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Star-Tenor Rolando Villazón als Mozart-Botschafter bei der Mozartwoche 2018

Vergebung statt Vergeltung

Star-Tenor Rolando Villazón will als Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum zwischen dieser und der Welt Brücken bauen – nicht nur, um Mozarts Musik, sondern auch den Menschen Mozart bekannt zu machen. Dass sich nicht nur Rolando Villazón selbst auf diese spannende Herausforderung freut, war bei der Präsentation des Programms der Mozartwoche 2018 deutlich zu spüren.

Rolando Villazón will als Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum Brücken bauen – und den Menschen Mozart näherbringen. (Foto: Mikosch)

Der Temperament und Optimismus versprühende Sänger will seinen Bekanntheitsgrad weltweit nutzen und »die tiefe, großartige und funkelnde Welt des Wolfgang Amadé Mozart den Menschen näher bringen, den größten aller Komponisten«. Er betonte, welch große Ehre und Freude es für ihn ist, dass er diese Aufgabe übernehmen darf. »Mozarts Musik hören zu dürfen, führt uns zur rätselhaft-klaren Seele der Musik selbst und öffnet Türen, Wunden und Pfade in unserer eigenen komplizierten Menschenseele.«

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Gemeinsam mit der neuen Intendantin Maren Hofmeister möchte Rolando Villazón Wege finden, Mozart auch der Jugend durch mehr Medienpräsenz näher zu bringen, eine internationale Konzerttournee ausarbeiten und ein Mozart-Projekt in Lateinamerika starten. So wird er bei der Mozartwoche 2018 in seiner Eigenschaft als Mozart-Botschafter das Abschlusskonzert nicht nur als Tenor mitgestalten, sondern auch eingebunden sein mit Lesungen aus Mozarts Briefwechsel mit seiner Frau Constanza.

Durch sein mitreißendes Temperament und seine Begeisterung soll es Rolando Villazón gelingen, die Menschen dafür zu interessieren, was Mozart persönlich beschäftigte und ihn geprägt hat und dabei dem Publikum auch den Menschen und Ehemann Mozart nahe zu bringen.

Die Mozartwoche erstreckt sich vom 26. Januar bis 4. Februar 2018. Eröffnet wird sie mit der Neuinszenierung von Mozarts »Entführung aus dem Serail« unter der musikalischen Leitung des belgischen Dirigenten René Jacobs, der erstmals ein junges, sorgfältig ausgewähltes Sängerensemble mitbringt. Die deutsche Regisseurin Andrea Moses gibt mit dieser Produktion ihr Debüt in Salzburg. Mozart lässt in seinem ursprünglich als Singspiel bezeichneten Werk zum guten Schluss Vergeben statt Vergeltung walten, indem der Herrscher Bassa Selim den Sohn seines Erzfeindes begnadigt. Und dieser Gedanke – vergeben statt vergelten – steht als prägendes Motto über der Mozartwoche 2018.

So wird bereits vor der Premiere die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse im Großen Saal des Mozarteums in einer Rede auf dieses Thema einstimmen: »Ach, wenn Du die Liebe kenntest – Vergebung statt Vergeltung«. Vertieft werden soll dieses Thema auch durch ein Gespräch mit dem deutschen Philosophen und Bestsellerautor Richard David Prechtl.

Die Tatsache, dass sich Mozart 1782 in Wien erstmals mit Partituren von Joh. Sebastian Bach und dem Komponieren von Fugen beschäftigte, steht in der Mozartwoche 2018 im Mittelpunkt. Drei Konzerte mit den Wiener Philharmonikern werden von drei Dirigenten geleitet, wovon zwei mit diesem Klangkörper ihr Debüt geben: der junge Franzose Alain Altinoglu, Musikdirektor der Brüsseler Oper, und der Brite Robin Ticciati, Musikdirektor von Glyndebourne. Jeder bringt neben Werken Mozarts auch solche mit, die auf ihre persönliche Biografie hinweisen: Altinoglu dirigiert auch Georges Bizets mozartnahe einzige Symphonie mit, Ticciati das Elgar-Violinkonzert und der Russe Valery Gergiev, Intendant des Petersburger Mariinskytheaters, erinnert mit der »Mozartiana« von Tschaikowsky an dessen 125. Todestag.

Neben den verschiedenen Orchestern zeigen ebenso die zahlreichen Pianisten – Daniel Barenboim, András Schiff, Robert Levin, Piotr Anderszewski, oder der Mozartwoche-Debütant Davis Fray – durch die breite Palette ihrer verschiedenen Interpretationen, wie individuell Mozart empfunden werden kann. Zum ersten Mal dabei sind auch die Sopranistin Marlies Petersen, das »Schumann Quartett« und das »B'Rock Orchestra«, begleitet von der deutschen jungen Sängerin Anna Lucia Richter.

Der deutsche Komponist, Dirigent und Klarinettenvirtuose Jörg Widmann wird im Rahmen des neuen Formats »Portrait« die Mozartwoche 2018 begleiten. So wird eine österreichische Erstaufführung seines Klarinettenkonzerts dem von Mozart gegenübergestellt. Er wird als Interpret wie auch als Dirigent fungieren. Verschiedene hochrangige Orchester, Ensembles und Chöre wirken mit, natürlich auch das Mozarteumorchester und sogar das Mozart-Kinderorchester oder der Salzburger Bachchor. Ein informatives Filmprogramm beleuchtet Mozart aus verschiedenen Blickwinkeln.

Mehr Informationen und Karten gibt es im Internet unter www.mozarteum.at, per E-Mail unter tickets@mozarteum.at oder unter der Telefonnummer 0043/662/873154. Helga Mikosch