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Von den Färöern in die weite Welt: Teiturs Charme bezaubert

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Teitur Lassen
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Teitur Lassen hat sein neues Album in New York aufgenommen. Foto: Trondur Dalsgard/ferryhouse productions Foto: dpa

Nur knapp 50.000 Bewohner haben die Färöer, eine Inselgruppe im Nordatlantik. Einer davon, Teitur Lassen aus der Hauptstadt Thórshavn, hat den Sprung zum international anerkannten Popstar geschafft. Sein neues Album zeigt, warum das so ist.


Berlin (dpa) - Es hat stets etwas Anrührendes, wenn Teitur Lassen singt. Der 41-Jährige von den zu Dänemark gehörenden, weitgehend autonomen Färöischen Inseln verleugnet seinen skandinavischen Zungenschlag in den englischsprachigen Liedern nicht, seine helle Stimme klingt manchmal brüchig, tastend, liebenswert windschief.

Auf «I Want To Be Kind», der neuen Teitur-Platte, spielt der Singer-Songwriter in zwölf zarten Balladen seinen ganzen Charme aus. Das Album beweist zugleich das hohe Renommee und die erstaunliche Vernetzung des Musikers aus Europas hohem Norden.

Produziert hat Thomas Bartlett, der schon mit Indiepop-Größen wie The National, Sufjan Stevens oder St. Vincent zusammengearbeitet hat. Die Songs stammen aus Kollaborationen mit Stars wie Soulsänger Aloe Blacc («I Need A Dollar») und Judith Holofernes von der deutschen Erfolgsband Wir Sind Helden.

Teitur lernte Holofernes kennen, nachdem die Berlinerin sein Lied «Catherine The Waitress» auf Deutsch als «Jonathan der Kellner» in ihr Soloprogramm genommen hatte. Die beiden wurden Freunde und arbeiteten auf Holofernes' Soloalbum «Ich bin das Chaos» (2017) zusammen. Nun revanchierte sich die Sängerin, indem sie an drei Teitur-Stücken mitschrieb, darunter der wunderschöne Titelsong.

Der heute international gefragte und bei Kollegen so beliebte Färöer betrat die Folkpop-Szene in den Nuller-Jahren mit «Poetry & Aeroplanes» (2003) und «Stay Under The Stars» (2006). Nach zwei dänischen Grammys nahm sich Teitur die Freiheit, auch mal eine Platte mit Neoklassik-Wunderkind Nico Muhly und ein instrumentales Elektronik-Album aufzunehmen.

«I Want To Be Kind» hat er nun in New York lediglich mit Bartlett am Piano und dem Bassklarinettisten Doug Wieselman eingespielt. Besser war der einstige Indiepop-Exot noch nie. Rundum bezaubernd.

Website Teitur