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Von Spiegelbildern und Politikern

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Der »Vogelmayer« bot eine Kombination aus Geschichten und Liedern mit Witz, Charme und herzhaftem Biss. (Foto: Ortner)

Thomas Mayer ist als »Vogelmayer« ein vorzüglicher Musikkabarettist, Geschichten- und Witzeerzähler, wie er in der Kulturfabrik NUTS unter Beweis stellten. Dabei ist er nicht nur bissig-derb und sehr direkt, sondern beherrscht auch die witzig-charmante Tour. Der »Vogelmayer« ist aber nicht nur ein (Gesellschafts)Kritisierer und Missständeaufzeiger, sondern hat auch ein Anliegen: »Ich möchte euch ermutigen die Welt a bisserl besser zu machen. Für euch persönlich, aber auch für die anderen um euch herum.«


Eins wird schnell klar: Die Mischung macht's – eine Kombination aus Geschichten und Liedern mit Witz, Charme und herzhaftem Biss. Der »Vogelmayer« präsentiert einen Mix aus Liedern, politischem Kabarett, klassischen Witzen und Geschichten aus dem Leben. Wobei nicht immer ganz klar ist, was er sich dabei aus dem Leben und was aus den Fingern gesaugt hat. Aber das macht nichts.

Der »Vogelmayer« sagt und singt in einfachen, klaren Sätzen und direkt ins Gesicht, oder vielmehr ins Publikum, was und wie er sich das so denkt. Seine als Bindeglieder fungierenden Witze sind klassisch-bayrischer Art. Gelegentlich etwas deftig und vielleicht nicht ganz jugendfrei, aber voller Humor und Schlitzohrigkeit, mit meist vorhersehbarer Pointe. Doch gelegentlich nimmt der Höhepunkt durch gewitzte Wortklauberei auch eine unerwartete Abzweigung.

Im »Ausländer« singt er über Vorurteile und scheinbare Klischees, prangert die nur selten hinterfragte hinterkünftige Art der Verbreitung selbiger an und wettert gegen Extremisten »und andere Grattler« die für ihr Tun kaum bestraft werden.

Der »Vogelmayer« erklärt seinem Publikum die bayerische Parteienlandschaft und deren Wählbarkeit. Und dass er sich mehr Politiker wünschen würde, die für echte Werte kämpfen würden und dabei zwar vielleicht auch nicht perfekt seien, aber wenigstens noch echte Menschen. Scheinbar nebenbei ist das natürlich auch ein Appell, nicht immer gutgläubig der Masse hinterherzuhecheln, sondern seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen und die Dinge kritisch zu hinterfragen.

»Dahoam« – auch das ist ein Thema, das den »Vogelmayer« bewegt. Zum einen besingt er es auf lustige Weise und nimmt die typisch-bayerischen Klischees wie Bier, Berge und weiß-blauen Himmel liebevoll auf die Schippe, weiß aber auch ganz genau: Dahoam, das ist kein Ort, das ist ein Gefühl, ein Ort, an dem man sich wohl und frei fühlt. Der »Vogelmayer« weiß, dass niemand seine Heimat verlässt und sich »einfach nur so« in (Lebens-)Gefahr und Ungewissheit begibt. Das Anliegen des »Vogelmayer« ist es, aktuelle Themen anzugehen, aber auch mal wieder auf Missstände hinzuweisen und an Dinge zu erinnern, von denen schon viel zu lange keiner mehr redet. Maria Ortner