weather-image
20°

Violent Femmes bleiben ihrem Sound treu

0.0
0.0
Violent Femmes
Bildtext einblenden
Die Violent Femmes flirten mit alten Zeiten. Foto: PIAS Foto: dpa

Ihre großen Hits von vor über 30 Jahren machen immer noch Spaß und sind dank Schepper-Beats und dreckiger Sounds unverkennbar. Nun veröffentlichen die Violent Femmes ihr zehntes Album, das an frühere Erfolge anknüpfen soll.


Hannover (dpa) - Rotzig und roh klangen die Violent Femmes, als sie Anfang/Mitte der 80er ihre großen Indie-Hits herausbrachten.

»Blister In The Sun«, »Kiss Off« und »Gone Daddy Gone« waren trotz minimalistisch hämmernden Schlagzeugs und schnoddriger Gitarren Ohrwürmer. Ihr zehntes Album »Hotel Last Resort« ist nun ein Flirt mit diesen alten Zeiten. Neu erfinden will sich die Band damit nicht.

Die meisten der 13 Songs sind kurz und klingen häufig so dreckig eingespielt wie auf dem selbstbetitelten Debütalbum (1983) der in Milwaukee gegründeten Violent Femmes. Die Musiker um Sänger und Gitarrist Gordon Gano und Bassist Brian Ritchie versuchen sich neben Punk und Folk wieder an - aus Rockfan-Sicht - exotischeren Stilen: Gospel, Blues und Country mischen sie in ihren Sound.

Der Opener »Another Chorus« ist eine augenzwinkernde Bitte an alle Musiker: »Please don’t sing another chorus, that’s the thing that really bores us« (»Bitte singt nicht noch einen Refrain, das langweilt uns wirklich«). Passend zum Text grölt Gano den Refrain mit schiefer Stimme. Lustig ist das - schön allerdings nicht.

Leider gelingt es der Band auch in anderen Songs nicht, Eingängigkeit zu erzeugen. »I Get What I Want« und »This Free Ride« klingen zwar vielversprechend mit ihrem treibenden Sound und Ganos nasalem Gesang, der sich immer ein bisschen so anhört, als käme er aus einem Blechtelefon. Aber die Lieder verfangen nicht.

Eine Enttäuschung ist der Titelsong, die erste Single - die Band nahm sie zusammen mit dem Sänger und Gitarristen der legendären US-Band Television, Tom Verlaine, auf. Unmelodisch und mit schrägem Gesang wabert der Track vor sich hin, ohne dass sich ein Spaß wie bei den früheren Hits einstellt.

Das einsame Juwel der Platte ist das ausgeruhte »Everlasting You«. Mit stakkatohaftem Rhythmus, der an »Waiting For The Man« von The Velvet Underground erinnert, und Surf-Klängen schafft die Band einen reizvollen Kontrast und echten Wiedererkennungswert.

Website Violent Femmes