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»Volksmusik für die Seele« in Siegsdorf

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Alle Mitwirkenden fanden gemeinsam Platz auf der großen Bühne des Siegsdorfer Festsaals.

Siegsdorf – Begeisterte Besucher sowie gut aufgelegte Sänger und Musikanten, die vom Chiemgau bis hinüber ins Werdenfelser Land für den guten Zweck nach Siegsdorf gekommen waren, prägten den Benefiz-Volksmusikabend zu Gunsten des Irmengard-Hofs im Siegsdorfer Festsaal.


Nach einem flotten Auftakt der Wabach-Musi freute sich Organisator und Stiftungsbotschafter Siegi Götze über den vollen Saal und bedankte sich im Namen der Björn-Schulz-Stiftung und des Irmengard-Hofs für die Unterstützung. Alle Gruppen waren unentgeltlich seinem Ruf gefolgt, die Gemeinde Siegsdorf übernahm die Verpflegung der Mitwirkenden, die Gärtnerei Häusler hatte für den Blumenschmuck im Saal gesorgt und Michaela und Sepp Geisreiter halfen bei der Vorbereitung und Durchführung. Zudem konnte Götze auch auf die Unterstützung der Kreissparkassen aus Rosenheim und Traunstein sowie der Kultur- und Heimatpflege des Landratsamts Traunstein bauen, sodass der Erlös aus den Eintrittsgeldern in voller Höhe an den Irmengard-Hof weitergegeben werden kann.

Elisabeth Rehm führte locker und ungezwungen durch das Programm, stellte die Gruppen vor und erheiterte die sehr aufmerksamen Gäste mit feinen und zum Thema passenden Geschichten und Gedichten.

»Is denn des net a Lebm – konn's denn was schönas gebm« hatte Siegi Götze den Abend tituliert – und die Sänger und Musikanten zeigten, dass es nicht viel Schöneres und Angenehmeres geben kann, als mit dem Besuch einer derartig hochwertigen Veranstaltung etwas Gutes zu tun. Die vier Sänger vom Haushamer Bergwachtgsang eröffneten das gut zweistündige Programm. Sie hatten das Lied »Is denn des net a Lebm« noch extra einstudiert. Sie begeisterten im weiteren Verlauf mit bekannten Liedern vom Almabtrieb, der Liebe und der Jagerei und dem wunderschönen »Bei da Lind'n bin i gsessen«. Die vier aktiven Bergwachtler Anderl und Andreas Leid-gschwendner, Sepp Grundbacher und Martin Riedl, begleitet von Maria Holzer (Zither) und Heiner Oberhorner (Gitarre), gehören mittlerweile unbestritten zu den gefragtesten Männergesangsgruppen in Bayern.

Einen ähnlichen Bekanntheitsgrad darf man wohl auch der »Boarisch Alm Musi« attestieren, die mit dem Tiroler Manfred Wörnle und der Hochbergerin Simone Lahner an der Zither sowie ihrem Mann Albert an der Kontragitarre mit teils kerniger und markanter Zithermusik, aber auch mit feinfühlig getragenen Landlermelodien für Aufmerksamkeit sorgten. Ihre Stücke wie der »Myrthenkranzl-Walzer« oder »Herzbinggerle« stammten zumeist aus der Feder von Manfred Wörnle.

Elisabeth Rehm hatte für die Benefizveranstaltung ihre Eltern Hildegard und Waggi mitgebracht, mit denen sie seit Jahrzehnten als Familiengesang Rehm die gewachsene Werdenfelser Art des Singens vertritt. Sie erfreuten mit ihrem typischen Dreiklang mit »Auf de boarischen Alma«, und »A viereckats Wieserl« ebenso wie bei »Jagerischen- oder Liabsliedern« und jeweils einem angehängten Jodler. Dem 80-jährigen Waggi leuchtet dabei immer noch die pure Sangesfreude aus den Augen.

Mit der »Lenzensberg Soatnmusi« hatte sich Siegi Götze eine weitum bekannte Saitenmusi aus der Region auf die Bühne geholt. Mit Harfe, Zither, Hackbrett und Gitarre erfreuen Karin, Christine, Michaela und Sabine seit vielen Jahren mit traditionellem Spielgut des Salzburgers Tobi Reiser. Miche Scheurl aus Piding fügte sich als Aushilfe mit seinem sensiblen Kontrabass nahtlos in das harmonische Saitenensemble ein.

Abgerundet wurde das vielseitige Programm von den vier Musikanten der Wabach-Musi. Andreas Heindl, Korbinian Wühr, Martin Geisreiter und Sebastian Siglbauer sorgten mit Posaune, Ziach, Kontrabass und Gitarre und einigen instrumentalen Varian-ten für den schwungvollen aber nicht minder perfekten Rahmen des Abends.

Das Schlusswort blieb Angelika Lorenz vom Irmengard-Hof vorbehalten, die sich bei den Mitwirkenden für einen »Volksmusikabend für die Seele« bedankte und eine weitere Besonderheit und Wertschätzung des Abends hervorhob. Mit Siegi Götze und Elisabeth Rehm auf der Bühne sowie Traudi und Peter Vordermaier im Publikum waren gleich vier Botschafter der Stiftung in Siegsdorf vertreten.

Der langanhaltende Applaus der Besucher animierte die Musikanten zu einer weiteren Runde, die von der Lenzensberg-Musi mit einem Walzer begonnen wurde, der Haushamer Bergwachtgsang überraschte mit einem unglaublich klingenden Jodler, die Boarisch-Alm-Musi ließ einen staden Landler folgen und der Familiengesang Rehm sagte mit dem schönen »Guade Nacht« und einem Jodler »Pfüat Gott«. Den überraschenden, aber dennoch passenden Abschluss setzte die Wabach-Musi mit dem schmissigen »Ist die Welt auch noch so schön«, bei dem die Burschen erstmals auch ihre Qualitäten als Sänger aufblitzen ließen. FK