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»Und immer wieder geht die Sonne auf«

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In einem schwungvollen Potpourri bekannter Hits von Udo Jürgens wurde die Lebensgeschichte des vielseitigen Künstlers nachgesungen und nacherzählt. (Foto: Heel)

Mit dem Tod von Udo Jürgens (1934 bis 2014) verlor der deutsche Sprachraum den letzten großen Sänger und Entertainer, der Jung und Alt gleichermaßen zu begeistern vermochte. Seine Lieder jedoch leben weiter und erfreuen sich noch immer größter Beliebtheit, wie man jetzt bei der Aufführung der Show »Merci Udo – Eine Hommage an Udo Jürgens« im fast ausverkauften Saal des Traunreuter k1 sehen konnte.


Moderiert von Heinz-Peter Wölke, dem musikalischen Leiter der Show, der seit Jahren bereits mit »Musicals in Concert« erfolgreich auf Tournee geht, erzählten die vier Sänger/innen und vier Musiker dabei in einem schwungvollen Potpourri bekannter Jürgens-Hits die Lebensgeschichte des vielseitigen Künstlers nach. Es war eine sehr emotionale, gut zweistündige Zeitreise, die mit dem Lied »Ich weiß, was ich will« ihren Anfang nahm und beim »Ehrenwerten Haus« endete. Mal als Solisten, mal im Duett oder als vierstimmiger Chor, interpretierten die erfolgreichen Musical-Darsteller Lara Grünfeld, Maria Jane Hyde, Markus Dietz und Paul Kribbe die vielen Lieder dabei derart individuell, dass stets für Überraschungen gesorgt war.

So glänzte Paul Kribbe mit dem von Jürgens komponierten Titel »If I Never Sing Another Song«, den seinerzeit sogar Sammy Davis jr. im Programm hatte, und Lara Grünfeld begeisterte besonders mit ihrer gefühlvollen Version von »Merci, Chérie«, dem Lied, mit dem Jürgens 1966 den Eurovision Song Contest in Luxemburg gewonnen hatte. Sehr gut gefiel auch die A-Cappella-Version des Titels »Ihr von morgen«, dessen Text im Augenblick so aktuell sei wie noch niemals zuvor, wie Moderator Heinz-Peter Wölke dazu anmerkte. Höhepunkt war jedoch die Mischung von »Ich war noch niemals in New York« mit dem von Maria Jane Hyde grandios dargebotenen »New York, New York«.

Heinz-Peter Wölke vermittelte den Zuschauern zwischendurch interessante Fakten und einige Eckdaten aus dem Leben des großen Entertainers und gebürtigen Kärntners Jürgen Udo Bockelmann, der schon als Kind sehr musikalisch war und sich nach dem Konservatorium zunächst als (Bar)Pianist durchschlug, bevor er 1956 seinen ersten Plattenvertrag erhielt. Wölke war es auch, der zusammen mit dem Pianisten (und Sänger) Willem Beuss den intimsten Moment des Abends gestaltete, als er Beuss-’ feinfühlige Interpretation des Lieds »Was ich dir sagen will« kongenial am Saxofon begleitete. Nicht minder fesselnd war etwas später seine nur am Akkordeon gespielte Version des Titels »Anuschka«, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

Sehr viel Applaus erhielten auch die witzigen Tanzeinlagen zur Fußball-Hymne »Buenos Dias, Argentina« und zum »Boogie Woogie Baby«, und beim »Griechischen Wein« war, unter textsicherer Mitwirkung des Publikums, natürlich ein Sirtaki angesagt. Mit »Aber bitte mit Sahne« und »Mit 66 Jahren« ging es schließlich in die Endrunde, bevor sich die vier Sänger/innen, natürlich in weiße Bademäntel gehüllt, vor dem stehend applaudierenden Publikum verabschiedeten. Wolfgang Schweiger