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Viele Defizite im Berchtesgadener Radwegenetz – Diskussion im Gemeinderat

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Berchtesgaden: Viele Defizite im Radwegenetz – Diskussion im Gemeinderat
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Ab Wemholz ist der Radweg zum Königssee vorbildlich. Doch im Bereich der Königsseer Straße gibt es noch Defizite . (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Radfahrer haben es in der Marktgemeinde Berchtesgaden, aber auch im gesamten Talkessel nicht leicht. Darüber waren sich die Marktgemeinderäte auf ihrer Montagssitzung weitgehend einig. Sie diskutierten auf Anregung von 2. Bürgermeister Bartl Mittner darüber, wie man für ein besseres Alltagsradwegnetz sorgen kann. Sicherheit und Orientierung stellten wichtige Aspekte dar.


Bartl Mittner (SPD) brach eine Lanze für die Radfahrer und zählte mehrere Schwachstellen im Radwegenetz der Marktgemeinde auf. »Die Beschilderung ist ein großes Defizit«, so Mittner. Der Radweg aus Richtung Bischofswiesen ende abrupt beim »Haus der Berge«. Der Radler habe keine Orientierung mehr und eine Weiterfahrt über den Gmundberg sei gefährlich. Ebenso gefährlich sei es für Radler, die Gmundbrücke zu befahren, deshalb forderte Mittner eine bessere Verkehrsführung für Radfahrer. Auch Ladestationen für E-Bikes sollte es im Markt geben.

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Marktbürgermeister Franz Rasp (CSU) stimmte Mittner grundsätzlich zu. »Wir müssen umdenken«, betonte er und forderte eine Leitung und Lenkung des Radverkehrs. Das Radfahren werde eines der Kernthemen der nächsten Jahre werden. Für eine bessere Orientierung der Radfahrer sei es wichtig, die Beschilderung auf den Boden zu malen. Rasp sah die Verknüpfungspunkte der Radwege als großes Problem. Beim Hirschensprung steht am Ende der Strecke nur ein Schild mit der Aufschrift »Ende«.

Ein Alltags-Radweg sei aber nicht ohne bauliche Maßnahmen zu bekommen, sagte Rasp. »Jeder nicht asphaltierte Radweg ist dafür untauglich«, sagte er. So sollte man unter anderem über eine Asphaltierung des Weges von der Gartenau zur Almbachkamm nachdenken.

Dr. Bartl Wimmer (Bündnis 90/Die Grünen) beklagte sich, dass die staatlichen Behörden Radfahrer und Fußgänger in den Baumaßnahmen nicht berücksichtigen würden. Man hinke im Vergleich zu anderen Ländern hinterher. Deshalb appellierte Wimmer, der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern künftig mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Franz Rasp stimmte zu, dass das Thema Sicherheit für Radfahrer wichtig sei. Zugleich ist der Rathauschef aber der Ansicht, dass der künftige einspurige Kreisverkehr am Bahnhof für Radfahrer sicherer sei als zuvor der zweispurige: »Jetzt kommen die Autos leicht an einem Radfahrer vorbei«.

Patrick Vietze

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