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Volles Gebläse und fetzige Gesänge

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Dominik Glöbl imitierte temperamentvoll Michael Jackson mit dem Lied »Birgit« (»Beat it«). »Die Bayerischen Löwen« boten im k1 »Bavarian Rock« vom Feinsten. (Foto: Heel)

Fünf schneidige Burschen, die tolle Musik machen und für ausgelassene Stimmung sorgen – so könnte man in aller Kürze den Auftritt des Blechquintetts »Die Bayerischen Löwen« im fast ausverkauften Studiotheater des Traunreuter k1 beschreiben, wo diese ihr neues Programm »Glück im Spiel, Blech in der Liebe« vorgestellt haben.


Ein Konzert, das auch diejenigen begeistert haben dürfte, die mit Blasmusik bislang nichts am Hut hatten. Einfach umwerfend und etwas ganz Eigenes, wie hier traditionelle Blasmusik mit Rock und Pop auf einen Nenner gebracht wurde, die fünf Musiker mit Trompeten, Posaunen und Tuba Blechgesänge anstimmten, die glatt vom Hocker rissen. Denn Frontmann Dominik Glöbl und seine großartigen Mitspieler Christian Striegl, Michael Wallner, Florian Blöchl und Franz Eisenschink überzeugten nicht nur als versierte Instrumentalisten, sondern auch mit kraftvollen A-cappella-Gesängen, originell und stilsicher.

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Berührungsängste kannten sie dabei nicht. Mit Witz und Ironie streiften sie Lieder wie Michael Jacksons »Beat it« den Mundartmantel über (»Birgit«), würdigten mit »Es tuat so weh« Rainhard Fendrich oder spielen einfach einen Klassiker wie »Over The Rainbow«. Sehr gut gefielen auch die Loblieder auf die »Highheelhaserl« oder den »Fuatgehmo« (mit sehr schöner Pointe), wobei alle Texte und Nachdichtungen aus eigener Feder stammten. Und wer schon immer wissen wollte, zu was der neue »Wunderkochtopf« auch zu gebrauchen ist, hier die Löwen-Antwort: »Der Thermomix – da feit si nix – der geht sogar ois Mörtemaschin.«

Kurzum, eine tolle Show, bei der die Zuhörer spürten, dass die fünf Burschen aus dem Niederbayerischen mit Leidenschaft und Fantasie bei der Sache sind. Dass sie, so talentiert wie kreativ, mit dieser Formation ihren eigenen Stil in einer sich auf dem Vormarsch befindlichen Brassbewegung gefunden haben. »Die Bayerischen Löwen«, das ist weiß-blauer »Bavarian Rock«, was sich auch in der Zugabe zeigte, in der Dominik Glöbl in einem grandiosen Queen-Medley sowohl Freddy Mercury als auch Ludwig II. wiederaufleben ließ. Da wurde aus »Under Pressure« einfach »So a Fescher« und »Who Wants To Live Forever« hieß bei ihm »I bin und bleib da Kine«. Wer wollte da widersprechen? Jedenfalls nicht das begeisterte Publikum, das nicht mit Applaus sparte. Wolfgang Schweiger

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