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Und täglich schmeckt der Birnenstrudel

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Paradies kann auch anstrengend nervig sein, stellen Daniela Maria Fiegel und Norbert Ortner im Stück »Ins Paradies« fest. (Foto: B. Heigl)

Wie es gewesen sein könnte, als Adam und Eva noch im Paradies lebten, ergründeten die beiden Schauspieler Daniela Maria Fiegel aus München und Norbert Ortner aus Waging in ihrem selbstverfassten Stück »Ins Paradies«. Das zum Leben wiedererweckte Vereinshaus in Traunstein platzte aus allen Nähten, so groß war der Andrang bei der Traunstein-Premiere des Stücks, das bereits in München aufgeführt worden ist.


Das Paradies war hier ein Ort der Langeweile – und täglich grüßt das Murmeltier –, an dem nicht nur nichts passiert, sondern jeder Tag auch noch die immer gleichen Freuden bereithält. Die beiden Schauspieler begeisterten mit ihrer Darstellungskraft, mit der sie Adam und Eva als überspanntes Yuppie-Paar lebendig werden ließen, dem das Paradies samt täglichem Birnenstrudel und Vitamincocktail – ohne Apfel – nach und nach gehörig auf die Nerven geht. Die Folgen sind bekannt.

Vorstellungen vom persönlichen Paradies

Ein anderer Erzählstrang folgte dem schüchternen und leicht zurückgebliebenen Bernhard, der glaubt, das Paradies sei ein realer Ort und er könne dort seine Mutter wieder sehen. In eingespielten Filmcollagen kamen verschiedene Menschen aller Altersgruppen zu Wort, die ihre Vorstellung von ihrem persönlichen Paradies beschrieben. Das war oft auch zum Schmunzeln und sehr unterhaltsam. Das hochphilosophische Thema brachte Eva nach ihrem Sündenfall mit einem Satz auf den Punkt: »Wenn wir wissen, dass wir sterben, fühlen wir, dass wir leben«.

Der rasante Rollenwechsel der beiden Schauspieler bereitete dem Publikum großes Vergnügen, denn die temporeiche Tragikomödie geriet so richtig in Fahrt. Nach zwei sofort ausverkauften Vorstellungen gibt es nun am Samstag um 20 Uhr eine Zusatzvorstellung, um die große Nachfrage zu bedienen.

Großer Andrang bei den Aufführungen

Für viele Chiemgauer war das Vereinshaus das Paradies ihrer Jugendzeit und man freut sich offensichtlich, die damit verbundenen Erinnerungen durch einen Besuch wieder aufleben zu lassen und Neues zu entdecken. Nicht wenige fanden hier den Partner ihres Lebens. Der große Andrang kam aber auch sicher daher, dass Norbert Ortner unter anderem bei den Rosenheim-Cops im Fernsehen zu sehen war und er ein Hiesiger ist, der mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Konrad Baur, zur Schule gegangen ist. Damals schon, so Baur in seiner kurzen Ansprache, schrieb, spielte und inszenierte Ortner Theaterstücke für die Schule.

Es war ein rundherum gelungener Abend, an dem es im Anschluss Birnenstrudel gab und verlockend rote, glänzende Äpfel, mit einem Verbotsschild versehen. Lecker! Barbara Heigl