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Und wer nimmt den Hund?

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Und wer nimmt den Hund?
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Doris (Martina Gedeck) und Georg (Ulrich Tukur) suchen Hilfe bei der Trennungstherapeutin Gisela Bruhns (Angelika Thomas). Foto: Boris Laewen/ARD Degeto/dpa Foto: dpa

Nach vielen Ehejahren steht ein Paar vor der Trennung. Zum Auftakt des »SommerKinos« im Ersten fragen sich die Hauptdarsteller Martina Gedeck und Ulrich Tukur: »Und wer nimmt den Hund?«


Berlin (dpa) - Dass Beziehungen nicht immer leicht sind, gehört zu den Lebensweisheiten, die einem Oma vielleicht schon mitgegeben hat. Aber woran zerbricht eine Partnerschaft? Und wie geht man damit dann um? Darum geht es im Film »Und wer nimmt den Hund?«, der am Montagabend (29. Juni, 20.15 Uhr) im Ersten läuft.

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Seit mehr als 20 Jahren sind Doris (Martina Gedeck) und Georg (Ulrich Tukur) verheiratet. Eines Morgens räumt er ein: »Also ich will nicht lange drumherum reden. Ich hab' jemanden kennengelernt.«

»Gut«, entgegnet Doris trocken am Hamburger Frühstückstisch, »naja, wir wussten, dass sowas passieren kann.« Dann steigt sie ins Auto, gibt Gas und setzt den Wagen gleich mehrfach gegen das Garagentor. Mit wie viel Wut Trennungen einhergehen können, haben bereits Filme wie »Club der Teufelinnen« und »Der Rosenkrieg« gezeigt.

Die Komödie von Regisseur Rainer Kaufmann setzt auf eine besondere Idee. Denn Doris und Georg entscheiden sich für eine Trennungstherapie. Eine Expertin soll beiden helfen, die gemeinsame Zeit hinter sich zu lassen. Und schon sitzen sie auf zwei Stühlen, machen sich böse Vorwürfe und sortieren weiße und schwarze Erinnerungskugeln.

Im vergangenen Jahr lief der Film im Kino, nun wird mit ihm das »SommerKino« im Ersten eröffnet. Die Reihe zeigt in den nächsten Wochen unter anderem Filme wie »Die Verlegerin« mit Meryl Streep, »Book Club - Des Beste kommt noch« mit Jane Fonda und Diane Keaton sowie das Drama »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri«.

Den Auftakt aber macht »Und wer nimmt den Hund?«. Die Geschichte greift wesentliche Fragen einer langen Beziehung auf. Warum zum Beispiel erinnert man sich oft so unterschiedlich an die gemeinsame Vergangenheit? Und wann ist der Zeitpunkt gekommen, ab dem man eigene Wege gehen sollte?

Am stärksten ist Kaufmanns Film in den Therapieszenen, wenn man Gedeck und Tukur lange zusehen kann. Doris friemelt meist nervös an ihren Fingern herum und fühlte sich in der Beziehung lange zurückgesetzt. Nach und nach schmiedet sie wieder eigene Karrierepläne, wird zur Brandstifterin und lernt jemanden kennen.

Ihr Mann - der Aquariumsdirektor Georg - dagegen hofft auf einen Neuanfang mit der 30 Jahre jüngeren Laura (Lucie Heinze). Mit ihr will er sich wieder lebendig fühlen.

Gedeck und Tukur jedenfalls spielen ihre Rollen einfach glänzend. Der Film schafft es gut, die kleinen Lügen, Verletzungen und Probleme langer Beziehungen einzufangen. Die Komödie zeigt, wie schwer es sein kann, in einer Partnerschaft bei sich selbst zu bleiben. Ob aus den Zukunftshoffnungen aller Parteien etwas werden kann, sei hier noch nicht verraten. Das Einschalten jedenfalls lohnt.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-556566/3

SommerKino im Ersten