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Vom Wintermärchen zum Sommermärchen?

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Podest mit internationaler Beteiligung: Was man schon von den Deutschen Meisterschaften in Ruhpolding gewohnt ist, wird es bei der Sommer-WM 2020 auch geben: Eine Siegerehrung mit internationalen Topstars, wie hier mit (von links) Dorothea Wierer, Denise Herrmann, Federica Sanfilippo und Lisa Vitozzi. (Foto: Hohler)

Auf ein großes Biathlon-Sommerfestival in Ruhpolding dürfen sich die Fans freuen: Wie der Weltverband IBU und der Deutsche Skiverband (DSV) am Freitag mitteilten, wurden die in Kotiolahti (Finnland) geplanten Sommer-Weltmeisterschaften auf Wunsch der Finnen verlegt. Sie sollen nun vom 19. bis 23. August 2020 in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena stattfinden.


Und dort ist man schon jetzt zuversichtlich: »Wir wollen da ein schönes Fest draus machen«, erklärte Engelbert Schweiger, der Leiter der Chiemgau-Arena, auf Anfrage unserer Redaktion. Bürgermeister und OK-Chef Claus Pichler freut sich ebenfalls: »Ruhpolding war immer schon ein Vorreiter, wenn es um die Durchführung von Biathlon-Großveranstaltungen geht. Wir freuen uns schon auf spannende Wettkämpfe unter der Beteiligung der Weltelite«, erklärte er in einer Mitteilung des DSV.

Grundsätzlich seien Sommer-Wettkämpfe ja nichts Neues für die Ruhpoldinger, stellt Schweiger heraus. Schließlich hatte man zuletzt jedes zweite Jahr jeweils schon Deutsche Meisterschaften im Sommer ausgerichtet, und auch dies immer mit guter internationaler Beteiligung.

»Die IBU ist an uns herangetreten, und wir haben uns die Bedingungen für die WM-Ausrichtung angeschaut.« Und die passten, so Schweiger. Denn einige Dinge hätten sich grundlegend positiv entwickelt. Zum einen haben der DSV und die Bundestrainer zugesagt, dass praktisch alle deutschen Topathleten antreten werden – das war bei den bisherigen Sommer-Weltmeisterschaften, die meist weit im Osten stattfanden, nicht der Fall. Zum zweiten werden zumindest von den Wettkämpfen am Samstag und Sonntag von der European Broadcasting Union (EBU) Live-Bilder produziert, und es gibt schon jetzt eine Zusage des ZDF, dass auch ein Livestream geschaltet wird. »Außerdem hoffen wir, dass zumindest Zusammenfassungen von der WM im Fernsehen zu sehen sind«, ergänzt Schweiger. Wie es hier genau aussieht, werde man frühestens im April erfahren, denn da seien die entsprechenden Konferenzen beim Fernsehen.

Wichtig – und positiv – für den Veranstalter: »Wir dürfen die Veranstaltung komplett selbst vermarkten, wobei wir eine Marketing-Firma beauftragen werden.« Derzeit kalkuliert man mit insgesamt 11 000 Zuschauern, »und das müsste machbar sein, schließlich haben wir bei der DM ja schon gute Besucherzahlen.«

Günstig auch: Das Organisationskomitee besteht aus der Gemeinde Ruhpolding, der Arena und dem Skiclub Ruhpolding – so wie beim Biathlon-Weltcup im Winter eben auch. Und da am Mittwoch, 19. August 2020 der SC Ruhpolding 100 Jahre alt wird, soll das im Zusammenhang mit der WM entsprechend gefeiert werden. »Das ist eine gute Kombination«, zeigt sich Schweiger angetan.

Geplant sind vier Wettkampftage, doch den Fans soll die ganze Woche über etwas geboten werden. Schließlich reisen die meisten Teams schon am Montag an, am Dienstag und Mittwoch sind Trainingstage (und Jubiläumsfeier).

Zudem werden nicht nur die Titelkämpfe der Aktiven, sondern auch der Junioren ausgetragen. Die Grobplanung sieht vor, dass am Donnerstag und Freitag jeweils die Super-Sprints stattfinden – ob Männer/Junioren oder Frauen/Juniorinnen am ersten Wettkampftag am Start sind, steht noch nicht fest. Am Samstag sollen dann in allen vier Klassen die »normalen« Sprints stattfinden, am Sonntag die Verfolgungsläufe. »Da ist also den ganzen Tag was los im Stadion«, wirbt Schweiger schon jetzt um die Zuschauer.

Denen möchte man spätestens beim Biathlon-Weltcup im Winter (14. bis 19. Januar 2020) in Ruhpolding genauere Informationen zur Sommer-WM bieten können – auch in Sachen Kartenvorverkauf. Die Veranstalter erwarten auch international eine hervorragende Beteiligung, es dürften laut Schweiger sogar »Sportler aus über 30 Nationen« am Start sein. Ihnen möchte man beste Bedingungen und eine hervorragende Kulisse bieten.

»Wir freuen uns alle auf die Sommer-WM«, betont Engelbert Schweiger, der sich noch gerne an die Winter-WM 2012 erinnert. »Und wir möchten das Wintermärchen von 2012 als Sommermärchen 2020 fortsetzen.« who