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Viel Verständnis für Verlegung der Landesausstellung

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Entgegen bisheriger Planung veranstaltet das Haus der Bayerischen Geschichte die Landesausstellung 2021 nun doch nicht im Königsschloss auf der Herreninsel.

Viel Verständnis zeigen Politiker im Landkreis Traunstein für die Verlegung der Landesausstellung 2021 »Götterdämmerung II – Die letzten Monarchen« vom Neuen Schloss Herrenchiemsee ins Museum der Bayerischen Geschichte (HdBG) nach Regensburg. Dass die heimische Region die Veranstaltung verliere, sei zwar schade, so ihr Tenor. Aber die Corona-Krise lasse keine andere Wahl.


Dass die Ausstellung nun nicht auf Herrenchiemsee stattfindet, sei »sehr schade«, so Landrat Siegfried Walch (CSU). »Wir hatten uns alle schon gefreut.« Der Landrat legt, wie er weiter ausführt, stets »großen Wert« auf die Kultur. Der Landkreis verfüge über »tolle Schätze«. Walch betonte jedoch auch, dass man Verständnis für die Entscheidung zeigen müsse. Bedingt durch die Auflagen in der Corona-Krise könnten nur wenige Besucher in die Landesausstellung kommen – was nicht erstrebenswert sei. Walch sprach von einer »Vernunftentscheidung«. Mit Rosenheims Landrat Otto Lederer sei er sich einig, vielleicht später einmal wieder eine Landesausstellung – dann zu einem anderen Thema – ins Schloss Herrenchiemsee zu holen.

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Auch stellvertretender Landrat Josef Konhäuser (SPD) sagt, »es ist schade, dass die Landesausstellung 2021 nicht in unserer Region auf Herrenchiemsee stattfindet«. Und auch er zeigt Verständnis für diese Entscheidung der Veranstalter. »Keiner kann aus heutiger Sicht sagen, wieweit uns die Corona-Pandemie im Mai 2021 noch begleitet.« Daher müsse man die Entscheidung zur Verlegung nach Regensburg akzeptieren. »Wir sollten aber versuchen, dass wir nach Corona eine Ersatzveranstaltung in dieser Größenordnung in unsere Region bekommen.«

Auch Landtagsabgeordneter Klaus Steiner (CSU) bedauerte die Absage der Ausstellung im Neuen Schloss. Schließlich befasse er sich gerade auch persönlich viel mit Bayerns Geschichte. Er zeige jedoch »größtes Verständnis«, wenn die Veranstalter darauf verzichten, die Landesausstellung »in so einer speziellen Situation« wie der Corona-Krise im Königsschloss auf der Herreninsel zu veranstalten. Zu groß wären die Einschränkungen im Schloss – und nicht zuletzt auch auf den Schiffen. Das Virus mache alle Planungen in der Region zunichte. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, dürfe man nicht unterschätzen. Man müsse sich immer wieder vor Augen halten, dass die Pandemie Realität ist – und man dürfe sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Gisela Sengl (Bündnis 90/Die Grünen) meint, »Corona stellt uns alle vor riesige Herausforderungen. Es muss immer wieder die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit gefunden werden.« Aus diesem Grund findet sie es »einerseits natürlich sehr schade, dass die Ausstellung nicht im Chiemgau auf Schloss Herrenchiemsee stattfinden kann. »Auf der anderen Seite ist klar: Um die Einhaltung der Corona-Hygiene-Regeln und damit die Gesundheit der Besucher und Besucherinnen zu gewährleisten, könnten an diesem Ort nur sehr viel weniger Menschen als sonst üblich die Landesausstellung genießen.« Denn schon jetzt sei die Besucherkapazität für normale Schlossbesuche manchmal mittags bereits ausgeschöpft. »Eine Landesausstellung soll aber möglichst vielen Menschen die Gelegenheit für eine Besuch bieten können, deshalb begrüße ich unter diesen Umständen die Verlegung der Landesausstellung in das Haus der Bayerischen Geschichte nach Regensburg.«