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Vettel will Kehrtwende im WM-Kampf perfekt machen

Yeongam (dpa) - Nach fast fünf Monaten in der Verfolgerspur bleibt Sebastian Vettel keine Zeit zum Verschnaufen. Der Doppelweltmeister kann in Südkorea zum ersten Mal seit dem 27. Mai wieder die Führung in der Gesamtwertung übernehmen und Fernando Alonso im Titel-Duell einen Tiefschlag verpassen.

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Sebastian Vettel könnte sich wieder an die SPitze der Fahrerwertung setzen. Foto: Kimimasa Mayama Foto: dpa

«Wichtig ist, dass wir nicht jetzt schon zu rechnen anfangen, sondern weiterhin konzentriert bleiben», sagte der 25-Jährige. In Südkorea will Vettel seinen dritten Saisonsieg in Serie ansteuern und weiter Kurs auf den historischen Titel-Hattrick halten.

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Pünktlich zur entscheidenden Saisonphase scheint Vettel alle Trümpfe in der Hand zu halten. Er siegte in Singapur, er siegte in Japan. Und Yeogam liegt dem Hessen und seinem Red Bull. 2010 bei der Rennpremiere dominierte er das gesamte Wochenende, eroberte die Pole Position, schied aber an der Spitze fahrend vorzeitig aus. 2011 siegte Vettel schließlich und holte eine Woche nach seinem WM-Sieg in Suzuka damit auch die Team-Wertung für Red Bull. Einfach wird es aber nicht. «Der Kurs fordert dir alles ab», sagte Vettel.

Es wird die fünftletzte Station in diesem Jahr. Spätestens am 25. November will Vettel, der seine WM-Führung am 27. Mai nach dem Großen Preis von Monaco an Alonso abgeben musste, ganz oben stehen. Mit seinem dritten WM-Triumph nacheinander würde er sich zu den Hattrick-Legenden Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher gesellen. Doch noch führt Alonso. Auf vier Punkte ist der Vorsprung des Spaniers im Ferrari aber vor dem Großen Preis von Südkorea am Sonntag (08.00 Uhr/RTL und Sky) geschrumpft.

Und in Maranello geht die Angst um. «Wir können Sebastians Tempo derzeit nicht mitgehen», gab Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo zu. Die Konkurrenz dürfte kaum Zeit gefunden haben, den in Suzuka offenbar gewordenen Technik-Vorsprung am überarbeiteten Red Bull verkürzt zu haben, selbst wenn Teamchef Stefano Domenicali eiligst nach Italien düste. «Ich erwarte gewaltige Anstrengungen unserer Ingenieure», forderte di Montezemolo. Zugleich machte er seiner Mannschaft nach dem bitteren Alonso-Aus am Sonntag in Suzuka nach der ersten Kurve Mut: «Diese WM ist immer noch in unseren Händen.»

Auch die bis Singapur dominanten McLaren glauben noch an ihre Mini-Chance. «Ich bin immer noch überzeugt davon, dass wir weiter kämpfen können. Das Resultat in Suzuka zeigt doch, dass alles passieren kann», sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh angesichts Alonsos Ausfall. Nur haben die Briten in Ex-Champion Lewis Hamilton lediglich nur noch einen Weltmeister-Kandidaten - Teamkollege Jenson Button liegt bereits 63 Punkte hinter Alonso. Und Hamilton konnte als Fünfter in Japan eben nicht entscheidend von Alonsos Pech profitieren. Noch immer liegt der Brite 42 Zähler hinter dem Spanier.

Zudem scheint Hamiltons Wechsel zu Mercedes im kommenden Jahr der Stimmung bei McLaren nicht gerade zuträglich gewesen zu sein. Nach dem Japan-Rennen sorgte der 27-Jährige mit einer Attacke via Twitter auf seinen Stallrivalen Button für Aufruhr, weil dieser seine Nachrichten nicht lesen würde. Später ruderte Hamilton reumütig zurück: «Mein Fehler.» An einem Strang scheinen die McLaren allen Beteuerungen zum Trotz nicht zu ziehen.

Etwas gutzumachen hat auch Mercedes nach dem verkorksten Rennwochenende mit null Punkten in Suzuka. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher geht in seinen fünftletzten Karriere-Grand-Prix und setzt angesichts der langsameren Strecken-Charakteristik auf ein besseres Resultat als Rang elf in Suzuka. «Von der grundsätzlichen Charakteristik sollte sie uns besser liegen als Japan, von daher fahren wir gut gestimmt nach Korea», verkündete der 43-Jährige.