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»Vorzeigeathlet« Freund und sein harter Weg zurück

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Severin Freund
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Severin Freund wurde in den letzten Jahren von mehreren Verletzungen zurückgeworfen. Foto: Daniel Karmann/dpa Foto: dpa
Stefan Horngacher
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Hält große Stücke auf Severin Freund: Stefan Horngacher. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa Foto: dpa

Severin Freund war mal der beste deutsche Skispringer. Große Knieprobleme warfen ihn in den letzten Jahren zurück. Nun will er einen neuen Anlauf wagen. Der Niederbayer ist nicht der einzige Routinier, der Bundestrainer Stefan Horngacher zunächst fehlt.


München (dpa) - Aufgeben gilt nicht. Trotz zweier Kreuzbandrisse und einer Meniskus-OP hat Severin Freund vom Skispringen noch lange nicht genug.

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»Die Motivation ist ungebrochen«, sagt der 31-Jährige, der sich wieder an die Weltspitze herankämpfen will. Freund war Olympiasieger mit der Mannschaft, Weltmeister im Skispringen und Skifliegen, und den Gesamtweltcup hat er auch gewonnen. Er könnte auch sagen: Das war's. Doch so tickt Freund nicht. Die Reha, die harte Trainingsarbeit - warum tut er sich das noch an?

»Wenn man auf der Schanze ist, wenn es kitzelt und man merkt, das macht einfach verdammt viel Bock, dann ist man halt noch nicht fertig«, erklärt Freund seine Skisprung-Leidenschaft. »Das Kindliche, der Spaß am Sport, ist der beste und größte Motivator.« Während sich Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler, Richard Freitag & Co. auf den Start am kommenden Wochenende im polnische Wisla freuen können, ackert Freund für sein Weltcup-Comeback.

Wann es soweit ist, weiß er noch nicht. Der eine oder andere Wettkampf vor Weihnachten, das wäre was. »Es würde mich freuen, wenn ich vor der Tournee auftauche«, sagt Freund. Als großes Saisonziel visiert er die Skiflug-Weltmeisterschaft im März im slowenischen Planica an. Langfristig hat er die Heim-WM in Oberstdorf 2021 im Kopf.

Freunds Kampfgeist, die Lust auf den Leistungssport, die Professionalität - das alles nötigt dem neuen Bundestrainer Stefan Horngacher »großen Respekt« ab. »Schon bevor der Severin seine Verletzungen hatte, war er der Vorzeigeathlet schlechthin, der den Sport gelebt hat und alles dafür gemacht hat, dass er auch erfolgreich ist«, sagt der Österreicher der Deutschen Presse-Agentur.

Horngacher, der Freund auch schon aus seiner Zeit als Assistent seines Vorgängers Werner Schuster kennt, beschreibt den Niederbayer als »extrem akribischen Arbeiter mit Wahnsinns-Motivation«. Nicht viele Sportler hätten den Willen aufgebracht, sich wieder so zurückzukämpfen, sagt er.

Routinier Freund würde dem Team guttun und könnte auch den jungen DSV-Adlern auf dem Weg in die Weltspitze helfen. Eine Rückkehr in diesem Winter wäre besonders wichtig. Denn: Olympiasieger Andreas Wellinger fällt als ein anderer erfahrener Sportler die komplette Saison aus. Auch David Siegel und Justin Lisso fehlen lange. Wie Freund haben auch Wellinger und Siegel Kreuzbandrisse auszukurieren.

Der Kampf zurück nach einer solch schweren Verletzung ist ein Kampf mit ungewissem Ausgang. Dass ein Comeback auf Weltniveau kein Selbstläufer ist, musste Freund bereits schmerzlich erfahren. Bei der vergangenen Vierschanzentournee kam er überhaupt nicht in Tritt und wurde nach der Hälfte des Sprung-Spektakels aus dem Kader gestrichen. Zweitklassiger Continental Cup statt Skisprung-Party vor vielen Tausend Fans bedeutete das. Aus der Bahn werfen ließ Freund sich damals bei aller Enttäuschung aber nicht.

In den letzten Jahren habe es ihn »ein bisschen blöder erwischt«, fasst Freund seine Verletzungsgeschichte zusammen. Angesichts seiner Krankenakte klingt das doch sehr untertrieben.

FIS-Profil von Severin Freund

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