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Verstärkung durch Ramona Mühlbachers Stimme – Konzert erbringt 862 Euro

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Das Duo »Folk & more« ist ein Garant für einen abwechslungsreichen Mix aus Folksongs, Evergreens und selbst gemachten Liedern – so auch beim Benefizkonzert in St. Leonhard. (Foto: Eder)

Amerikanische Folksongs, Evergreens und eigene Kompositionen – diese Mischung macht den Reiz von »Folk & more« aus. Erstmals trat das Duo in St. Leonhard auf, wo Sängerin Resi Mühlbacher zu Hause ist. Dieses Heimspiel für Resi Mühlbacher hatte auch einen ganz konkreten Hintergrund: In der Schule, in deren Turnhalle das Konzert stattfand, soll ein Gartenhäuschen zur Unterbringung der vielen Pausen-Spielgeräte gebaut werden, und das Konzert sollte etwas zur Finanzierung des auf rund 4000 Euro geschätzten Häuschens beitragen, wie Schulleiterin Maria Hipf zu Beginn sagte. Die knapp 150 Besucher spendeten denn auch großzügig: So kamen letztlich genau 862 Euro zusammen.


Das erste Lied des Abends war bezeichnend für die Musikalität und die Liebe zur Musik von »Folk & more« mit Michael Schankweiler als tragender Säule, von dem nicht nur die Arrangements, sondern auch viele eigene Lieder stammen. Er begann das Programm mit seinem »Liebeslied« an seine Gitarre: »Ich hab so gern mit dir gespielt«, bekannte er da – in Erinnerung an eine Zeit, da er aus gesundheitlichen Gründen eine ganze Weile nicht mehr spielen konnte.

Im Konzertprogramm folgten Lieder von Musikern, die Schankweiler als seine Vorbilder bezeichnet: vor allem von Songwritern wie Eric Clapton (»Before you accuse me« oder »Wonderful tonight«), dem jüngst 70 Jahre alt gewordenen Bob Dylan (»Times are a changin«), aber auch dem deutschen Liedermacher Reinhard Mey, von dem »Folk & more« das berühmte »Annabelle« spielten – wobei Schankweiler einräumte, dass er das ganz bestimmt nicht in der Geschwindigkeit von Reinhard Mey singen könne: »Der singt ja vier Silben pro Sekunde.«

Mit der »Neuzeit« – so der Titel einer weiteren Eigenkomposition – hat Schankweiler so seine Probleme, mit dem Handy und den vielen anderen Medien: »Wie das wohl früher war?«, fragt er sich in seinem Lied. Und zeigt sich bei weiteren eigenen Titeln als ebenso nachdenklicher wie musikalisch vielseitiger Songschreiber: so etwa bei seinen Erinnerungen an die Jugend am Niederrhein oder bei seinem Liebeslied an ein »Little Girl«.

Resi Mühlbacher macht sich ebenfalls so ihre (musikalischen) Gedanken mit ihrem neuen, selbst geschriebenen Lied über »Freundschaft« und mit einer großartigen Darbietung von Leonard Cohens »Hallelujah« mit einem eigenen deutschen Text. Nicht immer aber war alles tierisch ernst: Die Ansagen hatten häufig einen humorigen Unterton, und mit ihrem »Schnucki, fahr ma nach Kentucky« ernteten »Folk & more« nicht nur viel Gelächter im Publikum, viele klatschten bei diesem alten Gaudi-Lied auch gern mit.

Musikalische Höhepunkte des Abends waren aber die Lieder, bei denen sich als Dritte im Bunde Resi Mühlbachers Tochter Ramona, 21 Jahre jung, dazu gesellte. Sie verfügt über eine tolle Stimme, die sicher noch eine Menge mehr Potenzial hat, als sie an diesem Abend zeigen durfte, und lieferte einen ganz souveränen Part ab. Im Duett mit ihrer Mutter hörte sich das richtig gut an, etwa bei »The Circle Game« von Joni Mitchell, bei »All About It« von Emeli Sandé oder bei dem CCR-Klassiker »Cottonfields back home«. Ein ganz besonderer Höhepunkt war schließlich noch die Zugabe, als die beiden Damen gemeinsam und stimmgewaltig den Seer-Titel »Wuids Wasser« anstimmten – da gab es schon ein bisschen Gänsehautgefühl. Großer Beifall belohnte die Musik des Trios.

Zu dem Gartenhäuschen hat inzwischen auch die Sparkasse 500 Euro beigetragen, die Puzzle-Day-Teilnehmer haben weitere 500 Euro gespendet und auch durch den Spendenlauf an der Schule kommt noch etwas Geld dazu. Hans Eder