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Verpasste Chancen und Urlaub auf da Wiesn

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Roland Hefter schaut genau hin und unterhält die Zuhörer mit seinen Liedern aus dem Leben. (Foto: Ortner)

Musik gespielt hat Roland Hefter schon immer. Regelmäßig mit seiner Band Isarrider und früher, in seiner zweiten Heimat, dem Schwabinger »Podium«. Er ist ein Drittel von »Drei Männer mit Gitarre«, der Isarrider aus der ARD-Vorabend-Erfolgs-Serie »München 7« und der »Bielefelder« aus dem Erfolgs-Kino-Hit »Hinterdupfing«. Und grade ganz frisch aus dem Presswerk hat der Mundart-Liedermacher und Musikkabarettist sein neuestes Werk »I dad’s macha« in den Liederkoffer gepackt, mit dem er den NUTS-Besuchern einen höchst unterhaltsamen Abend bescherte.


Das Titelstück erzählt von verpassten Chancen und Gelegenheiten – und der Reue. Auch die Definition und Vergänglichkeit von Schönheit sind ein guter Punkt für beiderlei Geschlecht in der Rubrik »Lebenshilfe«, bisweilen reichlich gespickt mit süffisanten »Weisheiten« und schlüpfrigen Anspielungen. Denn herauszufinden, was Frauen wirklich wollen, ist gelegentlich ein schwieriges Unterfangen, das nicht nur den Männern Probleme bereitet. Passende Anekdoten scheint Hefter mühelos aus dem Ärmel zu schütteln.

Auch für den »Urlaub auf da Wiesn« und fröhliches Musikkabarett Marke »Heit sauf i di schee«. Wobei das Saufen und der Rausch nur das Deckmäntelchen für zwei ehrliche Anliegen sind: »Älter werden ist keine Schande, und das Wichtigste ist die Liebe.« Bei aller Ernsthaftigkeit kann er sich einen verschmitzten Seitenhieb aber doch nicht verkneifen: »Der Körper ist ein Haus für die Seele, aber es gibt scho gscheide Bruchbuden.«

»Ma is nur oamoi auf da Welt«, trotzdem sollte sich jeder nicht immer nur so fürchterlich wichtig nehmen. Und auch wenn sich die ultimative Lösung für lebensübergreifende Wechsel-Situationen im Sinne von »Oane fia ois« nicht abzeichnet findet sich doch immer wieder jemand, der dieselben Probleme hat – nicht nur wenn’s ums Sockensuchen geht.

Trotzdem kennt natürlich auch Roland Hefter das Problem mit der Rastlosigkeit, den vielen Vorsätzen und Plänen, die man wegen zig Gründen dann doch nicht in die Tat umsetzt. Lachen sollen die Leute bei seinen Konzertabenden und viel Spaß haben, das ist Roland Hefter ein großes Anliegen. Angesichts seines ausgeprägten Naturtalents zum humorvoll-bildhaften Schildern von kuriosen Alltagssituationen wie sie jeder schon mal selbst erlebt hat, ist das auch überhaupt nicht schwer.

Eigentlich sei er ja Trompeter, sagt er, »aber singen und Trompete spielen vertragt sich so schlecht.« Drum sei er auf die Gitarre umgestiegen. Und das ist gut so. Denn schade wäre es schon, wenn man um all die schönen Lieder gekommen wäre, die Hefter so ganz direkt aus dem Leben nimmt. Er ist ein Mann der offenen Worte, der die Dinge beim Namen nennt, humorvoll, oft genug zur großen Freude der Anwesenden etwas überspitzt und mit großer Freude an der Süffisanz, aber auch einem leichten Ernst zwischen den Zeilen, sodass man sofort erkennt: »Da Hefta« denkt sich sehr wohl was bei seinen Texten und schaut und hört genau hin. Maria Ortner