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Unvergessener Austropop

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Drei Frontmänner, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, boten ausgezeichneten Austropop mit Charme und Humor. (Foto: Benekam)

Beim Auftritt der Austropop-Show-Band »I am from Austria« fielen zwei Dinge im ausverkauften k1-Saal auf: zum einen das bunt gemischte Alter der voller Vorfreude strahlenden Gesichter und zum andern die von Beginn an gelöste Feierstimmung im Saal.


Die jungen Musiker brennen für die unvergessenen Hits von S.T.S., Peter Cornelius und Wolfgang Ambros und interpretieren deren Lieder mit größter Perfektion und Feuereifer. Mit den zwei Wolfgang-Ambros-Titeln »Jö schau« und »Die Blume aus dem Gemeindebau« begrüßte das Sextett, bestehend aus Chris Huber (Gitarre, Gesang), Mathias Rasch (Gitarre, Gesang), Peter Schuster (Gitarre, Gesang), Rainer Winterstetter (Keyboard), Bernhard Schmied (Bass) und Robert Ertl (Schlagzeug), musikalisch seine Fangemeinde und legte sich vom ersten Titel an voll ins Zeug.

Lieder von Peter Cornelius und Reinhard Fendrich

Liedermacher Peter Cornelius, der es sogar schaffte, den Austropop weit über die Alpengipfel hinaus in die ganze Welt zu tragen, war mit Titeln wie »Du entschuldige« oder »Reif für die Insel« im Programm vertreten – genau wie Reinhard Fendrich, aus dessen Liedern ein sehr gelungenes Medley von »I hab kane Lire« bis »Oben ohne« zu Gehör kam.

Der ernst gemeinten Aufforderung der Austropoper, »sich nicht zurückzuhalten«, kamen die Zuhörer gerne nach, sodass schon früh bis in die hintersten Reihen mitgeklatscht und gesungen wurde. S.T.S.-Hymnen wie »Großvater« oder »Irgendwann bleib i dann dort« gaben zwischen den fetzigeren Titeln Zeit zum Runterkommen, Schwärmen und Schmachten. Für die älteren Semester im Saal ein wahrer Nostalgie-Schub.

Neben den bekannten Austropop-Reißern wurden auch etwas weniger bekannte Interpreten wie Carl Peyer mit »Romeo und Julia« oder der fantastische Kurt Ostbahn mit »Feier« gespielt, sodass ein auf ganzer Linie abwechslungsreiches Programm garantiert war. In Ludwig Hirschs Nummer »Gell, du magst mi« mischte sich, ähnlich zweideutig im Klang wie die Liedtexte, zur absoluten Bereicherung ein lässiges Saxofon-Solo (Michael Peyerl) unter und stellte, genau wie in der Reinhard-Fendrich-Nummer »Brüder sind wir«, einen der Glanzpunkte des Konzerts dar.

Steffi Wimmer mit ausdrucksstarker Stimme

Ein weiterer war die ausdruckstarke Stimme von Steffi Wimmer, die als Gastsängerin immer wieder die Band beehrt und der eher männerlastigen Musik zu ein wenig mehr Weichheit verhilft. Die Gäste waren da längst selbst musikalisch und tänzerisch aktiv und rockten zu Falco und Co. zusammen mit den inzwischen acht Musikern auf der Bühne.

Die wiederum hatten scheinbar kaum noch Arbeit. Das Konzert lief wie von selbst, locker, lustig und ausgelassen wurde miteinander der Austropop gefeiert. Nebelmaschine, hervorragende Licht- und Tontechnik taten das Ihrige zum Gelingen des Konzerts.

»I will wieder ham« (S.T.S.) war geschickt ans Konzertende platziert und stand in seiner Aussage in vollem Widerspruch zu dem, was die k1-Gäste wollten: Sie wollten mehr. Nach verdient stürmischem Applaus und überschwänglichem Jubel gab es mehrere Zugaben und schließlich die selbst ernannte Österreichische National-Hymne »I am from Austria«. Kirsten Benekam