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»Voi bratzad« im Mühlwinkl

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Sage und schreibe neun Musiker hatten sich mitten im Mühlwinkl-Saal um Sänger und Moderator Martin Wilhelm gruppiert. (Foto: Strasser)

Seit im Jahr 2007 »Sauerkirsch«, die Kultband aus dem Achental, im Gasthaus Mühlwinkl ihr erstes »Unplugged«-Konzert aufgeführt hat, wiederholten sich diese mittlerweile als Doppelkonzerte angekündigten Veranstaltungen inmitten des Publikums im zweijährigen Rhythmus.


Auch diesmal waren beide Konzerte schon Wochen vorher ausverkauft. Ihr diesjähriges Programm »Voi bratzad« verhieß wieder jede Menge Rhythm & Blues, vermengt mit Polka- und Walzertakten, gefühlvollen Balladen und den schon legendären Geschichten über die Band, alles natürlich in bairischer Mundart.

Der »Fahrplan« eines jeden Konzerts lief wie gewohnt ab: zu Beginn wurden viele Lieder aus eigener Feder gespielt, wie den »Massa Toni«, ein Lied aus jenen Zeiten, als in Reit im Winkl während des Winters jeder, der einigermaßen Ski fahren konnte, als Skilehrer die Damenwelt beglückte, so eine Ansage von Frontmann Martin Wilhelm. Der »Maschtei«, wie er allgemein genannt wird, würzte jeden Song vorher ausführlich mit humorigen Anekdoten. Thomas Gartner (Gartei) an der Rhythmus-Gitarre, Schorsch Meier (Gitarre), Peter Janotta am Schlagzeug, Peter Lechner der Zweite (Bass und Tuba), die Bläser-Fraktion mit Peter Lechner (Saxophon) Franz Pichl (Saxophon) und Josef Lechner (Trompete) sowie dem Pianisten und Akkordeonspieler Markus Reiter, sorgten auch ohne zusätzliche Verstärkung für den typischen Sauerkirsch-Sound.

Wer aber diesmal als »Special-Guest« erscheinen würde, blieb bis nach der Pause zum zweiten Set ein wohlgehütetes Geheimnis. Nach »Gastauftritten« von »Elvis« oder »Tom Jones« bei vergangenen Sauerkirsch-Konzerten, regelmäßig parodiert und imitiert vom »Maschtei«, musste selbstverständlich auch dieses Mal wieder ein prominenter Musiker auftreten. In John Lennons grün-metallisch glänzender und goldbetresster Fantasie-Uniform aus der »Seargent Pepper-Ära« der Beatles ließ er deren unvergessene »Yellow Submarine« aufleben und mit einem in »Koa Trompeter« umgetexteten »Come together« trieb er seine Zuhörer zu lebhaften Applaus an. »Das gelbe Haus« oder »So was stinkt ma«, seit fast vier Jahrzehnten von keinem Sauerkirsch-Konzert mehr wegzudenken, waren neben »Rettet Snoopy« der bayerischen Brathendl-Version von »Hang on Sloopy«, einem 1960er-Oldie der McCoys, wieder die Publikumslieblinge. Sichtlich zufrieden mit der Begeisterung im Saal und dem Ruf nach Zugaben, verabschiedeten sich die »Sauerkirschen« mit dem Tom Jones-Klassiker »Delilah« von der Staudacher Musikbühne. Reiner Strasser