen, was wächst

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Auf dieser Grünfläche beim Seniorenwohnheim St. Martin lässt die Marktgemeinde wachsen, was wächst. (Foto: Schuhegger)

Waging am See – Die Grünen wollen, dass die Marktgemeinde auf ihren Grünflächen wachsen lässt, was wächst. Dr. Stefanie Schmeiduch hat sich mit einem entsprechenden Antrag an die Marktgemeinde gewandt. In der jüngsten Sitzung erläuterte sie den Antrag: »Das Volksbegehren Artenvielfalt hat gezeigt, das Thema beschäftigt die breite Masse. Viele rufen die Landwirte in die Pflicht, doch auch die Politik muss Signale setzen.« Sie lobte die Marktgemeinde: »Wir sind dank unserer Bauhofmitarbeiter auf dem richtigen Weg. Gut so!«


Die Ratsmitglieder pflichteten Dr. Stefanie Schmeiduch bei. Bürgermeister Matthias Baderhuber (CSU) sagte: »In der Marktgemeinde gibt es bereits viele Grünflächen, die der Bauhof nur zweimal im Jahr mäht.« Er verwies auf die Blühstreifen im Kurpark, die Grünflächen im Wasserschutzgebiet, für die es genaue Auflagen gibt, und auf viele weitere Blühstreifen in der Marktgemeinde.

Der stellvertretende Bauhofleiter Konrad Posch versicherte: »Wir, allen voran Kollege Sebastian Geier, versuchen, mehr und mehr Blühstreifen anzulegen. Das kostet Zeit und Geld. Die insektenfreundlichen Grünflächen erfordern viel Pflege. Mit einfach stehen lassen, ist es nicht getan.« Für die Pflege der insektenfreundlichen Grünflächen brauche es kleine Maschinen, die teilweise neu angeschafft werden müssen. »Wenn eine Grünfläche nur zweimal im Jahr gemäht wird, ist sie noch lange keine Blumenwiese«, warf der zweite Bürgermeister Martin Dandl (FW) ein.

Nicht alle Grünflächen eignen sich zum »Wildwuchs«, so Posch. Und weiter: »Wir können nicht alle Flächen nach Lust und Laune wachsen lassen. Kinder brauchen zum Spielen normalen Rasen.« Magdalena Obermayer (CSU) fügte hinzu: »Ich habe mit dem Rad eine Rundfahrt unternommen, mir Flächen herausgesucht, die sich meines Erachtens als insektenfreundliche Grünflächen eignen würden. Vom Amt für Ernährung und Landwirtschaft habe ich mich beraten lassen. Die Verantwortlichen dort belehrten mich: Insektenlebensräume unmittelbar an einer Schnellstraße fördern Insektensterben.«

Karl Heinz Neumann (CSU) schlug vor: »Lassen wir unsere Arbeiter am Bauhof ihr Konzept fortführen. Sie machen ihre Arbeit gut, lassen blühen und wachsen, was blühen und wachsen soll, mähen, was gemäht werden muss.« Der Marktgemeinderat stimmte zu. li