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Von Gitarrenmusik über Satire bis Irish Dance

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Sie bereiteten dem Publikum einen vergnüglichen Abend in Bergen (vordere Reihe, jeweils von links):  Anne-Kathrin Blind  und Barbara Rauch, (mittlere Reihe) Bob Eberl, Marlene Fischer, Sabine Brebeck, Frida Viehhauser, Sabine Lamprecht und Karina Ganisl sowie (hinten) Sepp Pohl, Georg Beyschlag und Peter Viehhauser. Nicht auf dem Bild sind Schorsch Hermannsdorfer und Robert Gapp.

Zum Geheimtipp entwickelt sich immer mehr das Bergener Brettl mit Musik und Kleinkunst. Bei der dritten Auflage, diesmal im Ladenbergen, überrannten Fans und Neugierige die Veranstalter förmlich.


Die kleine große Bühne wurde von Bob Eberl, einem Singer/Songwriter aus München eröffnet. Eberl, der eigentlich das Akkordeonspielen erlernen sollte, stattdessen aber jahrelang heimlich auf der Gitarre seines Bruders im Keller übte, zog dem Hoagaschtquartett mit den älteren Geschwistern seine eigene Musik vor. In seinen Liedern mit deutschen Texten geht es um Liebe, Leidenschaft, Trauer und Schmerz – aber auch um so wichtige Fragen wie »Gibt es ein Leben nach dem Rausch?« oder »Wieso hat Tarzan keinen Bart?«

Zum ersten Mal die Bühne auch mit politischem Kabarett geentert. Sepp Pohl aus Kirchweidach präsentierte im Stile von George Orwell den begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern sein Kurzprogramm »Industrie 4.0«, in dem er sich über die Arbeitswelt und die Digitalisierung so seine satirischen Gedanken machte. Zünftig und heiter ging es anschließend weiter mit Sabine Lamprecht, Karina Ganisl und Sabine Brebeck. Die drei Lausdirndln sangen »vareggde boarische Liadl« und brachten damit das Publikum zum Toben.

Aber auch die Poesie kam wieder nicht zu kurz. Robert Gapp, der souveräne Moderator des Bergener Brettls, trug charmant sein Gedicht »Mei eirisch Blues« vor und leitete damit zur Gruppe »NomanzLand« über, die das Publikum mit ihren wunderbar dargebotenen irischen Balladen von der grünen Insel träumen ließ. »NomanzLand« bestehen aus Barbara Rauch, die in Dublin geboren wurde und in Bergen lebt, Marlene Fischer und Georg Beyschlag. Barbara Rauch ist mit ihrer glasklaren Stimme als Solistin mit Chören und Ensembles in Kirchen zu hören. Marlene Fischer liebt es, auf ihrer Geige zu improvisieren, sofern sie nicht gerade im Chiemgauer Jugendsymphonieorchester spielt und Georg Beyschlag begleitete auf seiner Gitarre.

Die irischen und gälischen Lieder bereiteten auch die Atmosphäre für Anne-Kathrin Blind aus Waging vor. Vor 20 Jahren hatte Anne-Kathrin ein »traumatisches« Erlebnis – sie hatte eine irische Tanzgruppe gesehen – und von da an war sie infiziert mit dem Tanzvirus Irish Dance. Sie brachte dem Publikum die Geschichte und die unterschiedliche Entwicklung des Stepptanzes in Irland und den USA nahe. Von der Theorie ging es flott zur Praxis und sie beeindruckte mit ihren »heavy shoes« nachhaltig auf dem für sie extra angefertigten »Bergener Brettl« mit einer irischen Stepptanzdarbietung.

Den Abschluss machte Schorsch Hermannsdorfer aus Siegsdorf, musikalisch begleitet von Frida und Peter Viehhauser aus Bergen. Schorsch macht seit nunmehr 20 Jahren gesellschaftspolitisches Kabarett. Realsatire begleitet ihn auf Schritt und Tritt, sein Motto lautet »Ohne Humor wäre weder der Beruf noch das Leben generell auszuhalten«. Davon konnte sich das Publikum mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Programm »Ja kummans jetzt olle, oder was? – Stammtischdiskurs« ausgiebig überzeugen. Und wer mehr von »Der Willi sogt…« hören möchte, kann sich das komplette Programm am 4. März im Cafe Weinmüller in Siegsdorf ansehen.

Die vielen talentierten Künstlerinnen und Künstler bereiteten dem begeisterten Publikum wieder einmal einen im wahrsten Sinne des Wortes heißen Abend. Das vierte Bergener Brettl findet am 23. Februar um 20.15 Uhr in der Kunst- und Kulturwerkstatt am Dorfplatz Bergen statt. Anmeldungen sind bis 19. Februar bei Robert Gapp per E-Mail unter r.x.gapp@t-online.de oder unter Tel. 08662/5325 möglich. fb