weather-image
24°
So viele Besucher wie noch nie auf dem Kehlstein – Rekordergebnisse beim Saisonabschluss in Ramsau vermeldet

Viermal rund um die Erde

Ramsau – Beim längst traditionellen Kehlsteinabschied im Gasthaus »Schwarzeck« war eigentlich alles wie immer. Natürlich gab es Lob für die Fahrer, die wieder eine unfallfreie Saison ablieferten, dabei insgesamt eine Strecke zurücklegten, die exakt 4,2-mal einer Erdumrundung entspricht.

Ein gutes Jahr muss gefeiert werden (v.l.): TRBK-Vorsitzender Franz Rasp, Baudirektor Sebald König, Teamleiter Christian Bründl, Katja Pfnür, Andreas Ruhland, TRBK-Geschäftsführer Michael Wendl, »Kehlsteinkönig« Georg Winkler, Peter Stempfl, Manfred Szill, RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz, Andreas Kerschbaumer, RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz und Dietmar Lechner. (Foto: privat)

Noch nie seit Bestehen der Kehlsteinlinie wurden so viele Fahrgäste wie in diesem Jahr auf den Berg gebracht, wobei im Mai bereits mit fast 4 500 Gästen die Tageshöchstleistung registriert werden konnte. Der Rekordmonat mit rund 93 000 Passagieren wurde diesmal der August.

Die alljährlich in besonderer Weise aus der Saison verabschiedeten Busfahrer, die die Kehlsteinlinie bedienten, und das sie dabei begleitende Personal seien nur ein Zweig der RVO-Niederlassung in Berchtesgaden, der nicht vergessen lassen dürfe, dass es viele andere Kollegen gäbe, die ganzjährig den üblichen Dienst mit Bravour versähen und dabei gegen Widrigkeiten vielerlei Art kämpfen müssten, sagte RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz.

Die Kehlsteinlinie allerdings habe in dieser Saison einige Rekorde einfahren können und am Ende Zahlen geliefert, die seit der Eröffnung der Linie 1952 bisher nie erreicht wurden. An 44 Fahrtagen wurden mehr als 3 000 Fahrgäste befördert, an sechs Tagen sogar über 4 000. An den 168 Betriebstagen zwischen dem 8. Mai und dem 28. Oktober wurden insgesamt 13 246 Auffahrten geleistet, die insgesamt 412 812 Fahrgäste auf den Berg brachten. Das sind 29 200 mehr als im Vorjahr. Mehr als 20 Millionen Höhenmeter mussten bei Auf- und Abfahrten überwunden werden. Dabei müsse auch erwähnt werden, dass an acht Tagen wetterbedingt keine Fahrten stattfinden konnten.

Insgesamt sind auf der Strecke zwischen Busabfahrtsstelle und Plateau 185 604 Kilometer zurückgelegt wurden, was mehr als vier Erdumrundungen entspricht. Was allerdings auch einer höheren Fahrleistung bedurfte und eine Aufstockung der Tages-Busflotte von zuerst zehn auf zwölf und mitunter sogar 14 Fahrzeuge erforderte. Wobei, das war Andreas Datz wichtig, in diesem Jahr fünf neue Fahrzeuge zum Einsatz kamen, vier weitere sind für die kommende Saison bereits geplant. Normal, sagt Datz, sei die Einsatzzeit eines Busses auf zwölf Jahre ausgerichtet. Auf dieser besonderen und sensiblen Linie seien die Einsatzzeiten wesentlich kürzer.

Ein Vorjahr des »Umbruchs« war die Saison 2017 ebenfalls. Sebald König vom Staatlichen Bauamt Traunstein nahm zum letzten Mal am Kehlsteinabschied teil, ebenso RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz. Gelegenheit für weitere Ehrungen gab es, wie immer, auch diesmal reichlich.

Unerreicht und deshalb immer noch auf dem Thron ist der »Kehlsteinkönig« Georg Winkler, der in dieser Saison seine 16 000. Fahrt absolvierte. Als er rund 10 000 Fahrten hinter sich hatte, war ihm mit großem Respekt (vom »Berchtesgadener Anzeiger«) die Königswürde verliehen worden. Diese Marke hat nun auch Andreas Kerschbaumer erreicht. Da seine Majestät noch nicht an Abdankung denkt, ist er nun zumindest Thronfolger, Prinz allemal. Auch die 9 000. Fahrt von Ernst Angerer und die 6 000. von Bernhard Resch sind der Erwähnung immer wert. Die Namen aller Geehrten finden sich im nebenstehenden Kasten. Hervorzuheben ist auch die Leistung von Christian Ebner, der seine zehnte Saison als Fahrdienstleiter leistete.

Lob sollte es aber nicht nur für die Fahrer der Busse geben, auch für alle anderen, die von Mai bis Oktober unermüdlich Dienst leisten, beispielsweise an den Kassen, wo nicht nur Karten und Geld die Seiten wechseln, sondern auch Tausende von Fragen gestellt und beantwortet werden. Eine besondere Ehrung erfuhr so Katja Pfnür, die nach 22  Jahren Kassendienst auf dem Kehlstein verabschiedet wurde. Nach Lehre und Arbeit in einem Reisebüro, war sie viele Jahre bei der Lufthansa als Flugbegleiterin tätig und wurde, nachdem sie die Welt kennengelernt hatte, ab der Saison 1995 »sesshaft« auf dem Kehlstein. Im Winter übrigens an der Skibuskasse Oberau.

Nach rund 18 500 Stunden an der Kasse, hat Niederlassungsleiter Andreas Datz errechnet, und rund 128 Millionen dienstlich in Deutsch, Englisch und Französisch gesprochenen Wörtern, geht Katja Pfnür, die ihren Kollegen auch als Helferin beim Erlernen der ganz speziell auf dem Kehlstein geforderten fremdsprachigen Vokabeln behilflich war, in den sehr verdienten Ruhestand. Dieter Meister