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Der ehemalige Skirennläufer Christian Gruber wechselt ins Traineramt

Verletzungen verhindern große Karriere

Schon früh galt der heute 24-jährige Christian Gruber als großes Skitalent. Verletzungen verhinderten allerdings eine große Karriere, sodass der Bischofswieser im letzten Winter einen Schlussstrich unter seine Laufbahn als Aktiver zog. Jetzt will Gruber erst einmal als Trainer seine Erfahrungen an die jungen Skitalente weitergeben.

Die große Skihoffnung Christian Gruber hat im letzten Winter nach vielen Verletzungen seine Laufbahn beendet. Jetzt wechselt er erst einmal ins Traineramt. (Foto: Wechslinger)

In Loipl aufgewachsen, hatte der kleine Gruber keinen weiten Weg zum Götschen und kam so schon früh in die Trainingsgruppe von Sebastian Hölzl, der die Nachwuchsarbeit im WSV Bischofswiesen leitete. Schnell wurde Christian Gruber im Schüler- und später auch Jugendbereich Siegläufer auf allen Ebenen. Insgesamt 88-mal hat er bei den verschiedenen Rennen auf nationaler wie internationaler Ebene gewonnen. Unter anderem beim Topolino-Rennen, das auch als Schüler-Weltmeisterschaft bezeichnet wird. Im ersten Jugendjahr lag der Loipler in der internationalen Slalom-FIS-Wertung an der siebten Stelle.

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»Ich habe dann aber meine Gelassenheit etwas verloren und so wurden auch die Ergebnisse schlechter«, erinnert sich Gruber heute. Bei Rennen ist er schließlich oft ausgeschieden. Doch wenn er ins Ziel gekommen ist, dann war er auch vorne dabei. Die Trainer standen jedenfalls immer hinter dem Talent.

Einen erheblichen Rückschlag brachte das Jahr 2012, als sich Gruber bei einem Europacup-Rennen in Pfelders schwer verletzte und die ganze Saison ausfiel. Im folgenden Jahr begann der Bischofswieser dann nach den Reha-Maßnahmen zu früh mit dem Training und bekam eine Entzündung in das malträtierte Knie. Diese Verletzung zog sich dann über die letzten Jahre hin und führte schließlich zum Karriereende des heute 24-Jährigen.

Dabei war er im Jahr 2014 sogar einmal bei einem Training für ein Weltcuprennen bester Deutscher vor Leuten wie Dopfer, Strasser oder Luitz, bekam einen Sonderstatus in einem sogenannten Förderkader und durfte noch bei internationalen FIS-Rennen starten. Doch Christian Gruber litt weiterhin an seinen Verletzungen und schaffte den Anschluss einfach nicht mehr.

In den letzten Jahren seiner Skikarriere war der Läufer vom WSV Bischofswiesen auf sich alleine gestellt. Er versuchte in den Vereinigten Staaten, über die Noram-Rennserie zu guten FIS-Punkten und zu einer Rückkehr in die Skielite zu kommen. Gruber wurde dort sogar bei einem Riesenslalom Neunter und startete hoffnungsvoll in die Saison 2016/17. Doch bereits am 3. Januar bei einem Rennen in Bad Wiessee bekam er wieder einen Schlag auf sein Knie. »Ab diesem Zeitpunkt habe ich das Vertrauen in meinen Körper verloren und es kam die Angst hinzu«, erinnert sich der Rennläufer, der sich dann entschloss, seine Ski endgültig in die Ecke zu stellen. »Ich war damals ehrlich zu mir selbst und bin mit Freunden gleich einmal für einen Monat nach Thailand gereist.«

Doch ganz los vom Skisport kommt Christian Gruber nicht, denn man hat ihm vonseiten des Deutschen Skiverbandes über Wolfgang Maier einen Trainerposten angeboten, den er annehmen möchte. Allerdings muss sein Knie bis dahin ausheilen. Vorerst hat Gruber ein Fernstudium aufgenommen, um sich ein zweites Standbein zu schaffen. Im letzten Jahr hat der Skibegeisterte auch schon mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Skilehrer begonnen. Ab dem Herbst wird Gruber dann mit einer Chiemgauer Nachwuchsmannschaft U 14 bis U 16 arbeiten, worauf er sich schon sehr freut. cw